Putin lehnt gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe ab und fordert Rückzug aus dem Donbas
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das ukrainische Angebot, Langstreckenangriffe einzustellen, als Taktik zurückgewiesen, um den Druck auf die überlasteten ukrainischen Streitkräfte zu verringern. Er räumte zudem ein, dass ukrainische Drohnenangriffe in ganz Russland zu Treibstoffknappheit geführt haben, und gelobte, die Luftabwehr zu verstärken.
Putin lehnt ukrainischen Vorschlag ab
Die Ukraine schlug einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe als vertrauensbildende Maßnahme für den Frieden vor, doch Wladimir Putin wies dies in einem Fernsehinterview mit Staatsmedien zurück. Er argumentierte, der Vorschlag solle die ukrainischen Streitkräfte entlang der 1.250 Kilometer langen Frontlinie entlasten.
Putin behauptete, die ukrainischen Tiefschläge sollten die russischen Streitkräfte von den Hauptzielen im Donbas und in Neurussland ablenken, den Regionen, die Moskau 2022 illegal annektiert hatte.Es ist klar, warum dieser Vorschlag gemacht wird, denn unsere Gegenschläge tief in ukrainisches Territorium sind viel stärker, haben eine größere Wirkung und sind, ehrlich gesagt, zerstörerischer.
Treibstoffknappheit und Lücken in der Luftabwehr
Bereits am selben Sonntag räumte Putin bei einem Kreml-Treffen ein, dass ukrainische Drohnenangriffe in mehreren russischen Regionen zu Treibstoffknappheit geführt hätten. Er betonte die Notwendigkeit, die russischen Luftabwehrsysteme zu stärken, um der wachsenden Bedrohung für die Ölindustrie zu begegnen. Dieses Eingeständnis unterstreicht die Wirksamkeit der ukrainischen Langstreckenkampagne, die zunehmend Raffinerien und Treibstofflager ins Visier nimmt.
Rückzug aus dem Donbas als zentrale Bedingung
Der russische Führer wiederholte, dass ein vollständiger ukrainischer Rückzug aus der Region Donezk eine Voraussetzung für jedes Friedensabkommen sei. Russland hat lange auf dieser Bedingung bestanden, und Putin stellte den Konflikt als Teil einer Mission zur „Befreiung“ des Donbas und Neurusslands dar. Von den vier 2022 annektierten Oblasten kontrolliert Russland nur Luhansk vollständig.
Erwartung einer erneuten US-Diplomatie
Putin sagte, er erwarte, dass die Vereinigten Staaten ihre diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges wieder aufnehmen, und sagte einen neuen Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau voraus, sobald die „heiße Phase“ des amerikanisch-israelisch-iranischen Konflikts vorbei sei. Er schien auch den jüngsten Äußerungen von Außenminister Marco Rubio zuzustimmen, dass das Alaska-Gipfeltreffen 2025 zwischen ihm und Präsident Donald Trump zu keinem unterzeichneten Abkommen geführt habe, obwohl Möglichkeiten erörtert worden seien.
Niemand hat etwas unterschrieben, aber wir haben über bestimmte Möglichkeiten zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine gesprochen.

