
Portugal lehnt Misstrauensantrag ab, Montenegro präsentiert Steuersenkung und Rentenbonus in Höhe von 800 Millionen Euro
Premierminister Luís Montenegro kündigte eine IRS-Senkung um 400 Millionen Euro und außerordentliche Rentenprämien in Höhe von 400 Millionen Euro an, während das Parlament einen von der Chega eingebrachten Misstrauensantrag ablehnte.
Misstrauensantrag im Parlament abgelehnt
Das portugiesische Parlament hat am 8. September 2026 einen Misstrauensantrag gegen die Regierung abgelehnt; nur die 60 Abgeordneten der rechten Chega-Partei stimmten dafür. Der Antrag wurde mit 104 Gegenstimmen von Demokratischer Allianz, Liberaler Initiative, Livre und PAN abgelehnt, während 62 Abgeordnete von Sozialistischer Partei, Kommunistischer Partei, Linksblock und JPP sich der Stimme enthielten. Chega-Chef André Ventura hatte die Initiative nach Kontroversen um Innenminister Luís Neves eingebracht und der Regierung institutionellen Verfall vorgeworfen. Nach der Ablehnung des Antrags standen Chega-Abgeordnete im Saal und riefen nach Neves’ Rücktritt. In seiner Eröffnungsrede in der Debatte lenkte Premierminister Luís Montenegro die Aufmerksamkeit auf die Wirtschaftspolitik, indem er zwei Entlastungsmaßnahmen für Haushalte im Gesamtwert von 800 Millionen Euro vorstellte.
- Gegen
- 104 Stimmen
- Enthaltung
- 62 Stimmen
- Dafür
- 60 Stimmen
Einkommensteuersenkung bis zur sechsten Steuerstufe
Die erste Maßnahme senkt die Einkommensteuer (IRS) in den ersten sechs Steuerstufen, die Jahreseinkommen bis zu 41.639 Euro umfassen, einschließlich der sechsten Stufe zwischen 28.400 und 41.639 Euro. Die Steuersenkung wird auf 400 Millionen Euro geschätzt und soll mehr als zwei Millionen Haushalte erreichen. Da Portugal eine progressive Steuerskala hat, senkt die Reduzierung in den unteren Stufen auch die Steuerlast für Steuerzahler in höheren Einkommensstufen. Die Regierung beabsichtigt, die Änderungen ab November 2026 auf die Lohnsteuertabellen anzuwenden, was sowohl die regulären Monatsgehälter als auch die traditionelle Weihnachtsgratifikation betrifft. Die Verwaltung stellte fest, dass niedrigere Abzüge sofortige Liquidität bieten, auch wenn die endgültigen Steuerverpflichtungen bei der jährlichen Steuererklärung im Frühjahr 2027 abgerechnet werden.
Die erste Maßnahme besteht darin, Rentnern einen außerordentlichen Zuschlag von bis zu 1.611,13 Euro zu gewähren, was einem Betrag von rund 400 Millionen Euro entspricht, der zusammen mit der Dezember-Rente ausgezahlt wird.
Außerordentlicher Rentenbonus im Dezember
Neben der Einkommensteueranpassung bestätigte Montenegro, dass mehr als zwei Millionen Rentner im Dezember 2026 einen außerordentlichen finanziellen Zuschlag erhalten werden. Die Rentenmaßnahme verursacht geschätzte Haushaltskosten von 400 Millionen Euro und gilt progressiv für Renten bis zu 1.611,13 Euro. Die Auszahlung war ursprünglich im Staatshaushalt 2026 in Abhängigkeit von den Haushaltsspielräumen vorgesehen. Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento deutete an, dass die Bonusstruktur dem Modell von 2025 entsprechen werde, das zwischen 100 und 200 Euro vorsah. Nach diesem gestaffelten System erhielten Renten bis zu 537,13 Euro 200 Euro, Renten zwischen 537,13 und 1.074,26 Euro 150 Euro und Renten von 1.074,26 bis 1.611,13 Euro 100 Euro. Der Ministerrat plant, beide Dekrete in seiner nächsten formellen Sitzung zu verabschieden.
- IRS-Steuersenkung
- 400 Mio. €
- Außerordentlicher Rentenzuschlag
- 400 Mio. €
Wirtschaftliche Auswirkungen und fiskalische Bilanz
Die vorgeschlagene Steuersenkung ist die fünfte IRS-Senkung unter Montenegro und die dritte aufeinanderfolgende Steuerrevision zur Jahresmitte seit 2024. Die Kosten von 400 Millionen Euro sind geringer als die Steuersenkung von 500 Millionen Euro im Jahr 2025. Finanzminister Miranda Sarmento hatte im März 2026 gewarnt, dass Steuersenkungen zur Jahresmitte aufgrund des öffentlichen Ausgabendrucks im Zusammenhang mit der Wiederaufbau nach Unwettern und Investitionen im Rahmen des Aufbau- und Resilienzplans schwieriger werden würden. Bei der Bewertung der Maßnahmen stellte der Ökonom José Moreira fest, dass die Übertragung von 800 Millionen Euro an die Haushalte die unmittelbaren Konsumausgaben und die Schuldentilgungskapazität stärke, insbesondere für einkommensschwächere Familien mit geringen Ersparnissen, während gleichzeitig der Haushaltsspielraum der Regierung für unvorhergesehene Verpflichtungen verengt werde.
Wir erleben eine sehr bedeutende Einkommensübertragung vom Staat an die Familien. Es sind 800 Millionen Euro, die dem Staat nicht mehr zur Verfügung stehen und direkt oder indirekt in die Einkommen der Menschen fließen.
