Regierung · Madrid
Richter schlägt Prozess gegen 16 Personen wegen 148-Millionen-Euro-Kraftstoff-Umsatzsteuerbetrug in Spanien vor, der einen PSOE-Verbündeten und einen Guardia-Civil-Hauptmann belastet
Der Richter am Audiencia Nacional, Santiago Pedraz, hat die Anklage gegen 16 Personen wegen eines mutmaßlichen Umsatzsteuerbetrugs mit Kohlenwasserstoffen in Höhe von 148 Millionen Euro zwischen 2018 und 2021 eingeleitet – ein Fall, in den ein mit der Sozialistischen Partei verbundener Geschäftsmann und ein Offizier der Guardia Civil verwickelt sind.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL MUNDO, EL PAÍS, eldiario.es und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Richter Santiago Pedraz vom Audiencia Nacional schlägt die Eröffnung eines Prozesses gegen 16 Personen wegen eines Umsatzsteuerbetrugs mit Kohlenwasserstoffen in Höhe von 148 Millionen Euro zwischen 2018 und 2021 im sogenannten Gaslow-Fall vor.
Claudio Rivas, Geschäftspartner von Víctor de Aldama und ehemaliger Vermieter des Ex-Ministers Ábalos, sieht sich sieben Anklagen wegen Steuerverbrechen sowie Vorwürfen der kriminellen Vereinigung, Urkundenfälschung und Geldwäsche gegenüber.
Der Hauptmann der Guardia Civil, Juan Sánchez Yepes, langjähriger Ermittler der UCO-Geldwäscheabteilung, wird beschuldigt, vertrauliche Polizeigeheimnisse verkauft zu haben; sein Vermögen verdoppelte sich zwischen 2018 und 2022.
Der jährliche Umsatzsteuerausfall stieg von 6,2 Mio. € im Jahr 2018 auf 30,9 Mio. € im Jahr 2019 und erreichte 111,8 Mio. € im Jahr 2020 unter Nutzung der Betreiber Gaslow und Nascor.
Der Fall steht in Verbindung mit Zahlungen an die Zentrale der Sozialistischen Partei und einem Villenkauf für einen ehemaligen Minister sowie mit Bemühungen, damit zusammenhängende Ermittlungen zu behindern.
Der Betrugsmechanismus
Ermittler werfen einer kriminellen Organisation aus drei koordinierten Gruppen vor, die Nichtzahlung der Umsatzsteuer auf Kohlenwasserstoffe als Handelsspanne genutzt zu haben, um Marktpreise zu unterbieten und so Umsätze und Gewinne zu steigern. Das System konzentrierte sich auf zwei Kraftstoffbetreiber, Gaslow Abastecimientos S.L. und Nascor Energias S.L., die von den Gruppen kontrolliert wurden. Sobald die Gewinne erzielt waren, wurden sie nicht direkt entnommen, sondern über einen oder mehrere Zwischenschritte verschleiert.
Hauptangeklagte
Richter Pedraz hat 16 Personen angeklagt, allen voran den Geschäftsmann Claudio Rivas, einen Geschäftspartner des Vermittlers Víctor de Aldama. Rivas, Eigentümer der Kraftstofffirma Villafuel, steht bereits in einem separaten Fall wegen Kohlenwasserstoffbetrugs in Höhe von 70 Millionen Euro vor Gericht. Die Anklageschrift richtet sich auch gegen den Hauptmann der Guardia Civil, Juan Sánchez Yepes, der von Januar 2008 bis Juli 2022 Mitglied der Geldwäsche-Einheit der UCO war. Pedraz gibt an, dass Yepes Zahlungen dafür akzeptierte, das Netzwerk vor polizeilichen Maßnahmen zu warnen; sein deklariertes Vermögen stieg von 251.587 Euro im Jahr 2018 auf 590.300 Euro im Jahr 2022.
Finanzielles Ausmaß
Die betrogenen Summen eskalierten drastisch. Im Jahr 2018 betrug der Umsatzsteuerausfall 6,2 Millionen Euro, stieg 2019 auf 30,9 Millionen Euro. Bis 2020 trieben die kombinierten Operationen von Gaslow und Nascor die Zahl auf 111,8 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft identifizierte zudem Geldwäschetransaktionen in Höhe von fast 60 Millionen Euro.
