
Bereitschaftspolizei blockiert rechtsextremen Marsch auf dem Malieveld in Den Haag nach Zusammenstößen
Die Bereitschaftspolizei hat am Samstag mehrere hundert rechtsextreme Demonstranten auf dem Malieveld in Den Haag eingeschlossen, was die Gemeinde dazu veranlasste, einen geplanten Marsch durch die Stadt zu verbieten.
Polizeieinsatz auf dem Malieveld
Eine von der rechtsextremen Gruppe Wij Zijn Het Volk organisierte Versammlung auf dem Malieveld in Den Haag eskalierte am Samstag zu Auseinandersetzungen, als die Bereitschaftspolizei eingriff, um die Menge zu kontrollieren. Mehrere hundert Demonstranten begannen sich gegen 11:00 Uhr zu versammeln, um gegen Einwanderung und Regierungspolitik zu protestieren. Als die Gruppe sich gegen 13:00 Uhr darauf vorbereitete, das Feld zu verlassen, um einen geplanten Marsch durch die Stadt zu starten, suchten mehrere in Schwarz gekleidete Teilnehmer die Konfrontation mit den Sicherheitskräften. Die Demonstranten warfen schwere Feuerwerkskörper auf die Polizeilinien und stritten wiederholt mit Beamten über das Verbot von Gesichtsverhüllungen. Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei, ausgerüstet mit Schlagstöcken und Schilden, bildeten Absperrungen und setzten Polizeiwagen und Hunde ein, um die Demonstranten zurück auf das offene Feld zu drängen.
Kommunales Verbot des Marsches
Die Gemeindebehörden griffen kurz nach den ersten Zusammenstößen ein, um zu verhindern, dass der Zug in die Stadt gelangt. Die Gemeinde Den Haag erließ ein formelles Verbot der Marschroute mit der Begründung von öffentlicher Unordnung, körperlicher Gewalt gegen Polizeibeamte und der anhaltenden Verwendung verbotener Gesichtsverhüllungen. Die geplante Route sollte die Teilnehmer vom Malieveld über die Burgemeester Patijnlaan, das Carnegieplein, das Plein 1813, die Kneuterdijk, die Lange Vijverberg und die Korte Voorhout führen. Während der Straßenumzug verboten wurde, erlaubten die örtlichen Behörden den stationären Protest auf dem Malieveld unter strenger Absicherung des Perimeters fortzusetzen.
- Demonstranten versammeln sich auf dem Malieveld für den Protest von 'Wij Zijn Het Volk'.
- Bereitschaftspolizei blockiert den geplanten Marsch, während Teilnehmer Feuerwerkskörper werfen und sich mit Beamten schlagen.
- Die Gemeinde Den Haag verbietet offiziell den Marsch durch die Straßen der Stadt.
Extremistische Rhetorik und Eindämmungstaktiken
Die Polizei setzte umfangreiche Ausrüstung rund um den Perimeter ein, um sicherzustellen, dass die Demonstranten weder die angrenzende Autobahn A12 noch die Innenstadt erreichen konnten. Zwei Wasserwerfer wurden in der Nähe positioniert, darunter einer auf dem Plaats neben dem Hofvijver, während ein Hubschrauber die Bewegungen von oben überwachte. Auf der Wiese zeigten die Teilnehmer Prinsenvlaggen, neonazistische Symbole und White-Lives-Matter-Banner und stellten ein großes Kreuz auf den Boden. Ein als Bühne dienender LKW zeigte auf einem Bildschirm den Slogan "Nederland is voor de Nederlanders", während ein Redner auf der Bühne die rechtsextreme Austauschtheorie erläuterte. Einige Demonstranten trugen blaue Jacken, weiße Hosen und rote Kniesocken, um eine umgekehrte niederländische Flagge nachzuahmen, während andere hinter einem Transparent mit der Aufschrift "blanke mannen vooraan" Beleidigungen gegen Asylzentren und Minderheitengruppen skandierten.
Festnahmen und lokale Gegendemonstrationen
Die Beamten nahmen am Rand des Feldes mehrere Festnahmen vor, darunter die Festnahme von zwei jungen Jungen, die aus nicht sofort bekannten Gründen festgehalten wurden. Die Teilnehmerzahl nahm im Laufe des Nachmittags ab, wobei Beobachter vor Ort schätzten, dass sich noch maximal 300 Demonstranten auf dem Rasen befanden. Die Veranstaltung fand genau ein Jahr nach der #Elsfest-Versammlung auf dem Malieveld statt, die zu weit verbreiteten Ausschreitungen und anschließenden strafrechtlichen Verurteilungen wegen Gewalt gegen Journalisten und Polizei geführt hatte. Vor der Demonstration am Samstag hatten interne Streitigkeiten über extremistische Botschaften die Organisationskoalition gespalten, die ursprünglich vorgab, Landwirte, Lkw-Fahrer und Fischer zu vertreten. Anderswo in Den Haag versammelten sich mehrere Dutzend Menschen friedlich auf dem Spuiplein zu einer separaten Gegendemonstration unter dem Titel "Tegen fascisme en voor inclusiviteit".


