
Polen prognostiziert 3,48 % Rentenerhöhung für 2027, die kleinste Anpassung seit 2019
Der vorläufige Vorschlag der Regierung sieht eine Anpassungsrate von mindestens 3,48 Prozent ab dem 1. März 2027 vor, womit die Ära der zweistelligen Anpassungen während der Inflationskrise endet.
Die polnische Regierung hat vorläufige Prognosen für die Rentenanpassung 2027 für Alters- und Erwerbsunfähigkeitsrenten gebilligt, die auf eine deutliche Verlangsamung des Leistungswachstums hindeuten. Der Ministerrat hat einen Vorschlag für den Sozialdialograt verabschiedet, der eine Erhöhung von mindestens 3,48 Prozent ab dem 1. März 2027 vorsieht. Falls bestätigt, wäre dies die geringste Anpassung seit 2019, als die Renten um 3,24 Prozent stiegen.
Warum die Erhöhung 2027 geringer ausfällt
Zwei Hauptfaktoren sind für die geringere Anpassung verantwortlich. Erstens ist die Gesamtinflation stark gesunken, was die Preiskomponente verringert, die die Sozialversicherungsanstalt (ZUS) ausgleichen muss. Zweitens hat die Regierung nur den gesetzlichen Mindestsatz angewendet, nachdem es nicht gelungen war, eine Einigung mit den Gewerkschaften im Sozialdialograt zu erzielen. Die Gewerkschaften drängten darauf, den Anteil des realen Lohnwachstums in der Formel von 20 Prozent auf mindestens 50 Prozent zu erhöhen, doch die Argumente für die Begrenzung des Haushaltsdefizits setzten sich durch.
Wie die Anpassungsformel funktioniert
Der Anpassungsmechanismus beruht auf zwei Säulen: der Inflation, die Rentnerhaushalte erfahren, und einem Teil des realen Wachstums des nationalen Durchschnittsgehalts. Die Prognose der Regierung geht von einer Verbraucherinflation von rund 2,5 Prozent und einem realen Lohnwachstum von etwa 3,4 Prozent im Jahr 2026 aus. Die Anwendung der gesetzlichen Regel (Inflation plus 20 Prozent des realen Lohnwachstums) ergibt einen Satz von 3,48 Prozent. Der endgültige Wert wird erst Mitte Februar 2027 festgelegt, sobald die vollständigen Wirtschaftsdaten für 2026 veröffentlicht sind. Ein Szenario höherer Inflation, beispielsweise aufgrund des anhaltenden Krieges im Iran und steigender Kraftstoffpreise, könnte die endgültige Anpassung über die derzeitige Schätzung hinaus anheben.
Was die Änderungen für die Geldbörsen der Rentner bedeuten
Die Regierungsprognosen ermöglichen Schätzungen darüber, wie sich das Nettoeinkommen bei verschiedenen Leistungsniveaus verändern wird. Die niedrigste staatliche Rente, derzeit 1.978,49 zł brutto (etwa 1.800,43 zł netto), würde auf 2.047,34 zł brutto (rund 1.863,08 zł netto) steigen – ein Anstieg von etwas mehr als 62 zł. Jemand, der eine monatliche Rente von 2.000 zł brutto bezieht, würde etwa 70 zł mehr erhalten, während Renten von 3.000 zł und 4.000 zł um etwa 104 zł bzw. fast 140 zł steigen würden. Der gleiche prozentuale Anstieg gilt für die zusätzlichen Zahlungen der „13.“ und „14.“ Rente.
- 2.000 zł brutto
- 70 zł
- 3.000 zł brutto
- 104 zł
- 4.000 zł brutto
- 140 zł
Die endgültige Anpassung kann sich noch verschieben, aber die Richtung ist klar: Millionen von Senioren werden die schwächsten nominalen Steigerungen seit acht Jahren erleben. Wie schnell sich die Haushalte an ein Niedriginflationsumfeld anpassen, wird die Debatte vor der Veröffentlichung der Daten im Februar 2027 prägen.


