
Merz stellt CDU und Kabinett neu auf: Franziska Hoppermann wird Generalsekretärin, Linnemann wechselt ins Gesundheitsministerium
Bundeskanzler Friedrich Merz schlug die derzeitige Bundesschatzmeisterin am Montag dem CDU-Präsidium vor – Teil eines größeren Personalpakets, ausgelöst durch den Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender.
Die neue Generalsekretärin
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz schlug Franziska Hoppermann am Montag in einer Präsidiumssitzung in Berlin als neue Generalsekretärin der Partei vor. Die 44-jährige Hamburger Bundestagsabgeordnete, die seit 2025 CDU-Bundesschatzmeisterin ist, soll Carsten Linnemann nachfolgen. Linnemann ist als Bundesgesundheitsminister vorgesehen. Hoppermann ist die dritte Frau in diesem Amt, nach Angela Merkel (1998 bis 2000) und Annegret Kramp-Karrenbauer (Februar bis Dezember 2018).
Schon als Kind habe ich meinen Großvater bewundert, der lange Jahre Bundestagsabgeordneter gewesen war.
Hoppermann trat 1998 in die Junge Union und ein Jahr später in die CDU ein. Seit 2022 gehört sie dem Bundesvorstand der Partei an und zog 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek in den Bundestag ein. Im Parlament sitzt sie im Haushaltsausschuss und im Digitalausschuss und leitet die Corona-Untersuchungskommission, die die Pandemievorsorge Deutschlands verbessern soll. In Hamburg führt sie die Frauen-Union und war von 2004 bis zu ihrer Wahl in den Bundestag Mitglied der Bezirksversammlung Wandsbek.
Eine größere Kabinettsumbildung
Die Ernennung der Generalsekretärin ist Teil eines größeren Personalpakets, das Merz seit dem Rücktritt des Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn vor etwas mehr als einer Woche schnürt. Thorsten Frei, derzeit Chef des Bundeskanzleramts, soll voraussichtlich am Mittwoch zu Spahns Nachfolger gewählt werden. Gesundheitsministerin Nina Warken wechselt in Freis Kanzleramtsrolle und macht damit Platz für Linnemann im Gesundheitsministerium.
Weitere Veränderungen zeichnen sich in den Ministerien ab. Gitta Connemann, derzeit Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, wechselt in gleicher Funktion ins Digitalministerium. Ihr Nachfolger im Wirtschaftsministerium wird Johannes Steiniger, CDU-Generalsekretär aus Rheinland-Pfalz – ein Schritt, der auch als Ausgleich für die geplante Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder aus demselben Bundesland gesehen wird. Christiane Schenderlein, Sport-Staatsministerin im Kanzleramt, wird Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium und löst damit Tino Sorge ab. Ihr Nachfolger im Kanzleramt steht noch nicht fest. Schenderleins Weggang aus dem Kanzleramt war seit mehreren Tagen bekannt und hatte scharfe Kritik von CDU-Landesverbänden in Ostdeutschland ausgelöst.
Was die Rolle verlangt
Als Generalsekretärin wird Hoppermann die Parteizentrale im Konrad-Adenauer-Haus leiten, die Gliederungen koordinieren und Wahlkämpfe organisieren. Die übliche 100-Tage-Schonfrist für Politiker in neuen Ämtern wird es nicht geben: Bereits im September sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin angesetzt. Hoppermanns zweite große Leidenschaft neben der Politik ist die klassische Musik. Sie begann mit vier Jahren Klavier zu spielen, später kam das Cello hinzu, und sie singt als Solistin und in Kammerchören – allerdings dürfte die Doppelbelastung aus Abgeordnetenmandat und Generalsekretärsamt dafür weniger Zeit lassen.
Frauen in der CDU
Mit der Wahl Hoppermanns stärkt Merz die Position der Frauen in einer Partei, in der sie trotz einer auf dem Bundesparteitag 2022 beschlossenen Frauenquote unter den Mitgliedern und in den Parlamenten weiterhin unterrepräsentiert sind. Hoppermann war Merz' Wunschkandidatin für das Schatzmeisteramt geworden, nachdem Julia Klöckner den Posten nach der Bundestagswahl im Februar 2025 geräumt hatte, um Bundestagspräsidentin zu werden.
- Jens Spahn tritt als CDU-Fraktionsvorsitzender zurück.
- Merz schlägt Franziska Hoppermann als neue CDU-Generalsekretärin vor.
- Thorsten Frei soll zum Fraktionsvorsitzenden gewählt werden.
- Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.


