
Griechisches Gericht vertagt Prozess gegen Mutter und Sohn, die beschuldigt werden, eine Rentnerin in Marathon vergraben zu haben
Ein Strafgericht in Griechenland hat den Prozess gegen eine 68-jährige Frau und ihren 36-jährigen Sohn vertagt, die beschuldigt werden, eine ältere Verwandte in ihrem Garten vergraben zu haben, um weiterhin deren Rente zu kassieren.
Vertagung der Gerichtsverhandlung
Ein griechisches Strafgericht hat den Prozess gegen eine 68-jährige Frau und ihren 36-jährigen Sohn vertagt, die beschuldigt werden, die sterblichen Überreste der 90-jährigen Mutter der Frau in Marathon versteckt zu haben. Beide Angeklagten wurden am 7. September 2026 mittags vor dem Einzelrichter-Strafgericht in Athen vorgeführt, wo ihnen vorgeworfen wird, gemeinsam eine Leiche auf welche Weise auch immer beseitigt zu haben. Die Richterbank vertagte das Verfahren bis Donnerstag, den 10. September 2026, um die Tochter der 68-jährigen Angeklagten persönlich als Zeugin zu laden. Die Tochter hatte zuvor bei den Strafverfolgungsbehörden eine offizielle Vermisstenanzeige für ihre Großmutter eingereicht, eine Meldung, die die Ermittlungen und die Entdeckung von Skelettresten auslöste, die in einem Schuppen und einem Gartenbereich auf dem Familiengrundstück vergraben waren. Beide Angeklagten wurden bis zum nächsten Verhandlungstermin aus der Haft entlassen.
Aussagen während der ersten Anhörung
Während des Gerichtstermins am 7. September 2026 befragte der vorsitzende Richter die 68-jährige Frau zur Anklage und ob sie die Verantwortung für die vorgeworfenen Taten übernehme. In ihren Antworten erklärte die Frau, sie hätten viele Dinge getan und sie habe schlechte Dinge getan. Als der vorsitzende Richter konkret fragte, wann ihre alte Mutter gestorben sei, antwortete die Angeklagte, sie könne sich nicht erinnern, und erklärte, die Situation sei schrecklich gewesen und ihre Mutter sei sehr alt gewesen. Auf die Frage nach den unmittelbar nach dem Tod ergriffenen Maßnahmen sagte die Frau dem Richter, sie hätten sie bewegt, damit sie nicht tot sei. Sie räumte vor Gericht auch ein, dass sie nach dem Tod die staatliche Rente der alten Frau bezogen habe, gab jedoch an, diese Zahlungen nicht mehr zu erhalten.
Aussage des Mitangeklagten und abgelehnte Begutachtung
Der 36-jährige Mitangeklagte sagte gemeinsam mit seiner Mutter aus und bestritt jede Beteiligung an oder Kenntnis von der Verbergung der Leiche seiner Großmutter. Er erklärte vor Gericht, es gehe ihm nicht gut, er verstehe nicht, was geschehe, und habe erst spät erfahren, dass seine Mutter weiterhin die Rente seiner Großmutter bezog. Bevor der Prozess vertagt wurde, beantragte die Verteidigung formell, dass das Gericht eine umfassende psychiatrische Begutachtung beider Angeklagten anordnen und das Verfahren bis zu deren Abschluss aussetzen möge. Der Anwalt argumentierte, die Kommunikation mit seinen Mandanten sei außergewöhnlich schwierig, und behauptete, ihnen fehle die geistige Fähigkeit, für die vorgeworfenen Taten zur Verantwortung gezogen zu werden. Das Gericht lehnte den Antrag auf psychiatrische Begutachtung ab, indem es der Empfehlung der Staatsanwaltschaft folgte.
Forensische Untersuchung und finanzielle Betrugsschwellen
Der Fall unterliegt weiteren Ermittlungen hinsichtlich möglichen Staatsbetrugs im Zusammenhang mit unberechtigten Rentenzahlungen. Ein spezialisierter forensischer Anthropologe wurde beauftragt, die geborgenen Skelettreste zu untersuchen, um das biologische Alter des Opfers zu bestimmen und das genaue Todesdatum und -jahr festzustellen. Die daraus resultierende forensische Zeitleiste wird den finanziellen Umfang der von den Angeklagten über die Zeit unrechtmäßig bezogenen Rentenleistungen bestimmen. Nach den griechischen Strafvorschriften für Betrug gegen den öffentlichen Sektor wird die Straftat zu einem Verbrechen (Felony) hochgestuft, wenn die betrügerisch erlangte Gesamtsumme 120.000 Euro übersteigt, während Summen unterhalb dieser Schwelle weiterhin als Vergehen (Misdemeanor) verfolgt werden.
- Die Angeklagten erscheinen vor dem Einzelrichter-Strafgericht, der Antrag auf Begutachtung wird abgelehnt, und die Anhörung wird vertagt.
- Geplante Wiederaufnahme des Prozesses zur Anhörung der Zeugin der Anzeigeerstatterin.
- Anthropologische Analyse der Skelettreste zur Bestimmung des Todesdatums und zur Bewertung der Rentenbetrugssummen.


