
Ranucci verlässt Rais „Report“, nachdem Gericht Wiedereinstellung ablehnt
Sigfrido Ranucci hat sein Büro bei Rai geräumt und ein Abschiedsvideo veröffentlicht, nachdem das Arbeitsgericht Rom seinen Eilantrag gegen seine Entfernung aus der Sendung abgelehnt hat, die er rund zwanzig Jahre lang moderierte.
Zwanzig Jahre bei „Report“ enden
Sigfrido Ranucci hat die Redaktion von „Report“ bei Rai in Rom verlassen und damit eine Ära von rund zwanzig Jahren und etwa 500 Folgen der Investigativsendung auf Rai3 beendet. Am 13. Oktober 2026 veröffentlichte er in seinen sozialen Netzwerken ein Video, in dem er Kartons packt, sein Gesicht bleibt dabei außerhalb des Bildes. Der begleitende Beitrag beginnt mit den Worten „Finisce una storia durata vent'anni“, womit er eine Geschichte beendet, die zwanzig Jahre gedauert habe. Er schrieb, er habe gehofft, sich aus dem Studio von „Report“ verabschieden zu können, doch tue er es nun über seine sozialen Profile.
Entfernung und Übergabe
Laut Open entfernte Rai Ranucci im August 2026 aus der Moderation von „Report“, nachdem ein Fall um seine Beziehungen zu Valter Lavitola bekannt geworden war. Das Arbeitsgericht Rom hat diese Entscheidung inzwischen bestätigt und seinen Eilantrag auf Wiedereinstellung abgelehnt; Ranucci erklärte, er akzeptiere die Entscheidung der Richter. Fanpage berichtet, dass die Übergabe der Sendung ab Freitag, dem 9. Oktober, im Wesentlichen offiziell wurde. Ab dem 8. November wird die Investigativsendung auf Rai3 von Claudia Di Pasquale und Daniele Piervincenzi geleitet. Open berichtet, Ranucci habe bis zum Ende des 13. Oktober eine von drei von Rai angebotenen Optionen wählen müssen, und sein Beitrag gebe keine klare Antwort auf seine Zukunft, nur ein vages Versprechen, „früher oder später“ zurückzukehren.
- Rai beschließt, Ranucci aus der Moderation von „Report“ zu entfernen
- Das Arbeitsgericht Rom lehnt seinen Eilantrag auf Wiedereinstellung ab
- Die Übergabe von „Report“ wird im Wesentlichen offiziell
- Ranucci veröffentlicht Abschiedsvideo; Frist von Rai für die Wahl einer von drei Optionen
- Claudia Di Pasquale und Daniele Piervincenzi sollen die Sendung übernehmen
Der Abschiedsbeitrag
Ranucci schrieb, er habe ein solches Ende erwartet und viele Szenarien durchgespielt, doch nie geglaubt, dass es auf so monströse Weise kommen würde. Dann wandte er sich in einer Passage, die seinen Abschied als Frage der Integrität rahmt, seiner Bilanz und seinen Prinzipien zu.
Trotzdem bereue ich nichts, was ich getan habe. Ich würde alles wieder tun, denn ich habe mich entschieden, Prinzipien zu verteidigen, und mich entschieden, vor niemandem den Rücken zu beugen, nicht einmal vor meinen eigenen Ängsten oder Unsicherheiten.
Er fügte hinzu, dass eine Entscheidung manchmal bedeute, andere zu überraschen und zu einem Maremma-Schäferhund zu werden, der den anderen den Weg weist. Seine Liste der Bekenntnisse schloss er mit seiner Liebe zu freier Information, zum Geist des öffentlichen Dienstes und zu Rai.
Die Beerdigungsanekdote und das Versprechen
Ranucci unterlegte das Video mit „L-O-V-E“ von Nat King Cole und erklärte die Wahl anhand einer französischen Nachrichtengeschichte. Er erzählte von der Beerdigung einer Spanischlehrerin in Saint-Jean-de-Luz, die von einem 16-Jährigen getötet wurde, wo ihr Partner allein vor dem Sarg zu dem Lied tanzte, das ihr gemeinsames war. Alle Anwesenden begannen daraufhin zu tanzen und verwandelten die Trauer in einen gemeinsamen Moment. Ranucci verknüpfte dieses Bild mit seiner eigenen Zukunft und dem Versprechen, die Zuschauer wiederzusehen.
Schmerz in Widerstandskraft zu verwandeln, das werde ich tun, mit dem Versprechen, euch früher oder später wiederzusehen.
Der Beitrag endet mit Dank an die Zuschauer für die Leidenschaft und Hingabe, mit der sie die Sendung über die Jahre verfolgt haben.


