
Deutscher Tankrabatt läuft aus, aber die 12-Uhr-Regel verzögert Preissprung auf Mittwoch Mittag – aus Angst vor Shitstorms
Der deutsche Tankrabatt läuft in der Nacht zum 30. Juni aus, doch der Preisanstieg von 16,7 Cent wird die Zapfsäulen aufgrund der 12-Uhr-Regel und der Angst der Ölkonzerne vor Shitstorms in den sozialen Medien voraussichtlich erst am Mittag des 1. Juli erreichen.
Ende des zweimonatigen Tankrabatts
Nach zwei Monaten läuft der Tankrabatt der Bundesregierung um Mitternacht des 30. Juni aus. Die am 1. Mai eingeführte Maßnahme zur Abfederung der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Spritpreise senkte die Energiesteuer und Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel. Mit dem Auslaufen des Rabatts kehrt die Steuerbelastung auf das vorherige Niveau zurück, was inklusive Mehrwertsteuer einen Aufschlag von rund 16,7 Cent pro Liter bedeutet. ADAC-Kraftstoffexperte Christian Laberer sagte dem Spiegel:
Es ist zu befürchten, dass die Preise um etwa diesen Betrag steigen werden.
Warum der Preissprung verzögert wird
Trotz des Mitternachts-Ablaufs werden Autofahrer die höheren Preise an der Zapfsäule erst am Mittwoch Mittag sehen. Die deutsche 12-Uhr-Regel beschränkt Preiserhöhungen auf die Mittagsstunde. Der bft-Verband unabhängiger Tankstellen erwartet, dass die Erhöhung am 1. Juli um 12:00 Uhr in Kraft tritt, da die großen Ölkonzerne kein Risiko für Shitstorms in den sozialen Medien eingehen wollen.
Einige Tankstellen könnten die Preise am 30. Juni mittags leicht anheben oder die üblichen nachmittäglichen Preissenkungen verlangsamen, der deutliche Sprung wird jedoch allgemein für den 1. Juli mittags erwartet.Eine Erhöhung bereits am Vortag um 12 Uhr ist nicht machbar, weil die großen Ölkonzerne es aus Angst vor Shitstorms nicht tun.
Verbrauchertipp: Vor dem 29. Juni tanken
Sowohl ADAC-Experten als auch verbraucherorientierte Medien raten dazu, spätestens am 29. Juni vollzutanken, um das Risiko vorzeitiger Preisanpassungen und langer Schlangen zu vermeiden.
Die günstigste Zeit zum Tanken bleibt der späte Vormittag, kurz vor dem täglichen 12-Uhr-Aufschlag. Weitere Spartipps aus dem Focus-Magazin umfassen Preisvergleiche, Tanken nach 20 Uhr und das Meiden von Autobahntankstellen, wo die Aufschläge durchschnittlich 20-30 Cent pro Liter betragen.Mit dem 29. Juni liegt man wahrscheinlich auf der sicheren Seite.
Finanzielle Auswirkungen und Kosten für den Staat
Das Finanzministerium schätzte die Kosten des zweimonatigen Rabatts für den Bundeshaushalt auf rund 1,6 Milliarden Euro. Für einen typischen Diesel-Pkw mit einer Jahresfahrleistung von 17.000 km beliefen sich die Ersparnisse im Zeitraum auf rund 33 Euro, während ein Benzinfahrer mit 9.500 km etwa 21 Euro sparte. Die Monopolkommission stellte fest, dass 100-200 Millionen Euro der Steuersenkung nicht bei den Verbrauchern ankamen, was Fragen zur Weitergabe aufwirft.
- Tankrabatt eingeführt während des Iran-Krieges
- ADAC rät Autofahrern, bis heute vollzutanken
- Steuervergünstigung läuft um Mitternacht rechtlich aus
- Erwarteter Preisanstieg von rund 16,7 Cent pro Liter aufgrund der 12-Uhr-Regel
Politische Kluft über nächste Schritte
Eine unmittelbare Anschlussentlastung ist nicht geplant. Sepp Müller (CDU), Leiter des Energie-Arbeitsstabs der Koalition, sagte:
Stattdessen investiert die Regierung in eine Einkommensteuerreform, die für den 1. Januar 2027 geplant ist. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schlug eine Dieselsteuersenkung für die Logistikbranche vor, lehnte jedoch eine staatlich verordnete Spritpreisbremse ab. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Armand Zorn konterte:Der Steuer-Euro kann nur einmal ausgegeben werden.
Eine von dpa in Auftrag gegebene YouGov-Umfrage ergab, dass 49 % der Befragten weitere Entlastungsmaßnahmen „auf jeden Fall“ befürworten, weitere 21 % sagen „eher ja“, während 22 % sie für unangemessen halten.Ich halte die Einführung einer Spritpreisbremse nach Luxemburger Modell für sinnvoll. Wir müssen die Gewinnmargen der Mineralölindustrie begrenzen.
- Auf jeden Fall
- 49 %
- Eher ja
- 21 %
- Nicht angemessen
- 22 %