- 2018
- 6.2 Mio. €
- 2019
- 30.9 Mio. €
- 2020
- 111.8 Mio. €
Daten aus dem Artikeltext
Politische und juristische Verwicklungen
Der Fall, bekannt als Gaslow, überschneidet sich mit mehreren hochkarätigen spanischen Skandalen. Claudio Rivas soll eine Villa in Cádiz für den ehemaligen sozialistischen Minister José Luis Ábalos gekauft und die 90.000 Euro bereitgestellt haben, die die Geschäftsfrau Carmen Pano laut eigenen Angaben an die PSOE-Zentrale in der Ferraz-Straße geliefert hat. Yepes wurde bereits zuvor im Rahmen der Cloacas-Untersuchung verhaftet, weil er Leire Díez unterstützt hatte, die mit dem ehemaligen PSOE-Organisationssekretär Santos Cerdán zusammenarbeitete, um Ermittlungen zu behindern, die der Regierung und der Partei schadeten. Pedraz' Entscheidung folgt auf ein früheres Urteil des Richters Antonio Piña vom Januar, der bereits die Eröffnung eines Prozesses gegen Rivas wegen eines separaten Kraftstoffbetrugs in Höhe von 70 Millionen Euro über SKT Oil vorgeschlagen hatte.
Nächste Schritte
In seinem 43-seitigen Beschluss erklärte der Richter die Ermittlungen für abgeschlossen und leitete das Verfahren in ein abgekürztes Verfahren über. Neben den 16 Einzelpersonen schlägt Pedraz vor, 82 juristische Personen als zivilrechtlich haftbar zu benennen. Nach Abschluss der Instruktionsphase wird der Fall nun auf die formelle Prozessvorbereitung am Audiencia Nacional zusteuern.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- EL MUNDOPedraz propone juzgar por fraude en hidrocarburos al socio de Aldama que supuestamente puso el dinero en efectivo que se llevó a Ferraz
- EL PAÍSEl juez Pedraz propone juzgar al socio de Aldama por una segunda causa sobre fraude de hidrocarburos
- eldiario.esLa Audiencia Nacional propone juzgar al empresario Claudio Rivas y un capitán de la Guardia Civil por presunto fraude de hidrocarburos
- El ConfidencialPedraz propone juzgar a 16 personas por el fraude de 148 M por el IVA de hidrocarburos
- Santiago Pedraz
- Richter am Audiencia Nacional, der die Prozessführung anordnete
- Claudio Rivas
- Geschäftsmann, Eigentümer von Villafuel, Geschäftspartner von Víctor de Aldama, angeklagt wegen Kraftstoff-Umsatzsteuerbetrugs
- Juan Sánchez Yepes
- Hauptmann der Guardia Civil, ehemaliges Mitglied der Geldwäsche-Einheit der UCO, angeklagt wegen Weitergabe von Polizeigeheimnissen an das Netzwerk
- Víctor de Aldama
- Vermittler und Geschäftspartner von Rivas, in mehrere Korruptionsermittlungen verwickelt
- José Luis Ábalos
- Ehemaliger sozialistischer Minister, für den Rivas mutmaßlich eine Villa kaufte
- Leire Díez
- Figur im 'Cloacas'-Fall, beschuldigt der Zusammenarbeit zur Behinderung von Ermittlungen gegen die Regierung
- Santos Cerdán
- Ehemaliger PSOE-Organisationssekretär, erwähnt im Zusammenhang mit Bemühungen, Ermittlungen zu behindern
- Antonio Rodríguez Estepa
- Mutmaßlicher Anführer einer der drei kriminellen Gruppen des Betrugs
- Juan Simón Martínez
- Mutmaßlicher Anführer mit Kontrolle über die für den Betrug genutzten Kraftstoffbetreiber
- Javier García Pérez
- Mutmaßlicher Kopf einer zweiten Gruppe innerhalb der kriminellen Organisation
- Orte
- Madrid
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