
Portugals Schiedsrichterchef Luciano Gonçalves bestreitet Vorwürfe der Absprache mit Schiedsrichtern
Der Präsident des Schiedsrichterrates, Luciano Gonçalves, wies am Samstag Vorwürfe zurück, er habe Schiedsrichteransetzungen mit Vereinsverantwortlichen abgestimmt, während eine laufende gerichtliche Untersuchung des portugiesischen Schiedsrichterwesens stattfindet.
Bestreitung der Manipulation von Schiedsrichteransetzungen
Luciano Gonçalves, der Präsident des Schiedsrichterrates des Portugiesischen Fußballverbandes (FPF), gab am 19. September 2026 eine formelle Erklärung ab, in der er die Vorwürfe zurückwies, er habe Schiedsrichteransetzungen mit Fußballvereinen oder Vereinspräsidenten unangemessen abgestimmt. Die Erklärung reagierte auf portugiesische Medienberichte der vorangegangenen Tage, die sein berufliches Verhalten und seine Integrität in Frage stellten. Gonçalves betonte, dass er während seiner Amtszeit als Ratsvorsitzender niemals die Grenzen professioneller Beziehungen zur Vereinsführung überschritten habe. Er bestritt ausdrücklich, jemals Vorschüsse erhalten, finanzielle Boni oder Geschenke angenommen oder persönliche Ausgaben, Wochenendreisen und Urlaube von Vereinsfunktionären finanziert bekommen zu haben. Er bekräftigte, dass er weiterhin zur Verfügung stehe, um die Behörden bei Ermittlungen zu unterstützen, und gleichzeitig rechtliche Schritte gegen diejenigen einleite, die verleumderische Behauptungen aufstellten.
Ich habe niemals die Ansetzung eines Schiedsrichters mit einem Präsidenten eines Vereins vereinbart. Ich habe von keinem Verein jemals eine Vergütung erhalten. Ich habe niemals eine Zuwendung, finanziell oder anderweitig, von einem Verein angenommen, noch wurde mir eine solche versprochen.
Whistleblower-Bericht und gerichtliche Ermittlungen
Die Überprüfung der Schiedsrichterführung geht auf Ereignisse Ende Juni 2026 zurück, als der ehemalige Schiedsrichter Duarte Gomes unerwartet von seinem Posten als Nationaler Technischer Direktor für Schiedsrichterwesen des FPF zurücktrat. Gomes erklärte damals, er habe sensible Informationen erhalten, die erhebliche institutionelle Bedenken aufwarfen. Die Vorwürfe legten nahe, dass Gonçalves vorab Informationen über bevorstehende Schiedsrichteransetzungen weitergegeben und vor einem Spiel der Saison 2025/26 der Primeira Liga eine Nachricht an einen Schiedsrichter gesendet habe. Nach dem Rücktritt und dem Auftauchen dieser Behauptungen leitete der Portugiesische Fußballverband die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft (Ministério Público) weiter. Eine gerichtliche Untersuchung ist noch im Gange, während der Justizrat des Verbandes ebenfalls interne Verfahren eingeleitet hat.
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Plenarsitzung des Schiedsrichterrates und interne Solidarität
Am Nachmittag des 19. September 2026 berief Gonçalves eine Plenarsitzung des Schiedsrichterrates ein, um die operative Situation und die öffentlichen Vorwürfe zu erörtern. Minuten nach der Veröffentlichung seiner persönlichen Erklärung veröffentlichten die Mitglieder des Schiedsrichterrates eine gemeinsame Mitteilung, in der sie ihre vollständige institutionelle und persönliche Unterstützung für ihren Präsidenten bekundeten. Gonçalves war zuvor Präsident des Portugiesischen Verbandes der Fußballschiedsrichter (APAF), bevor er in den Verband berufen wurde. In seiner Mitteilung hielt er daran fest, dass die Vorwürfe Teil einer orchestrierten Kampagne seien, die darauf abziele, seine Führung zu untergraben.
Die gegen mich gerichteten Andeutungen sind völlig falsch und werden von einer orchestrierten Kampagne mit Zielen angetrieben, die, wie ich glaube, eines Tages aufgedeckt werden.
Interne Anweisung zur Schiedsrichtergenauigkeit
Der öffentlichen Verteidigung folgte ein interner Brief, den Gonçalves am 18. September 2026 an die portugiesischen Fußballschiedsrichter sandte, in dem er die Offiziellen aufforderte, angesichts der externen Überprüfung vereint zu bleiben. In dem von der Nachrichtenagentur Lusa erhaltenen Schreiben räumte Gonçalves ein, dass Medienkommentare zu Beginn der Saison Lärm um die Schiedsrichterei verursacht hätten. Er wies die Schiedsrichter an, äußere Ablenkungen zu ignorieren, Vertrauen in die Schiedsrichterstruktur zu bewahren und sich auf praktische Leistungskennzahlen zu konzentrieren. Gonçalves stellte fest, dass jeder Saisonbeginn Spielraum für technische Fortschritte biete, und bekräftigte sein volles Vertrauen in das Schiedsrichterteam.
Das Wichtigste ist, dass wir vereint bleiben, jeden Tag lernen und daran arbeiten, die Genauigkeit der Entscheidungen zu erhöhen und immer besser zu werden.


