Kurz gefasst
Monika Koniuszek-Silva (41) wurde am Abend des 8. Juni von ihrem Partner in Montañita, Provinz Santa Elena, tot aufgefunden. Es war eine Würgemale an ihrem Hals sichtbar.
Innenminister John Reimberg erklärte, Spuren am Tatort und die Aussage des Partners über ihre Depression deuteten auf Selbstmord hin. Freunde und Familie weisen dies mit Verweis auf ihren Charakter und die erhaltenen Drohungen zurück.
Die Aktivistin hatte öffentlich erklärt, sie erhalte Todesdrohungen, unter anderem von einem Politiker. Zuletzt meldete sie Drohungen im März 2026 und schrieb am 14. April, sie sei dankbar, noch am Leben zu sein.
Die EU-Delegation in Ecuador forderte eine schnelle und unabhängige Untersuchung und betonte die Notwendigkeit, Menschenrechtsverteidiger und den zivilgesellschaftlichen Raum im Land zu schützen.
Über ihre Stiftung La Integridad deckte sie angeblichen Landhandel, Geldwäsche, Vertragsunregelmäßigkeiten und illegale Bauten auf. Vier Tage vor ihrem Tod intervenierte sie gegen illegale Bauprojekte am Strand von Olón.
- 8.06.Nachbarn sehen sie, wie sie ihre beiden Töchter zur Schule in Montañita bringt.
- 8.06.Ihr Partner und ein Angestellter finden ihre Leiche in ihrem Haus im Viertel El Tigrillo. Die Polizei stellt eine Würgemale an ihrem Hals fest.
- 10.06.Die EU-Delegation in Ecuador fordert eine schnelle und unabhängige Untersuchung. Innenminister Reimberg bestätigt laufende Ermittlungen.
Entdeckung und erste Ermittlungen
Monika Koniuszek-Silva, eine 41-jährige polnische Aktivistin, wurde am Abend des Montags, 8. Juni, tot in ihrem Haus im Viertel El Tigrillo in Montañita, Provinz Santa Elena, aufgefunden. Ihr Partner und ein Angestellter entdeckten die Leiche. Am selben Tag hatten Nachbarn sie noch gesehen, wie sie ihre beiden Töchter zur Schule brachte. Die Mädchen werden nun von einer Freundin betreut.
Ecuadors Innenminister John Reimberg teilte der Tageszeitung El Comercio mit, die Behörden warteten auf die Obduktionsergebnisse.
„Wir warten auf die Obduktionsergebnisse. Im Moment kann ich sagen, dass angenommen wird, die Frau habe Selbstmord begangen. Hinweise am Tatort könnten darauf hindeuten. Nach ersten Angaben ihres Partners litt sie an Depressionen.“
Ein Leben voller Aktivismus und Drohungen
Koniuszek-Silva, gebürtig aus Reszel in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, lebte seit 2014 in Ecuador. Sie betrieb eine Pension in El Tigrillo, widmete aber den Großteil ihrer Energie der Stiftung La Integridad, deren Vorsitzende sie war. Die Stiftung konzentrierte sich auf humanitäre Hilfe, den Schutz der Menschenrechte und die Korruptionsbekämpfung im ländlichen Santa Elena, einer von Armut, Kindesunterernährung und Arbeitslosigkeit betroffenen Region.
Über ihre Profile in den sozialen Medien machte sie angebliche Unregelmäßigkeiten in der öffentlichen Verwaltung öffentlich, darunter Vertragsmanagement, Landhandel, Geldwäsche und die Funktionsweise der Justiz. Vier Tage vor ihrem Tod intervenierte sie gegen illegale Bauprojekte am Strand von Olón und wies darauf hin, dass Bauträger Gerichtsurteile ignorierten.
„Jeden Morgen, bevor ich mit dem Kämpfen beginne, muss ich Gott dafür danken, dass ich noch am Leben bin.“
Freunde weisen Selbstmordthese zurück
Die Menschen, die Koniuszek-Silva nahestanden, glauben nicht, dass sie sich das Leben genommen hat. Agnieszka Sawicz, eine Freundin, die sie vor 15 Jahren in Ecuador kennenlernte, sagte der Fakt, die Aktivistin sei eine Kämpferin gewesen.
„Sie war eine Kämpferin. Meiner Meinung nach hätte sie nicht Selbstmord begangen.“
Internationale Reaktion
Die EU-Delegation in Ecuador reagierte auf die Nachricht und forderte eine schnelle und unabhängige Untersuchung. In einer auf X veröffentlichten Erklärung betonte die Delegation, wie wichtig es sei, Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Sozialaktivisten zu schützen und sichere Bedingungen für den zivilgesellschaftlichen Raum in Ecuador zu gewährleisten.
„Die Europäische Union bekräftigt, wie wichtig der Schutz von Menschenrechtsverteidigern, Journalisten und Sozialaktivisten sowie die Gewährleistung sicherer Bedingungen für die Ausübung des zivilgesellschaftlichen Raums in Ecuador ist.“
Die ecuadorianische Staatsanwaltschaft und Innenminister Reimberg bestätigten, dass Ermittlungen zur Todesursache laufen.