Regierung · Kinshasa
Tödliche Zusammenstöße in Kinshasa nach Auflösung eines Sitzstreiks der Opposition gegen Verfassungsreform
Mindestens zwei Menschen starben und Hunderte wurden am Freitag in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo verletzt, als Sicherheitskräfte einen Sitzstreik der Oppositionskoalition C64 auflösten; eine Menschenrechts-NGO spricht von vier Toten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von RFI, France 24, La Libre.be und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Menschenrechts-NGO Dignité humaine meldet vier Tote, 304 Leichtverletzte und 32 Schwerverletzte; die Deutsche Welle gab die vorläufige Zahl der Toten mit zwei an.
Martin Fayulu, Delly Sesanga und Jean-Marc Kabund wurden verletzt; eine regierungsfreundliche Miliz verwüstete die Büros der Ecidé-Partei, während die Polizei zusah.
Ein Gesetzentwurf, der ein Referendum über eine Verfassungsänderung ermöglicht, wurde in der Nationalversammlung verabschiedet und veranlasste die Oppositionskoalition C64, sich gegen das zu mobilisieren, was sie als Machtergreifung bezeichnet.
Der ehemalige Präsident forderte jede Familie und jedes Dorf auf, eine 'Zelle des zivilen Widerstands' zu werden, und warnte vor einem Risiko der 'Sudanisierung'.
- 12.06.Führer versuchen, zum Parlament zu marschieren; Tränengas eingesetzt und Zusammenstöße brechen aus
- 12.06.Fayulu, Sesanga, Kabund verletzt; Ecidé-Zentrale von regierungsfreundlicher Miliz verwüstet
- 12.06.NGO Dignité humaine meldet 4 Tote und Hunderte Verletzte; DW meldet 2 Tote
Massenauflösung fordert Tote und Verletzte
Die Polizei setzte am frühen 12. Juni Anti-Aufruhr-Fahrzeuge rund um das Parlamentsgebäude in Kinshasa ein und blockierte den Zugang Stunden vor dem geplanten Sitzstreik der C64-Koalition. Oppositionsanhänger versammelten sich in der Parteizentrale einige hundert Meter entfernt, doch als die Führer gegen Mittag versuchten, zum Parlament zu marschieren, brachen Zusammenstöße aus. Beamte setzten Tränengas ein, nachdem Demonstranten mit regierungsfreundlichen Aktivisten aneinandergeraten waren, und dicker Rauch zog über den Boulevard Lumumba. Die Menschenrechts-NGO Dignité humaine berichtete von mindestens vier Toten, 304 Leichtverletzten und 32 Schwerverletzten. Die Deutsche Welle sprach unter Berufung auf eine vorläufige Bilanz von zwei Toten. Unter den Verletzten waren prominente Oppositionsführer Martin Fayulu, Delly Sesanga und Jean-Marc Kabund sowie Ados Ndombasi.
Oppositionszentrale angegriffen
Stunden nach der Auflösung zeigten Videoaufnahmen bewaffnete Männer, die sich als Mitglieder der Force du Progrès social identifizierten, einer mit Präsident Félix Tshisekedis UDPS-Partei verbundenen Miliz, wie sie die Zentrale von Fayulus Ecidé-Partei verwüsteten. Die Angreifer zerstörten Eigentum in Anwesenheit von Sicherheitskräften, die nicht eingriffen.
„Wir hielten einen politischen Morgen in unserer Zentrale ab, als wir die Ankunft von Mitgliedern der Force du Progrès sowie von Soldaten bemerkten. Sie kamen, um uns anzugreifen, obwohl wir keine gewaltsame Aktion unternommen hatten. Unsere einzige Schuld ist es, Nein zu einer Verfassungsänderung zu sagen.“
Verfassungskampf verschärft sich
Oppositionsparteien werfen Tshisekedi vor, eine dritte Amtszeit anzustreben, die die derzeitige Verfassung verbietet. Ein am 9. Juni von der Nationalversammlung mit 348 Stimmen dafür und zwei dagegen verabschiedeter Gesetzentwurf würde ein Referendum über eine Verfassungsänderung im Falle einer „schwerwiegenden Funktionsstörung“ ermöglichen, die die staatlichen Institutionen lahmlegt. Tshisekedi, 62, ist seit 2019 an der Macht und soll seine zweite Amtszeit 2028 beenden; er hat gesagt, er würde eine dritte Amtszeit akzeptieren, wenn sie durch ein Referendum gebilligt wird. Die im Mai gegründete Oppositionskoalition C64 bezeichnet den Reformplan als „ernsthafte Bedrohung“ der Stabilität.
„Jede Familie, jedes Viertel, jedes Dorf muss zu einer Zelle des zivilen Widerstands werden.“
Der ehemalige Präsident Joseph Kabila warnte in einer von kongolesischen Medien verbreiteten Botschaft vor einem Risiko der „Sudanisierung“ und berief sich auf Artikel 64 der Verfassung, um die Bürger aufzufordern, die verfassungsmäßige Ordnung zu verteidigen.
Kirchenvermittlung und ein unsicherer Dialog
Inmitten der Polarisierung stimmte die Kirche Christi im Kongo (ECC) während einer außerordentlichen Sitzung in Kinshasa grundsätzlich einer Verfassungsreform zu, bestand jedoch darauf, dass diese nur im Rahmen eines inklusiven, friedlichen nationalen Dialogs stattfinden dürfe. Die ECC bezeichnete die Verfassung als einen Pakt des kollektiven Überlebens. Oppositionsvertreter äußerten Vorbehalte und betrachteten die Position der Kirche als mehrdeutig und möglicherweise als Legitimierung eines Machtgriffs.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- RFILa Une de la presse cette semaine à Kinshasa - À la Une: Joseph Kabila appelle les Congolais à défendre l'ordre constitutionnel
- France 24Journal de l'Afrique - RD Congo: Martin Fayulu blessé dans des affrontements au sit-in contre la réforme constitutionnelle
- France 24RDC : Fayulu et Sesanga blessés, l'opposition dénonce une dérive du pouvoir
- La Libre.beÀ Kinshasa, une manifestation de l'opposition réprimée dans le sang
- Félix Tshisekedi
- Präsident der Demokratischen Republik Kongo, der beschuldigt wird, durch Verfassungsänderungen eine dritte Amtszeit anzustreben
- Martin Fayulu
- Oppositionsführer und Zweitplatzierter der Präsidentschaftswahl 2018, verletzt während des Protests am 12. Juni
- Joseph Kabila
- Ehemaliger Präsident der DR Kongo, rief zum zivilen Widerstand gegen die Verfassungsreform auf
- Delly Sesanga
- Oppositionspolitiker, verletzt bei den Zusammenstößen in Kinshasa
- Jean-Marc Kabund
- Oppositionspolitiker, verletzt bei den Zusammenstößen in Kinshasa
- Trésor Kandolo Kadjemba
- Oppositionsaktivist, der den Angriff auf die Zentrale seiner Partei beschrieb
- Ados Ndombasi
- Oppositionsfigur, verletzt bei den Zusammenstößen, laut Deutscher Welle
- Orte
- Kinshasa
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