Regierung · Lissabon
Portugiesisches Parlament überweist Gesetzentwurf zur einheitlichen Sozialleistung nach PSD-Chega-Deal an den Ausschuss
Der Plan der Regierung, 13 Sozialleistungen zu einer einzigen Zahlung zusammenzuführen, wurde am 12. Juni ohne allgemeine Abstimmung an einen parlamentarischen Ausschuss überwiesen, nachdem sich die regierenden Sozialdemokraten und die rechtsextreme Chega darauf geeinigt hatten, die Abstimmung um zehn Tage hinter verschlossenen Türen zu verschieben.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von SAPO, Jornal Expresso, RTP und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Die regierenden Sozialdemokraten akzeptierten sechs von sieben Chega-Bedingungen und überwiesen den PSU-Gesetzentwurf für 10 Tage detaillierter Diskussion an den Ausschuss, anstatt einer sofortigen Abstimmung in erster Lesung.
Die PSU zielt darauf ab, nicht beitragsbezogene Leistungen – RSI, soziale Arbeitslosigkeit, Alters- und Hinterbliebenenrenten, Elternzuschüsse – in einer einzigen, bedarfsgeprüften Zahlung zusammenzuführen.
Chega will die Aufenthaltsdauer für Nichtbürger von einem auf fünf Jahre erhöhen; PSD-Chef Hugo Soares signalisierte Verhandlungsbereitschaft, sobald beitragsbezogene und nicht beitragsbezogene Systeme getrennt sind.
Maria do Rosário Palma Ramalho sagte, die PSU sei an die PRR-Verpflichtungen Portugals gebunden und ein Scheitern könnte EU-Zahlungen blockieren.
Bloco de Esquerda und Livre bezeichneten den Vorschlag als Bestrafung der Armen und wandten sich gegen die verpflichtende gemeinnützige Arbeit und die Einrichtung eines Hinweisgeberkanals für Leistungsmissbrauch.
Angespanntes Plenum weicht Hinterzimmerverhandlungen
Der Vorschlag Portugals zur Schaffung einer einzigen nicht beitragsbezogenen Sozialleistung – der Prestação Social Única (PSU) – wird nun zehn Arbeitstage lang im Ausschuss für Arbeit, soziale Sicherheit und Integration debattiert, ohne dass eine erste Lesung im Plenum stattfindet. Dieses Manöver wurde möglich, nachdem die Mitte-rechts-Regierung der PSD und André Venturas Chega-Partei in letzter Minute einen Deal ausgehandelt hatten. Die PSD akzeptierte sechs der sieben Forderungen von Chega; lediglich die Regeln für den Zugang von Einwanderern zu der Leistung blieben für weitere Verhandlungen offen. Die Einigung wurde am Donnerstagabend von Ventura bekannt gegeben, der klarstellte, dass Chegas Unterstützung für den endgültigen Gesetzentwurf von der Lösung der Einwanderungsfrage abhängt.
Was die PSU ersetzen würde
Der von der Ministerin für Arbeit, Solidarität und soziale Sicherheit, Maria do Rosário Palma Ramalho, in der Versammlung verteidigte Gesetzesentwurf würde 13 bestehende nicht beitragsbezogene Zahlungen in einem einzigen Rahmen zusammenfassen. Dazu gehören das Rendimento Social de Inserção (RSI), die soziale Arbeitslosenunterstützung, die Alterssozialrenten, Witwen- und Waisenrenten sowie mehrere soziale Elternleistungen. Die Regierung argumentiert, dass der neue Rahmen „einfacher und transparenter“ sein und gleichzeitig die Arbeitsanreize verstärken werde. Palma Ramalho sagte den Abgeordneten, dass der durchschnittliche RSI-Bezieher die Leistung fünf Jahre und drei Monate lang beziehe und der Staat 159 Millionen Euro an unrechtmäßigen Zahlungen aufgedeckt habe.
