
Montenegro schließt Sparpolitik aus, während Portugal 25-Cent-Kraftstoffrabatte einführt
In Esposende verteidigte Premierminister Luís Montenegro die Haushaltsdisziplin gegenüber Defizitausgaben und versprach 25-Cent-Kraftstoffrabatte sowie 38 Millionen Euro an gezielten sektoralen Hilfen.
Haushaltsdisziplin und der Vergleich mit Spanien
In Esposende, bei einer Ehrung der ehemaligen Minister João de Oliveira Martins und António Couto dos Santos, lehnte Premierminister Luís Montenegro Forderungen nach größeren staatlichen Interventionen gegen steigende Preise ab. Montenegro erklärte, dass übermäßige öffentliche Ausgaben die Kreditkosten erhöhen und die wirtschaftlichen Bedingungen wiederherstellen würden, die Portugal zuvor in die Sparpolitik gezwungen hatten. In seinen Ausführungen verglich der Regierungschef die Wirtschaftspolitik Portugals explizit mit der Spaniens und argumentierte, dass die spanischen Behörden höhere öffentliche Schulden und Defizite angehäuft hätten, während sie schwerere fiskalische Lasten auf Arbeit und Unternehmenseinkommen auferlegten. Montenegro betonte, dass er Portugals wirtschaftliche Position nicht gegen Spaniens Rahmen eintauschen würde.
Ich werde nicht der Vater der Sparpolitik sein, wirklich nicht, in keiner Weise. Ich bin hier, um mich um das Heute zu kümmern, aber auch um das Morgen, mit Ausgeglichenheit.
Montenegro hielt fest, dass vorübergehende politische Belohnungen durch überdimensionierte Subventionen letztlich zu Ausgabenkürzungen und wirtschaftlichen Opfern für portugiesische Familien führen würden.
Gezielte Hilfen für Kraftstoffkosten und Verkehrssektoren
Die portugiesische Regierung gestaltete ihre Reaktion auf die Lebenshaltungskosten als spezifische, kalibrierte Maßnahmen, um steigende Kraftstoffpreise zu bewältigen, ohne den Haushalt zu destabilisieren. Am Donnerstag genehmigte der Ministerrat 38 Millionen Euro an gezielten Finanzhilfen für Sektoren, die am stärksten von Energiekosten betroffen sind. Diese Zuweisungen decken Fracht- und Personentransportunternehmen, Taxis, freiwillige Feuerwehrleute und private soziale Solidaritätseinrichtungen (IPSS) ab. Zusätzlich zu den sektoralen Mitteln wird landesweit ein allgemeiner Kraftstoffrabatt in Kraft treten.
- Ministerrat genehmigt 38 Millionen Euro an Hilfen für kraftstoffexponierte Sektoren
- Luís Montenegro verteidigt Haushaltsgleichgewicht bei einer Rede in Esposende
- Allgemeiner Rabatt von 25 Cent pro Liter auf Benzin und Diesel tritt in Kraft
- Gesamtausgaben für alle Maßnahmen zur Entlastung der Lebenshaltungskosten erreichen 2.300 Millionen Euro
Im Rahmen der bevorstehenden Maßnahmen erhalten Autofahrer eine kumulative Ermäßigung von 25 Cent pro Liter auf Benzin und Diesel. Die Regierung führte außerdem einen ergänzenden Zuschuss von 10 Cent pro Liter für Agrardiesel und farbigen Diesel ein, um ländliche Produzenten und die Primärindustrie zu unterstützen.
- Allgemeiner Rabatt auf Benzin und Diesel
- 25 Cent
- Zusätzliche Unterstützung für Agrardiesel und farbigen Diesel
- 10 Cent
Einkommensmaßnahmen und Haushaltsstrategie
Über die kraftstoffspezifischen Interventionen hinaus ordnete Montenegro die Reaktion der Regierung in ein breiteres Paket von Steuersenkungen und Einkommensunterstützungsmechanismen ein. Die Koalitionsregierung aus Sozialdemokratischer Partei (PSD) und CDS-PP senkt zum fünften Mal die Einkommensteuer und gewährt zum dritten Mal in Folge einen außerordentlichen Rentenzuschlag. Montenegro betonte, dass die Wahrung ausgeglichener öffentlicher Finanzen der einzige gangbare Weg für das Land bleibe, seine Operationen zu finanzieren, ohne starke Zinserhöhungen zu erleben.
Wenn wir die Konten aus dem Gleichgewicht bringen, wenn wir zu voluntaristisch und nachlässig sind, wird Geld teurer, und wenn Geld teurer wird, muss es bezahlt werden.
Der Premierminister stellte fest, dass die Gesamtausgaben für Maßnahmen zur Lebenshaltungskosten, einschließlich des Solidaritäts-Gasflaschenprogramms und der Subventionen für Düngemittel und landwirtschaftliche Betriebsmittel, bis Ende 2026 voraussichtlich rund 2.300 Millionen Euro erreichen werden.
Marktstabilisierung und internationales Engagement
Angesichts der öffentlichen Frustration und der Beschwerden von Transportverbänden und Rettungsdiensten argumentierte Montenegro, dass keine staatliche Intervention die globalen Rohstoffpreiserhöhungen vollständig auslöschen könne. Der Premierminister stellte die Frage, ob zusätzliche fünf oder zehn Cent an sofortigen Subventionen es rechtfertigen würden, das Land größeren künftigen Rückzahlungen von 40 oder 50 Cent auszusetzen. Zur Ergänzung der inländischen Entlastung versprach Montenegro, dass Portugal seine diplomatischen Kanäle in internationalen Organisationen nutzen werde, um auf eine Preisstabilisierung auf den globalen Kraftstoffmärkten zu drängen. Er schloss mit der Bemerkung, dass die Wähler letztlich bewerten würden, ob der ausgewogene fiskalische Ansatz der Regierung den beabsichtigten Schutz der Kaufkraft der Haushalte gebracht habe.


