Regierung · Mailand, Rom und Turin

Proteste gegen Lebenshaltungskosten in Italien ziehen Tausende unter starker Polizeipräsenz an – Zusammenstöße in Bologna und Turin

Tausende Menschen sind am Samstag, 24. Oktober, in italienischen Städten gegen steigende Lebenshaltungskosten und Militärausgaben auf die Straße gegangen – eine Woche nach den Ausschreitungen in Mailand. Die Polizei nahm einen Mann fest, der die Gruppe angeführt haben soll, die zu den Protesten aufgerufen hatte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von rts.ch, La Razón, LaSexta und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Mailand, Rom, Turin, Bologna · Italien
Wie es dazu kam
  1. Am frühen NachmittagDemonstrationen weitgehend friedlich, in ersten Berichten von EL PAÍS waren keine gewalttätigen Gruppen zu sehen
  2. Ab 17.30 UhrIn Turin kommt es während eines genehmigten Marsches zu Handgemengen
  3. Kurz vor 18.00 UhrIn Bologna werden Steine und Flaschen auf die Polizei geworfen, Wasserwerfer werden eingesetzt, um die Menge zu zerstreuen

Proteste in italienischen Städten

Tausende Menschen, überwiegend junge, zogen am Samstag, 24. Oktober, durch Rom, Mailand, Turin, Neapel, Bologna und Florenz. Sie protestierten gegen steigende Lebenshaltungskosten, Wohnungspreise und Militärausgaben; auch Studierendengruppen, Lkw-Fahrer und Landwirte demonstrierten gegen Haushaltskürzungen. Die Märsche fanden unter starker Polizeipräsenz statt, eine Woche nach den Ausschreitungen und Plünderungen in Mailand am Samstag, 17. Oktober.

In Mailand zogen mehrere hundert Studierende unter Begleitung von Bereitschaftspolizei; RTS bezifferte die Menge in der Stadt auf etwa 3.000 Menschen, der Verkehr im Zentrum kam zum Erliegen. In Rom versammelte sich eine ähnlich große Zahl nahe dem Kolosseum und dem Bahnhof Termini, konfrontiert mit Reihen von Beamten in Schutzausrüstung. Einige Mailänder Geschäfte schlossen früher oder vernagelten ihre Schaufenster, andere blieben trotzig geöffnet, nachdem Bürgermeister Giuseppe Sala die Anwohner aufgefordert hatte, nicht in Panik zu verfallen.

Ein massives Sicherheitsaufgebot

Die Regierung entsandte 500 Fallschirmjäger der Brigade Folgore nach Mailand, wo zudem 1.400 Polizeibeamte im Einsatz waren. Hubschrauber kreisten über der Piazza del Duomo, Soldaten in Tarnkleidung patrouillierten in Gruppen, fünf Militärfahrzeuge und ein Wasserwerfer standen in der Nähe. Vor den Kundgebungen billigte die Regierung strengere Sicherheitsreformen sowie ein Dekret, das die Regeln für die Ingewahrsamnahme von Minderjährigen lockert und deren Eltern für Schäden bei Protesten mit Geldstrafen belegt. Die Polizei teilte mit, sie habe zuvor Dutzende Durchsuchungen durchgeführt. In Rom identifizierte die Polizei nach Angaben von La Razón mehr als 200 junge Menschen und brachte 63 von ihnen nach der Beschlagnahme von Sturmhauben, Masken, Spraydosen und Tarnmaterial auf Polizeiwachen. RTS berichtete, die Gewalt hinter den Reformen erinnere an Proteste in Frankreich.

Sicherheitskräfte im Einsatz in Mailand am Samstag, 24. Oktober
Polizeibeamte
1400
Fallschirmjäger der Folgore
500

Daten aus dem Artikeltext

Festnahme des mutmaßlichen Organisators

Innenminister Matteo Piantedosi meldete auf X die Festnahme eines 30-Jährigen in Mailand, der als mutmaßlicher Kopf der Bewegung des 17. Oktober gilt, die zu der Mobilisierung am Samstag aufgerufen hatte. EL PAÍS nannte seinen Namen: Youssef Siher, ein 30-jähriger freiberuflicher Journalist und Analyst italienisch-marokkanischer Herkunft, der für überregionale Zeitungen geschrieben hat. Ihm wird Aufstachelung zu Straftaten mit erschwerenden Umständen – terroristischer Zweck und Nutzung von Computermitteln – vorgeworfen; laut Polizei verfasste er die Botschaften der Gruppe in den sozialen Medien. Die Bewegung hatte mit Mobilisierungen in acht Städten gedroht, doch zeitweise verschwanden ihre Online-Aufrufe, ohne Uhrzeit oder Treffpunkt zu nennen. Laut LaSexta stoppte die Festnahme die Proteste nicht.

Zusammenstöße in Bologna und Turin

Erste Berichte am Nachmittag beschrieben die Lage als ruhig, gewalttätige Gruppen waren zunächst nicht zu sehen, und EL PAÍS schrieb, die Polizei befürchte Überraschungszwischenfälle. Ab 17.30 Uhr stieg die Spannung in Turin während eines genehmigten Marsches, es kam zu Handgemengen mit der Bereitschaftspolizei, und Demonstranten verbrannten ein großes Foto von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. In Bologna wurde eine friedlich begonnene Versammlung kurz vor 18.00 Uhr Ortszeit gewaltsam, als Demonstranten Steine und Flaschen auf Beamte warfen, die mit Wasserwerfern antworteten. Kleine Gruppen in Rom versuchten, ins Kolosseum zu gelangen, und wurden vom Sicherheitspersonal des Geländes zurückgedrängt; ähnliche Episoden wurden aus Mailand, Bologna und Florenz gemeldet.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen