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Sicherheit·vor 2 Std.

Polnische Anti-Korruptionsaktivistin tot in Ecuador aufgefunden; EU fordert zügige Ermittlungen

Monika Koniuszek-Silva, eine 41-jährige polnische Anti-Korruptionsaktivistin, wurde am 8. Juni tot in ihrem Haus in Montañita, Ecuador, aufgefunden. Die Behörden vermuten Selbstmord, aber Freunde und Familie verweisen auf Todesdrohungen, die sie aufgrund ihrer Arbeit erhalten hatte.

Entdeckung und erste Ermittlungen

Monika Koniuszek-Silva, eine 41-jährige polnische Aktivistin, wurde am Abend des Montags, 8. Juni, tot in ihrem Haus im Viertel El Tigrillo in Montañita, Provinz Santa Elena, aufgefunden. Ihr Partner und ein Angestellter entdeckten die Leiche. Am selben Tag hatten Nachbarn sie noch gesehen, wie sie ihre beiden Töchter zur Schule brachte. Die Mädchen werden nun von einer Freundin betreut.

Ecuadors Innenminister John Reimberg teilte der Tageszeitung El Comercio mit, die Behörden warteten auf die Obduktionsergebnisse.

Wir warten auf die Obduktionsergebnisse. Im Moment kann ich sagen, dass angenommen wird, die Frau habe Selbstmord begangen. Hinweise am Tatort könnten darauf hindeuten. Nach ersten Angaben ihres Partners litt sie an Depressionen.

Die örtliche Polizei berichtete, die Beamten hätten die Frau auf dem Boden liegend aufgefunden und eine Würgemale an ihrem Hals festgestellt.

Ein Leben voller Aktivismus und Drohungen

Koniuszek-Silva, gebürtig aus Reszel in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, lebte seit 2014 in Ecuador. Sie betrieb eine Pension in El Tigrillo, widmete aber den Großteil ihrer Energie der Stiftung La Integridad, deren Vorsitzende sie war. Die Stiftung konzentrierte sich auf humanitäre Hilfe, den Schutz der Menschenrechte und die Korruptionsbekämpfung im ländlichen Santa Elena, einer von Armut, Kindesunterernährung und Arbeitslosigkeit betroffenen Region.

Über ihre Profile in den sozialen Medien machte sie angebliche Unregelmäßigkeiten in der öffentlichen Verwaltung öffentlich, darunter Vertragsmanagement, Landhandel, Geldwäsche und die Funktionsweise der Justiz. Vier Tage vor ihrem Tod intervenierte sie gegen illegale Bauprojekte am Strand von Olón und wies darauf hin, dass Bauträger Gerichtsurteile ignorierten.

Jeden Morgen, bevor ich mit dem Kämpfen beginne, muss ich Gott dafür danken, dass ich noch am Leben bin.

Dies schrieb sie am 14. April dieses Jahres. Wiederholt erklärte sie, sie erhalte Todesdrohungen, und ein Politiker habe sie öffentlich bedroht. Radio Pichincha stellte fest, dass sie öffentlich über die gegen sie gerichteten Drohungen informiert und „den Staat dafür verantwortlich gemacht hatte, ihre Sicherheit nicht zu gewährleisten“, zuletzt im März dieses Jahres.

Freunde weisen Selbstmordthese zurück

Die Menschen, die Koniuszek-Silva nahestanden, glauben nicht, dass sie sich das Leben genommen hat. Agnieszka Sawicz, eine Freundin, die sie vor 15 Jahren in Ecuador kennenlernte, sagte der Fakt, die Aktivistin sei eine Kämpferin gewesen.

Sie war eine Kämpferin. Meiner Meinung nach hätte sie nicht Selbstmord begangen.

Sawicz beschrieb sie als jemanden, der von Ecuador, seinen Menschen, dem Ozean und den Papayas aus ihrem eigenen Garten verzaubert war.

Internationale Reaktion

Die EU-Delegation in Ecuador reagierte auf die Nachricht und forderte eine schnelle und unabhängige Untersuchung. In einer auf X veröffentlichten Erklärung betonte die Delegation, wie wichtig es sei, Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Sozialaktivisten zu schützen und sichere Bedingungen für den zivilgesellschaftlichen Raum in Ecuador zu gewährleisten.

Die Europäische Union bekräftigt, wie wichtig der Schutz von Menschenrechtsverteidigern, Journalisten und Sozialaktivisten sowie die Gewährleistung sicherer Bedingungen für die Ausübung des zivilgesellschaftlichen Raums in Ecuador ist.

EU-Delegation in Ecuador

Die ecuadorianische Staatsanwaltschaft und Innenminister Reimberg bestätigten, dass Ermittlungen zur Todesursache laufen.

Zeitlicher Ablauf der Ereignisse rund um den Tod von Monika Koniuszek-Silva
  1. Koniuszek-Silva berichtet zum letzten Mal öffentlich über erhaltene Todesdrohungen und macht den Staat dafür verantwortlich, ihre Sicherheit nicht zu gewährleisten.
  2. Sie schreibt in den sozialen Medien: 'Jeden Morgen, bevor ich mit dem Kämpfen beginne, muss ich Gott dafür danken, dass ich noch am Leben bin.'
  3. Vier Tage vor ihrem Tod interveniert sie gegen illegale Bauprojekte am Strand von Olón und erklärt, Bauträger ignorierten Gerichtsurteile.
  4. Nachbarn sehen sie, wie sie ihre beiden Töchter zur Schule in Montañita bringt.
  5. Ihr Partner und ein Angestellter finden ihre Leiche in ihrem Haus im Viertel El Tigrillo. Die Polizei stellt eine Würgemale an ihrem Hals fest.
  6. Die EU-Delegation in Ecuador fordert eine schnelle und unabhängige Untersuchung. Innenminister Reimberg bestätigt laufende Ermittlungen.
Montañita · Reszel

5 Quellen

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