
William Orbit, Produzent hinter Madonnas Ray of Light, mit 69 Jahren gestorben
Der Grammy-prämierte britische Produzent William Orbit, der Madonnas Karriere mit dem Album Ray of Light von 1998 wiederbelebte, starb am 23. Juli im Alter von 69 Jahren in seinem Londoner Zuhause. Madonna würdigte ihn auf Instagram und nannte ihn ihren ‚Ray of Light‘.
Tod bekannt gegeben
William Orbit, der Grammy-prämierte britische Produzent mit bürgerlichem Namen William Mark Wainwright, starb am 23. Juli 2026 im Alter von 69 Jahren in seinem Londoner Zuhause. Seine Familie gab den Tod „mit tiefer Trauer“ am Freitag, den 7. August, über seine Website und seine Instagram-Seite bekannt. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Geboren am 15. Dezember 1956 in London, verließ Orbit die Schule mit 16 Jahren und begann zwischen London und Paris Gitarre zu spielen, bevor er 1980 zusammen mit Laurie Mayer und Grant Gilbert die Synthie-Pop-Gruppe Torch Song gründete. Die Band baute ein Studio in einer besetzten Schule auf und veröffentlichte Dance-Tracks, darunter „Prepare to Energize“ (1983), ein kleinerer Hit in den britischen Dance-Charts.
Die Zusammenarbeit an Ray of Light
Orbit verbrachte fast zwei Jahrzehnte in obskuren Winkeln der elektronischen Musik und baute sich mit seiner Strange-Cargo-Albumreihe und Remixes von Künstlern wie Peter Gabriel und Depeche Mode eine kleine Fangemeinde auf. Sein Glück wendete sich Ende seiner Dreißiger, als Madonna, die nach zwei weniger erfolgreichen Alben („Erotica“ 1992 und „Bedtime Stories“ 1994) nach einem neuen Sound suchte, ihn anrief. Das Ergebnis war „Ray of Light“, das 1998 erschien und Ambient-Techno, Trip-Hop und Pop mit üppigen Synthesizern und komplexen, in der Londoner Clubszene verwurzelten Beats verschmolz. Das Album brachte Hits wie „Frozen“, „The Power of Good-Bye“ und den Titeltrack hervor und erhielt sechs Grammy-Nominierungen. Je nach Quelle gewann es drei oder vier Grammy Awards. Zwei der Preise, für das beste Popalbum und die beste Dance-Aufnahme, wurden mit Orbit geteilt.
- Geboren in London
- Gründung von Torch Song mit Laurie Mayer und Grant Gilbert
- „Prepare to Energize“ als kleinerer UK-Dance-Hit veröffentlicht
- Strange Cargo III veröffentlicht
- Strange Cargo Hinterland veröffentlicht
- Madonnas Album Ray of Light veröffentlicht
- Grammy-Gewinne für Ray of Light; Blurs '13' veröffentlicht
- Grammy-Gewinn für „Beautiful Stranger“; Zusammenarbeit mit Madonna an „Music“
- Zusammenarbeit mit Madonna an „MDNA“ (sechs Songs)
- Letztes Soloalbum „The Painter“ veröffentlicht
- Im Alter von 69 Jahren zu Hause in London gestorben
Karriere über Madonna hinaus
Nach dem Erfolg von „Ray of Light“ produzierte Orbit das von der Kritik gefeierte Album „13“ (1999) für Blur. Er arbeitete mit All Saints an „Pure Shore“, das in Großbritannien die Nummer eins erreichte, und mit U2, Britney Spears, Pink und No Doubt. Er arbeitete weiterhin mit Madonna an drei Songs für ihr Album „Music“ (2000) und sechs Songs für ihr Album „MDNA“ (2012). Gemeinsam gewannen er und Madonna im Jahr 2000 einen Grammy für den besten Song für visuelle Medien für „Beautiful Stranger“ aus dem Film „Austin Powers: The Spy Who Shagged Me“. Orbit veröffentlichte über zehn Soloalben, die Ambient, Elektronik und neu interpretierte klassische Musik umfassen. Sein letztes Soloalbum, „The Painter“, wurde 2022 veröffentlicht.
Madonnas Würdigung
Am Samstag, den 8. August, veröffentlichte Madonna auf Instagram eine ausführliche Würdigung, begleitet von Aufnahmen aus dem Musikvideo zu „Ray of Light“ und einem Clip, in dem die beiden 1999 gemeinsam einen Grammy entgegennehmen.
Ich hatte eine Eingebung, als ich dich traf und anfing, mit dir zu arbeiten. Mir wurde klar, dass Musik nicht in Kategorien oder Genres passen musste. Also erschufen wir unsere eigenen.
Sie beschrieb, wie sie schweigend im Studio saß und darauf wartete, dass Orbits Ideen aus seiner Tastatur oder Gitarre hervortraten, und schrieb ihm zu, dass er sie dazu drängte, auf eine Weise zu singen und zu schreiben, wie sie es nie zuvor getan hatte. „In vielerlei Hinsicht warst du mein Ray of Light“, schrieb sie und verglich ihn mit ihrer Tochter Lola, die um die gleiche Zeit geboren wurde.
Leb wohl, William Orbit. Ich hatte so großes Glück, dich kennengelernt zu haben und mit dir durch das Kaninchenloch gefallen zu sein.
Persönliche Probleme
De Volkskrant berichtete, dass Orbit trotz seines künstlerischen Erfolgs persönlich zu kämpfen hatte. Im Alter von 61 Jahren habe er sich angeblich Drogen zugewandt, um neue Aufregung zu suchen, sei süchtig geworden und um 2020 in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden. Er wuchs in einer armen Familie in Palmers Green auf, lebte in besetzten Häusern und überlebte, wie er selbst beschrieb, von Schokoriegeln und LSD. Seine Strange-Cargo-Alben, insbesondere „Strange Cargo III“ (1993) und „Strange Cargo Hinterland“ (1995), ernteten in Musikkreisen Bewunderung für ihre Mischung aus Ambient, Dub und akustischen Elementen.


