
Toter Riesenhai am dänischen Strand bei Ålbæk gibt Wissenschaftlern Rätsel auf
Ein junger weiblicher Riesenhai, die zweitgrößte lebende Haiart, wurde am 8. August tot an einem Strand bei Ålbæk in Dänemark gefunden. Eine Obduktion durch acht dänische Spezialisten ergab, dass das Tier gesund war, keine Verletzungen, kein Plastik und Nahrung im Magen aufwies – die Todesursache bleibt unbekannt.
Entdeckung am Strand
Ein weiblicher Riesenhai, die zweitgrößte lebende Haiart, wurde am Samstag, den 8. August, tot an einem Strand nahe der dänischen Stadt Ålbæk in der Nähe von Skagen gefunden. Der Hai war erstmals am 6. August in flachen Gewässern nahe der Küste beobachtet worden, wo er mehrere Tage lang die Aufmerksamkeit von Touristen und Anwohnern auf sich zog, während er auf Nahrungssuche schwamm. Sein Körper wurde etwa einen Kilometer nördlich des Hafens von Ålbæk am Strand entdeckt. Das Nordsøen Oceanarium dokumentierte den Transport des großen Kadavers mit einem Radlader und teilte das Filmmaterial auf Facebook.
Die Quellen geben leicht unterschiedliche Maße für das Tier an: Drei Artikel berichten von einer Länge von 4,7 Metern, während zwei andere 4,85 Meter angeben. Sein Gewicht betrug etwa 500 Kilogramm. Der Hai wurde als junges Weibchen identifiziert, das auf 10 bis 15 Jahre geschätzt wird. Riesenhaie können bis zu 50 Jahre alt werden und eine Länge von über 8 Metern erreichen, was dieses Individuum zu einem relativ jungen Exemplar macht.
- Hai erstmals in flachen Gewässern nahe Ålbæk beobachtet
- Hai tot am Strand etwa 1 km nördlich des Hafens von Ålbæk gefunden
- Obduktion im Nordsøen Oceanarium durchgeführt, live in sozialen Medien übertragen
Obduktionsbefunde
Am Mittwoch, den 12. August, führte ein Team von acht Spezialisten aus vier dänischen Einrichtungen eine detaillierte Obduktion im Nordsøen Oceanarium in Hirtshals durch. Beteiligt waren das Statens Naturhistoriske Museum, das Kattegatcentret, das Museum Sønderjylland und das Nordsøen Oceanarium. Die Leitung hatte Kristina Ydesen, leitende Biologin am Nordsøen Oceanarium, und der Eingriff wurde live in den sozialen Medien übertragen.
Die Untersuchung ergab, dass sich der Hai in einem frühen Stadium der Zersetzung befand, was eine gründlichere Untersuchung ermöglichte, als dies bei gestrandeten Meerestieren, die sich oft in fortgeschrittener Verwesung befinden, normalerweise möglich ist. Die Forscher berichteten, dass das Tier gesund erschien: keine schweren Verletzungen, keine Anzeichen von Verhungern und kein Plastik im Verdauungstrakt. Der Magen enthielt Überreste von Plankton und kleinen Krebstieren, was darauf hindeutet, dass der Hai etwa einen Tag vor dem Tod gefressen hatte. Das Herz wog 1,5 Kilogramm und die Leber 75 Kilogramm, wobei die Lebermasse etwa 15 Prozent des Körpergewichts ausmachte.
- Körpergewicht
- 500 kg
- Leber
- 75 kg
- Herz
- 1.5 kg
Im Darm wurden Parasiten gefunden, die langen, dünnen Spaghetti ähnelten, aber die Forscher hielten sie nicht für zahlreich genug, um den Tod verursacht zu haben.
Wir fanden Parasiten im Darm des Hais, lange, spaghettiartige Würmer. Allerdings nicht so viele, dass wir glauben, dass dies die Gesundheit des Hais beeinträchtigt hat oder dass er krank war.
Laufende Ermittlungen
Wissenschaftler haben Gewebeproben für Laboranalysen entnommen. Der Kopf des Hais wird am Universitätsklinikum in Aarhus einer CT-Untersuchung unterzogen, um nach versteckten Infektionen oder Krankheiten zu suchen, die bei der Obduktion nicht entdeckt wurden.
Wir sind sehr neugierig und hoffen, Antworten zu bekommen.
Ydesen reflektierte auch über die Seltenheit der Gelegenheit.
Vielleicht habe ich in meiner gesamten Karriere als Biologin nur diese eine Chance, eine Obduktion an einem Riesenhai durchzuführen. Aus diesem Grund war es eine völlig einzigartige Erfahrung.
Ein seltener Besucher
Riesenhaie leben typischerweise in den offenen Ozeanen, einschließlich des Atlantiks und des Pazifiks, und tauchen nur sporadisch in dänischen Gewässern auf. Seit dem Jahr 2000 wurden in der Region etwa zehn solcher Fälle dokumentiert. Das letzte vergleichbare Ereignis ereignete sich 2015, als ein Fischer im Kattegat versehentlich einen 4 Meter langen Riesenhai in seinen Netzen fing. Die Art ernährt sich hauptsächlich von Plankton und jagt trotz ihrer enormen Größe keine Menschen.


