
Portugal erwirbt 13,7% Anteil am Netzbetreiber REN für 380 Millionen Euro
Parpública hat zugestimmt, von der spanischen Firma Pontegadea einen 13,7%igen Anteil am Netzbetreiber REN für 380 Millionen Euro zu kaufen und damit nach 12-jähriger Abstinenz das staatliche Eigentum an dem Unternehmen wiederherzustellen.
Übernahmebedingungen und Aktionärsstruktur
Die portugiesische Staatsholding Parpública hat vereinbart, von der spanischen Investmentgesellschaft Pontegadea Inversiones einen 13,7%igen Anteil an den Redes Energéticas Nacionais (REN) für 380 Millionen Euro zu erwerben. Pontegadea ist das private Investmentvehikel des Gründers der Einzelhandelskette Zara. Der Kaufpreis beinhaltet einen Aufschlag von 17%, was etwa 55 Millionen Euro entspricht, bezogen auf den Aktienkurs der REN vom 14. August 2026. Nach Abschluss der Transaktion wird der portugiesische Staat zum zweitgrößten Aktionär des Unternehmens, das die nationalen Strom- und Erdgastransportnetze Portugals betreibt. Die chinesische State Grid bleibt mit einem Anteil von 25% an dem Versorgungsunternehmen der größte Aktionär.
- State Grid (China)
- 25 %
- Parpública (Portugal)
- 13.7 %
Rechtfertigung der Regierung und regulatorische Aufsicht
Die Transaktionsbedingungen wurden am 21. August 2026 offiziell der portugiesischen Wertpapieraufsichtsbehörde CMVM mitgeteilt und dem Rechnungshof (Tribunal de Contas) zur obligatorischen Prüfung und Validierung vorgelegt. Minister der Regierung rechtfertigten den Bewertungsaufschlag von 17% mit dem erheblichen Aktienvolumen und den Marktpreissteigerungen, die bei einem Erwerb eines so großen Aktienpakets an der offenen Börse eingetreten wären. In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Ministerrates erläuterte der Minister für die Präsidentschaft, António Leitão Amaro, dass große bilaterale Transaktionen bei börsennotierten Unternehmen in der Regel Aufschläge über den historischen Durchschnittskursen beinhalten, um den erworbenen Einfluss auf die Unternehmensführung widerzuspiegeln.
In der Regel erfolgen sie auf der Grundlage historischer Aktienkurse zuzüglich einer Prämie X, die dann zwischen den Parteien vereinbart wird.
Leitão Amaro erklärte, dass die detaillierte finanzielle Prüfung beim Finanzministerium liege, während der Rechnungshof sein Aufsichtsverfahren durchführe.
Eigentumsmodelle für Übertragungsnetze in Europa
Der Deal beendet eine besondere Situation für Portugal im Europäischen Verband der Übertragungsnetzbetreiber für Elektrizität (ENTSO-E). Von den 36 im ENTSO-E vertretenen Ländern war Portugal das einzige, in dem der Staat keine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber hielt. Öffentliches Eigentum ist die übliche Struktur in europäischen Stromnetzen. Die Übertragungsnetzbetreiber sind vollständig in Staatsbesitz in Dänemark über Energinet, in Norwegen über Statnett, in Schweden über Svenska kraftnät sowie in Irland und Polen, während Frankreich über RTE ein öffentliches System unterhält. Andere Länder haben gemischte Eigentumsverhältnisse mit staatlicher Beteiligung, wie Spanien, wo die Staatsholding SEPI 20% an Redeia kontrolliert, sowie mehrheitliches Staatseigentum an Finnlands Fingrid und indirekte staatliche Beteiligungen am italienischen Terna.
Privatisierungsgeschichte und das Parpública-Portfolio
Der geplante Einstieg bringt den portugiesischen Staat nach mehr als einem Jahrzehnt außerhalb des Versorgungsunternehmens wieder in die Kapitalstruktur der REN zurück. Die vollständige Privatisierung des Netzbetreibers wurde 2014 unter der von Premierminister Pedro Passos Coelho geführten Koalitionsregierung aus PSD und CDS-PP abgeschlossen, als der Staat seine verbleibenden 11% Aktienanteile verkaufte. Nach dieser Vereinbarung reiht sich die REN in das von der Parpública verwaltete Portfolio ein, das Beteiligungen an 19 Unternehmen umfasst. Die Parpública besitzt neun Unternehmen vollständig, darunter den Wasserversorger AdP (Águas de Portugal), das Landwirtschaftsunternehmen Companhia das Lezírias und die Immobilienverwaltungsgesellschaft Estamo. Die Staatsverwaltung verwaltet zudem Minderheitsbeteiligungen, darunter einen 8,42%igen Anteil am Energieversorger Galp und einen 45%igen Anteil am Hospital da Cruz Vermelha.
- Hospital da Cruz Vermelha
- 45 %
- REN
- 13.7 %
- Galp
- 8.42 %


