
Radio-France-Mitarbeiter streiken wegen Einstellung von Valeurs-actuelles-Redakteur Charles Sapin
Die Gewerkschaften haben am 13. September 2026 einen zweitägigen Ausstand bei Radio France gestartet, um die Absetzung einer wöchentlichen politischen Kolumne von Charles Sapin auf France Inter zu fordern.
Morgenprogramm auf France Inter ausgesetzt
Die Gewerkschaften von Radio France haben am Sonntag, dem 13. September 2026, einen 48-stündigen Streik begonnen, um gegen die Ernennung von Charles Sapin zum wöchentlichen politischen Kommentator auf France Inter zu protestieren. Der Ausstand zwang France Inter, das meistgehörte Radionetz des Landes, sein reguläres Morgenprogramm abzusagen und Live-Studio-Sendungen durch aufgezeichnete Musik zu ersetzen. Sapins wöchentlicher Sonntagsslot, der für 7:40 Uhr vorgesehen war, wurde als direkte Folge des Arbeitskampfes aus dem Programm genommen. Im Gegensatz dazu liefen die Morgensendungen auf anderen Sendern von Radio France, darunter franceinfo und France Culture, ohne Unterbrechung. Interne Netzwerkvertreter deuteten an, dass die Programmstörungen am Montag, dem 14. September, voraussichtlich zunehmen werden, da der Wochentagsplan eine höhere Anzahl von Live-Sendungen vorsieht.
Aufgrund einer Streikankündigung aller repräsentativen Gewerkschaftsorganisationen bei Radio France, die den Rückzug einer politischen Kolumne des stellvertretenden Chefredakteurs von Valeurs actuelles von France Inter fordern, sind wir nicht in der Lage, unser gesamtes übliches Programm auszustrahlen.
Verteidigung der Geschäftsführung und Hörerproteste
France-Inter-Direktorin Céline Pigalle verteidigte die Entscheidung während eines Live-Interviews mit dem Hörermediator des Senders am Donnerstag und bezeichnete die Einstellung als einen wesentlichen Schritt hin zu ideologischer Vielfalt vor der Präsidentschaftswahl. Pigalle wies darauf hin, dass der Sender regelmäßig politische Analysten aus unterschiedlichen redaktionellen Hintergründen zu Wort kommen lässt, darunter Le Nouvel Obs, Alternatives économiques und die Financial Times. Sie berichtete, dass Sapin, der zuvor bei Le Point arbeitete, bevor er im Sommer 2026 stellvertretender Chefredakteur von Valeurs actuelles wurde, ihr versichert habe, dass er zu dem konservativen Wochenblatt gekommen sei, um dessen redaktionelle Linie zu ändern. Pigalle erklärte außerdem, dass sie diskriminierende oder hasserfüllte Äußerungen im Äther nicht zulassen werde.
Dass auf diesem Sender alle Arten von Standpunkten, Haltungen und Meinungen geäußert werden können, ist grundlegend; es ist eine unserer Hauptaufgaben.
Der Hörermediator stellte während der Sendung fest, dass der Sender nach der Ankündigung eine große Menge kritischer Hörerpost erhalten habe. Die Hörer äußerten Wut und bezeichneten die redaktionelle Ernennung als Verrat an den öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen.
Gewerkschaftsopposition und rechtliche Vorgeschichte
Die gemeinsame Gewerkschaftskoalition, zu der CFDT, CGT, FO, SNJ, SUD und Unsa gehören, rief Mitarbeiter und Hörer dazu auf, am 13. September 2026 um 14:00 Uhr vor dem Hauptsitz der Maison de la Radio in Paris zu demonstrieren. Die Mitarbeiter entdeckten die Einstellung ursprünglich am 26. August und verabschiedeten anschließend am 2. September einen internen Antrag, in dem sie ihre kategorische Ablehnung zum Ausdruck brachten und Valeurs actuelles als unvereinbar mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk erklärten.
Dies ist eine Art Rehabilitation von Valeurs actuelles in der Medienlandschaft, aber nicht alle Medien sind Täter.
Gewerkschaftsvertreter verwiesen auf frühere Gerichtsurteile gegen Valeurs actuelles, darunter eine rechtskräftige Verurteilung im Jahr 2022 wegen öffentlicher rassistischer Beleidigungen aufgrund eines Artikels von 2020, der die schwarze Abgeordnete Danièle Obono von La France Insoumise als Sklavin darstellte. Das Magazin, damals unter der Leitung von Geoffroy Lejeune, wurde 2015 auch wegen Aufstachelung zum Rassenhass gegen Roma verurteilt. Gewerkschaftsfunktionäre machten zudem auf die finanzielle Unterstützung des Magazins durch den Milliardär Pierre-Édouard Stérin aufmerksam. Der Widerstand gegen die Einstellung weitete sich am 12. September aus, als Le Parisien eine Protestkolumne veröffentlichte, die von 300 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterzeichnet wurde.
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