
Schottischer Polizeibeamter vergewaltigte 14 Jahre lang Frauen, wie Ermittlungen ergeben
Alan Greer, 47, nahm sich im Mai das Leben, nachdem eine Anti-Korruptionsermittlung ihn mit mindestens neun Opfern in Verbindung brachte, darunter Sexarbeiterinnen, die bis ins Jahr 2012 zurückreichen.
Der erste bekannte Angriff
Im Jahr 2012 rief eine Frau in Glasgow die Polizei, um eine Straftat zu melden. Zwei uniformierte Beamte nahmen zu Hause ihre Aussage auf und gingen. Stunden später kehrte einer von ihnen, PC Alan Greer, zurück und vergewaltigte sie. Das Opfer kannte seine Identität damals nicht. Sie trug das Trauma 13 Jahre lang mit sich, bevor sie Ende 2025 eine Polizeiwache in Glasgow betrat, um den sexuellen Übergriff zu melden.
Ermittlungen und Muster des Missbrauchs
Ihre Beschwerde löste eine der größten Anti-Korruptionsermittlungen aus, die Police Scotland je durchgeführt hat. Die Ermittler verfolgten den Anruf von 2012 zurück und identifizierten die Beamten, die damals vor Ort waren. Sie entdeckten, dass Greer in den Wochen nach der Vergewaltigung wiederholt auf das Strafregister der Frau im polizeilichen Computersystem zugegriffen hatte, selbst im Urlaub, offenbar um zu prüfen, ob sie ihn angezeigt hatte. Die Ermittler kreuzreferenzierten daraufhin seine Mobilnummer und fanden einen Bericht von 2018 einer Sexarbeiterin, die einen gewalttätigen Kunden gemeldet hatte; die Nummer war damals nicht mit Greer in Verbindung gebracht worden.
- Greer vergewaltigt eine Frau in ihrer Wohnung in Glasgow, nachdem er auf ihren vorherigen Polizeinotruf reagiert hatte.
- Das Opfer meldet die Vergewaltigung von 2012 und löst damit eine Anti-Korruptionsermittlung aus.
- Die Polizei durchsucht Greers Wohnung, beschlagnahmt Geräte und nimmt ihn fest; er wird ohne Anklage freigelassen.
- Greer wird tot in seiner Wohnung aufgefunden; die Polizei bestätigt Selbstmord.
Beschlagnahmte Beweise und Selbstmord
Am 24. April 2026 durchsuchten Beamte der Anti-Korruptionseinheit Greers Wohnung im Gebiet Wishaw. Sie beschlagnahmten einen Laptop und sieben Mobiltelefone mit Tausenden von expliziten Fotos und Videos. Das Material zeigte, dass Greer im Laufe seiner Polizeikarriere die Dienste von Hunderten von Sexarbeiterinnen in Anspruch genommen hatte. Er wurde noch am selben Tag festgenommen, aber ohne Anklage freigelassen, während die Ermittlungen fortgesetzt wurden, und vom Dienst suspendiert. Am 6. Mai, nach einem zweiten Polizeibesuch in Begleitung eines Sozialarbeiters, wurde Greer tot in derselben Immobilie aufgefunden. Police Scotland bestätigte, dass es keine verdächtigen Umstände gab, und die BBC berichtete, er habe sich das Leben genommen.
Ausmaß der Straftaten und Reaktion der Polizei
Die Ermittler haben bisher acht weitere Opfer über das erste hinaus identifiziert, von denen fünf Sexarbeiterinnen waren, die angegriffen wurden, während Greer dienstfrei hatte. Die Gesamtzahl der bekannten Opfer beträgt neun, aber die Ermittler glauben, dass sie steigen wird, da noch Tausende von Bildern ausgewertet werden. Assistant Chief Constable Lynn Ratcliff, die Gold-Kommandantin der Ermittlungen, beschrieb die Erkenntnisse als „wirklich schockierend“.
Dieser Beamte hat seine Macht eindeutig missbraucht und eine Person aufgesucht, der er im Rahmen seiner Pflichten begegnet war. Aber dieses Opfer war mutig genug, zu uns zu kommen und mit uns zu sprechen, und das war wirklich der Auslöser für den Beginn unserer Ermittlungen. Das hat es uns ermöglicht, proaktiv acht weitere Opfer zu identifizieren.
Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle sagte der BBC, der Fall fühle sich wie ein „Wayne-Couzens-Moment“ für Police Scotland an, in Anspielung auf den Mord an Sarah Everard im Jahr 2021 durch einen aktiven Polizeibeamten der Metropolitan Police.
Aufruf an weitere Opfer
Greer kann nicht vor Gericht gestellt werden, aber die Ermittlungen dauern an. Police Scotland fordert alle, die glauben, von ihm angegriffen worden zu sein, auf, sich zu melden. Ratcliff sagte, die Polizei sei bestrebt, so viele Opfer wie möglich zu identifizieren und zu unterstützen. Die Anti-Korruptionseinheit hat die Ermittlungen als eine der größten und komplexesten beschrieben, die sie je durchgeführt hat.


