
Ehemaliger Söhne-Mannheims-Rapper Marlon B. James in Jamaika im Alter von 60 Jahren erschossen
Die Polizei im Norden Jamaikas hat eine Mordermittlung eingeleitet, nachdem bewaffnete Angreifer am Mittwochnachmittag den ehemaligen Söhne-Mannheims-Sänger Marlon B. James und zwei weitere Männer in einer Bar in Robin's Bay getötet hatten.
Tödliche Schießerei im Saint Mary Parish
Bewaffnete eröffneten am Mittwoch, den 9. September, um 16:40 Uhr das Feuer in einer Bar im Küstendorf Robin's Bay im Norden Jamaikas und töteten drei Männer. Die Schießerei ereignete sich, als ein Fahrzeug vor der Lokalität vorfuhr. Mindestens ein bewaffneter Angreifer stieg aus dem Auto und feuerte mehrere Schüsse auf die Personen im Inneren ab, bevor er vom Tatort floh. Die Opfer wurden in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte alle drei für tot erklärten. Die Verstorbenen wurden von den örtlichen Behörden und Medien als der 60-jährige Musiker und Geschäftsmann Marlon B. James, ein 42-jähriger Maurer und ein 22-jähriger Mann identifiziert. Die Major Investigation Division Jamaikas hat die Ermittlungen übernommen, obwohl die Polizei bisher kein Motiv für die Tötungen festgestellt hat.
- Marlon B. James
- 60 Jahre
- Zweites Opfer (Maurer)
- 42 Jahre
- Drittes Opfer
- 22 Jahre
Band-Trauer und Gedenkpläne
Ein Sprecher der Söhne Mannheims bestätigte am Freitag, den 11. September, dass Familienmitglieder James' Tod überprüft hätten. Das deutsche Musikkollektiv veröffentlichte auf Social Media ein Schwarz-Weiß-Foto des Künstlers zusammen mit Textzeilen aus ihrem Song „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ von 2008. Die Gruppe kündigte an, dass sie ihr bevorstehendes Klavierkonzert in Graz, Österreich, ihrem verstorbenen Bandkollegen widmen werde. Ein Bandsprecher beschrieb die Reaktion der Gruppe in einer öffentlichen Erklärung.
Die Band ist unglaublich traurig.
Auch andere Musiker drückten in den sozialen Netzwerken ihr Beileid aus. Der deutsche Reggae-Musiker Gentleman postete eine Würdigung, in der er James Frieden wünschte, während der deutsche Journalist Tobias Huch zuvor erste Berichte der jamaikanischen Zeitung The Gleaner verbreitet hatte.
Karriere von Frankfurt zu den Söhne Mannheims
James begann seine Musikkarriere in der Frankfurter Hip-Hop- und Reggae-Szene Anfang der 1990er Jahre. 1991 veröffentlichte er die Solosingle „Da La De La (Africa Center of the World)“ über das Label Hansa, produziert von Kerim Saka und Mike Wonder im Studio von Frank Farian in Rosbach. Später nahm er Tracks für das Frankfurter Label Ruff-N-Raw auf und arbeitete mit Künstlern zusammen, die mit Moses Pelhams Label 3P verbunden waren, darunter ein Auftritt auf einem Album der deutschen Rapperin Sabrina Setlur. 1999 schloss sich James dem neu gegründeten Kollektiv Söhne Mannheims an, das von Xavier Naidoo und anderen Mannheimer Musikern ins Leben gerufen worden war. Er steuerte Gesang zu drei Titeln des Debütalbums „Zion“ aus dem Jahr 2000 bei und brachte jamaikanischen Patois und Reggae-Elemente in den Sound der Band ein. Er erhielt auch Songwriting-Credits für prominente Veröffentlichungen, darunter den Song „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ von 2008 und das Album „Iz On“ von 2009.
- Veröffentlicht die Solosingle „Da La De La (Africa Center of the World)“
- Tritt dem deutschen Musikkollektiv Söhne Mannheims bei
- Wirkt auf drei Titeln des Debütalbums „Zion“ mit
- Co-Autor der Hitsingle „Das hat die Welt noch nicht gesehen“
- Zieht sich von der Band zurück und zieht nach Jamaika
- Bei Schießerei in seiner Bar in Robin's Bay getötet
Umzug nach Jamaika und Ermittlungen
Nach dem Ausscheiden der Gründungsmitglieder Xavier Naidoo und Michael Herberger zwischen 2017 und 2018 half James zunächst bei der Neuorganisation der Gruppe. Ab 2017 zog er sich allmählich von Touren und aktiven Studioaufnahmen zurück, um dauerhaft nach Jamaika zu ziehen. James gründete und betrieb die Bar in Robin's Bay, ein Ort, der bereits 2001 in einem Track des Frankfurter Rappers D-Flame erwähnt wurde, der an eine Reise auf die Insel im Jahr 1994 erinnerte. Die Ermittler der jamaikanischen Polizei verarbeiten weiterhin Beweise vom Tatort, während bis Freitag keine Festnahmen bekannt gegeben wurden.

