
Bürgermeister von Porto und Sicherheitsgewerkschaft fordern Polizeieinsatz nach Gewalt im Nachtleben
Portos Bürgermeister Pedro Duarte und Vertreter der privaten Sicherheitsgewerkschaft haben nach einer Reihe von Übergriffen auf Touristen und Türsteher am Wochenende im Stadtteil Baixa ein Eingreifen der Regierung gefordert.
Gewalt im Nachtleben der Baixa
Vertreter privater Sicherheitsdienste und Stadtbeamte in Porto haben eine Zunahme von Gewaltverbrechen im nächtlichen Ausgehviertel Baixa und Movida gemeldet. Die Warnungen folgen auf Gewalt in den frühen Morgenstunden des Samstags, als eine Gruppe von sechs Touristen in der Gegend Galerias de Paris von Drogenhändlern ausgeraubt und verprügelt wurde. Später in derselben Nacht griff ein Gast vor der Bar Hora Extra einen Sicherheitsbeamten mit einem zerbrochenen Glas am Hals an. Cláudio Ferreira, Präsident der Einheitsgewerkschaft für private Sicherheit (SUSP), erklärte, dass es früher bei körperlichen Auseinandersetzungen um weniger schwere Zusammenstöße ging, Türsteher aber heute regelmäßig mit zerbrochenen Flaschen und Messern angegriffen werden.
Dort, in der Innenstadt von Porto, ist nicht nur die Zahl der Straftaten gestiegen, sondern auch ihre Schwere.
Verletzlichkeit des privaten Sicherheitspersonals
Ferreira, der 24 Jahre lang als Türsteher arbeitete, davon 12 Jahre im Galerias-Viertel, wies darauf hin, dass viele Vorfälle am Wochenende nicht erfasst werden, weil reisende Touristen die Stadt verlassen, ohne Anzeige zu erstatten. Er hob wiederkehrende Probleme hervor, darunter Gruppenprügeleien, versuchte sexuelle Übergriffe und der Straßenverkauf von gefälschten Drogen, die in Schlägereien ausarten, wenn die Käufer den Betrug bemerken. Laut der Gewerkschaft sinkt die Polizeipräsenz im Nachtleben über Nacht drastisch, und es gibt Zeiten, in denen nach 04:00 Uhr keine Beamten der Polícia de Segurança Pública (PSP) mehr sichtbar sind. Die Gewerkschaft hat offiziell ein dringendes Treffen mit dem Ministerium für Inneres beantragt, um die Arbeitsbedingungen zu besprechen. Ferreira fordert die Behörden auf, Angriffe auf private Sicherheitskräfte als Offizialdelikte einzustufen und die bürokratischen Hürden für nicht-tödliche Selbstverteidigungsausrüstung zu senken.
Kommunale Kritik an der staatlichen Polizeiarbeit
Portos Bürgermeister Pedro Duarte kritisierte am Dienstag die nationalen Behörden und bezeichnete die Sicherheitslücken in der Stadt als Staatsversagen. Duarte betonte, dass organisierte Gruppen, die die öffentliche Ordnung stören, bereits identifiziert seien, es aber an einer angemessenen polizeilichen Reaktion fehle. Er versicherte, dass Porto insgesamt eine sichere Stadt bleibe, bestand aber darauf, dass Anwohner und Touristen die Innenstadt ohne Angst nutzen können müssten. Der Bürgermeister warnte zudem, dass unkontrollierte öffentliche Unordnung den Tourismus in der Innenstadt negativ beeinträchtigen könnte.
Es ist inakzeptabel und unzulässig, dass es organisierte Gruppen gibt, die identifiziert sind und die öffentliche Ordnung stören, ohne dass die Behörden reagieren. Das ist ein Staatsversagen, das darf nicht passieren.
Operativer Sicherheitsplan und geplante Verstärkung
Um die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern, bereitet die Stadt Porto einen operativen Plan vor, der gemeinsam mit der PSP, der Stadtpolizei und anderen Kräften entwickelt wurde und Anfang September 2026 in Kraft treten soll. Die Stadtverwaltung arbeitet außerdem mit der kriminologischen Fakultät der juristischen Fakultät der Universität Porto zusammen, um eine Forschungsbasis gegen den Straßenhandel mit Drogen aufzubauen. Duarte verwies auf Zusagen der Zentralregierung vom Mai 2026, bis Jahresende 200 zusätzliche PSP-Beamte und 80 Stadtpolizisten bereitzustellen, deren Rekruten sich derzeit in der Ausbildung befinden. Die Stadtführung erklärte, sie werde die Zentralregierung weiterhin unter Druck setzen, bis diese zugesagten Verstärkungen eintreffen.
- PSP Metropolitankommando
- 200 Beamte
- Stadtpolizei Porto
- 80 Beamte
Ausbau der kommunalen Videoüberwachung
Die Stadt hat gleichzeitig die Videoüberwachung in wichtigen Stadtbereichen ausgebaut, um die Streifen zu unterstützen. Seit Juni 2023 ist in der Baixa ein Netz von 79 Sicherheitskameras in Betrieb, gefolgt von 117 Kameras, die Ende 2025 in Asprela, Campanhã, Estádio do Dragão, Pasteleira und Diogo Botelho installiert wurden. Im Juli 2026 leitete die Stadt technische Studien ein, um das Netz auf 25 weitere Standorte auszuweiten. Die Stadtverwaltung prüft zudem den Einsatz von Drohnen und speziellen Straßenpatrouillenfahrzeugen zur Unterstützung der Polizeieinheiten.
- Juni 2023 (Baixa)
- 79 Kameras
- Ende 2025 (Asprela, Campanhã und andere Gebiete)
- 117 Kameras


