Rai nimmt Ranucci aus Report heraus
Rai entzog Sigfrido Ranucci die Moderatorenrolle bei Report, dem Investigativprogramm von Rai3, das er moderiert hatte. Daniele Piervincenzi und Claudia Di Pasquale ersetzten ihn. Ranucci reichte einen Eilantrag auf Wiedereinsetzung ein, doch das Arbeitsgericht Rom lehnte ihn ab. Das Gericht folgte der Darstellung von Rai, die Absetzung habe interne Spannungen beilegen sollen, die durch den Medienwirbel um die Untersuchung des Angriffs entstanden seien. Der Antrag wird in einem Hauptsacheverfahren weiterverfolgt, der Streit über die Absetzung ist damit nicht beigelegt.
Eine Suspendierung und drei Angebote
Ranucci hat zudem gegen eine zehntägige Suspendierung Beschwerde eingelegt, die verhängt wurde, nachdem das Rai-Ethikkomitee, das Comitato etico Rai, sein Verhalten als unvereinbar mit den Unternehmensregeln bewertet hatte. Rai bot ihm danach drei Optionen: einen Korrespondentenposten im Büro Kairo, eine Position zur Verfügung des Tg3-Direktors oder RaiNews24 mit Zuständigkeit für Vertiefungsprogramme. Er hatte bis Montag, 19. Oktober, Zeit für seine Wahl. Ranucci, der 65 Jahre alt ist, teilte Rai dann seine Entscheidung mit – es war die RaiNews24-Option.
Ranucci wählt RaiNews24
Ranucci übernimmt die stellvertretende Leitung des Nachrichtenkanals unter dessen Direktor Federico Zurzolo. In einem langen Instagram-Post dankte er dem Tg3-Direktor Terzulli und den Tg3-Mitarbeitern dafür, ihm in einem schwierigen Moment seiner Karriere die Tür geöffnet zu haben. Von 1999 bis 2006 arbeitete er bei RaiNews und wurde 2001 Sonderkorrespondent. Im Februar 2022 war er der Direktion Approfondimento als Vizedirektor ad personam zugewiesen worden. Der Post erinnerte auch daran, dass Milena Gabanelli ihn zu Report holte, nachdem eine 2004 und 2005 durchgeführte Recherche den Einsatz von weißem Phosphor durch die Vereinigten Staaten in Falludscha angeprangert hatte. Ranucci schrieb, er habe zwanzig Jahre bei Report verbracht und dazu beigetragen, das Programm zu dem Erfolg zu machen, der es heute sei.
Ranuccis Worte
Im selben Post erklärte Ranucci, warum er sich für die Rückkehr in die Redaktion entschied, die er verlassen hatte.
„Nach quälenden Tagen habe ich mich entschieden, zu Rainews zurückzukehren, dem Hafen, von dem ich ausgelaufen bin, bevor ich bei Report anlegte.“
Er schloss mit dem Hinweis auf den bevorstehenden Kampf für die Pressefreiheit und für die Menschen ohne Stimme.
„Ich komme mit einem Lächeln zurück, das mir keine Ungerechtigkeit nehmen kann.“
Wie es weitergeht
Die Beschwerde gegen die Absetzung von Report wird in der Hauptsache vor dem Gericht in Rom weitergeführt. Auch die Beschwerde gegen die zehntägige Suspendierung ist anhängig, und Ranuccis Wechsel zu RaiNews24 vollzieht sich, während beide Verfahren offen bleiben.