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Wirtschaft·vor 3 Std.

Proteinpulverpreise steigen um bis zu 60 Prozent – Nachfrage nach Abnehmspritzen belastet Molkeangebot

Die Preise für Molkenproteinpulver sind seit Januar um 40 bis 60 Prozent gestiegen – angetrieben von der boomenden Nachfrage von Personen, die Abnehmspritzen nutzen, und einer strukturellen Verknappung des globalen Molkemarktes, wie Analysten des deutschen Agrarmarkts berichten.

Der Einzelhandelsmarkt für proteinreiche Produkte hat sich in den letzten Jahren stark ausgeweitet, doch Verbraucher stehen nun vor starken Preiserhöhungen und zeitweiligen Engpässen. Laut Marktforscher YouGov kauften im jüngsten Zeitraum 4,6 Millionen Haushalte in Deutschland mindestens einmal Proteinpulver – ein Sprung von 66 Prozent innerhalb eines einzigen Jahres. Der Trend wird vor allem von Verbrauchern getragen, die zwischen 1982 und 2011 geboren wurden.

Nachfrageschub und der Effekt der Abnehmspritzen

Kerstin Keunecke, Leiterin des Bereichs Milchwirtschaft der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), erklärte, dass die starke Nachfrage und veränderte Ernährungsgewohnheiten die Preise seit Januar in die Höhe getrieben haben. Proteinreiche Produkte sind sowohl bei Sportlern als auch bei Menschen, die eine proteinreiche, kalorienkontrollierte Diät verfolgen, begehrt. Die Nachfrage ist besonders in den Vereinigten Staaten stark gestiegen, unter anderem als Folge von Medikamenten wie der Abnehmspritze.

Es führt zu einem verminderten Hungergefühl und hilft so bei der Gewichtsreduktion.

Patienten wird empfohlen, eine proteinreiche Diät einzuhalten, um dem Muskelabbau während der Gewichtsabnahme entgegenzuwirken.

Molkeangebot kann nicht Schritt halten

Auf der Angebotsseite kann Molke – ein Nebenprodukt der Käseherstellung – nicht beliebig ausgeweitet werden. Ein Sprecher von The Quality Group, dem Unternehmen hinter den Marken More Nutrition und ESN, sagte, dass Verarbeiter um denselben Rohstoff konkurrieren. Höherwertige Proteinkonzentrate wie WPC und WPI sind besonders knapp.

Wir sehen derzeit keinen rein kurzfristigen Preisschub, sondern eine Marktkorrektur in einem strukturell engeren Molkenproteinmarkt.

The Quality Group spokesperson

Branchenreaktion: Investitionen und Kostendruck

Der Molkereikonzern DMK hat seine Produktionskapazität bereits erweitert und investiert rund 26 Millionen Euro in eine neue Anlage zur Molkenproteinherstellung in Edewecht, Niedersachsen. Das Unternehmen machte jedoch wenig Hoffnung auf fallende Preise. Eine DMK-Sprecherin sagte, dass das Unternehmen und die Landwirte in vielen Bereichen steigende Kosten erlebten und Investitionen in Technologie und Know-how nötig seien.

Unternehmen müssen all dies tragen, um zukunftsfähig zu bleiben.

DMK spokesperson

Verfügbarkeit im Handel und allgemeine Proteinverknappung

Auf Handelsebene teilte ein Rewe-Sprecher mit, dass einige Proteinpulver-Marken derzeit Phasen eingeschränkter Verfügbarkeit durchliefen, während die Drogeriekette dm mitteilte, dass es bei besonders stark nachgefragten Artikeln zu „vereinzelten, temporären Lieferengpässen“ kommen könne. Der Protein-Hype trifft auch andere proteinreiche Lebensmittel: Skyr und Tofu waren in den letzten Monaten wiederholt knapp und zeitweise nur eingeschränkt erhältlich.

Edewecht · Berlin · New York

2 Quellen

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