„Portugal hat die geringste Effizienz der Sozialhilfe bei der Armutsbekämpfung aller Länder der Europäischen Union.“
Die Chega-PSD-Achse und der Zündstoff Einwanderung
Chega hat darauf bestanden, dass die PSU kein „Pull-Faktor für Einwanderung“ werden darf, und forderte, dass der Mindestaufenthalt, bevor ein Ausländer die Leistung beantragen kann, von derzeit einem Jahr auf fünf Jahre verlängert wird. Im Plenum signalisierte der PSD-Fraktionsvorsitzende Hugo Soares Verhandlungsspielraum. Er argumentierte, dass das nicht beitragsbezogene System sich bereits vom beitragsbezogenen unterscheide, und fragte Ventura direkt, ob Chega die beiden bei der Aushandlung des Zeitrahmens trennen würde. Ventura antwortete: „Ja, wir sind bereit.“ Soares teilte dann dem Plenum mit, dass die PSD „bereit sei, sich den Zeitrahmen anzusehen, den Sie besprechen möchten.“
Opposition geißelt „strafendes“ Modell
Linke Parteien griffen sowohl den Inhalt des Gesetzentwurfs als auch den politischen Pakt an, der ihn vor einer Abstimmung im Plenum bewahrt hatte. Der einzige Abgeordnete des Bloco de Esquerda, Fabian Figueiredo, nannte den Vorschlag eine „Bestrafung“ und einen „moralischen Bankrott“.
„Was uns als Gesellschaft stark macht, was uns als Land stolz macht, ist der Mut, solidarisch zu sein.“
Die Fraktionsvorsitzende der Livre, Isabel Mendes Lopes, kritisierte eine verpflichtende gemeinnützige Arbeit für leistungsfähige Bezieher – bis zu 15 Stunden pro Woche, abgeleitet von den bestehenden RSI-Regeln – und argumentierte, die Regierung habe „die Zugangskriterien“ für RSI und andere Leistungen „halbiert“. Sie verurteilte auch den geplanten Hinweisgeberkanal zur Meldung von mutmaßlichem Leistungsmissbrauch und sagte, er „rieche nach anderen Zeiten“. Die Ministerin widersprach und wies darauf hin, dass Unternehmen bereits verpflichtet seien, Korruptionsmeldekanäle zu unterhalten.
„Ich finde es sehr seltsam, dass Unternehmen einen Meldekanal haben müssen, dass ein Meldekanal in Korruptionsangelegenheiten vorgeschrieben ist – alle von linken Regierungen geschaffen – und jetzt, plötzlich, können wir keinen Meldekanal für Leistungen haben, die mit dem Geld aller Portugiesen bezahlt werden.“
Nächste Schritte und der Schatten Brüssels
Der Gesetzentwurf geht nun an den Fachausschuss, wo die PSD zugesagt hat, die Arbeitsverpflichtung für Menschen mit einem Behinderungsgrad unter 80 Prozent zu diskutieren – eine weitere rote Linie von Chega. Die Regierung hat die Reform an die Verpflichtungen im Rahmen des portugiesischen Aufbau- und Resilienzplans (PRR) geknüpft. Palma Ramalho warnte, dass das Scheitern der Maßnahme künftige EU-Zahlungen gefährden könnte. Im Plenum wurde die Überweisung an den Ausschuss mit den Gegenstimmen der Kommunisten (PCP), des Bloco de Esquerda und des sozialistischen Abgeordneten Pedro Nuno Santos, bei Enthaltung der Livre und Unterstützung aller anderen Fraktionen angenommen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- SAPOPSU baixa à Comissão de Trabalho, depois do acordo entre PSD e Chega
- Jornal ExpressoHá "evidência de subsídiodependência" e 159 milhões em "pagamentos indevidos", diz ministra no debate sobre Prestação Única
- SAPOGoverno compara PSU a "trampolim para projetar para cima" quem cai. Oposição fala em punição para os pobres
- RTP - Rádio Televisão PortuguesaAcordo com Chega. PSD disponível a avaliar prazo para imigrantes terem acesso a apoios sociais
- Maria do Rosário Palma Ramalho
- Portugiesische Ministerin für Arbeit, Solidarität und soziale Sicherheit, die den PSU-Vorschlag im Parlament verteidigt.
- André Ventura
- Vorsitzender der Chega-Partei, der die Einigung mit der PSD aushandelte und strengere Zugangsregeln für Einwanderer forderte.
- Hugo Soares
- Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokratischen Partei (PSD), der Verhandlungsbereitschaft bei den Wartezeiten für Einwanderer signalisierte.
- Fabian Figueiredo
- Einziger Abgeordneter des Bloco de Esquerda, der die PSU als moralischen Bankrott bezeichnete.
- Isabel Mendes Lopes
- Fraktionsvorsitzende der Livre-Partei, die den Hinweisgeberkanal und die verpflichtende gemeinnützige Arbeit kritisierte.
- Pedro Nuno Santos
- Abgeordneter der Sozialistischen Partei (PS), der gegen die Überweisung des PSU-Gesetzentwurfs an den Ausschuss stimmte.
- Orte
- Lissabon
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen