Regierung · Warschau

Polizei beim polnischen Verfassungsgericht im Einsatz, nachdem eine Richterin dessen Präsidenten suspendiert

Am Abend des 30. Oktober 2026 waren Polizeikräfte auf dem Gelände des polnischen Verfassungsgerichts – am selben Abend, an dem eine Mitteilung die Suspendierung seines Präsidenten verkündete. Karol Nawrocki und Donald Tusk liegen im offenen Streit über das Gericht.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von HotNews.ro, Ziare.com, Digi24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. Abend des 30. Oktober 2026, zwischen 17:00 und 18:00 UhrPolizei trifft auf dem Gelände des Gerichts ein, nach einer Meldung der Richterin Anna Korwin-Piotrowska
  2. 30. Oktober 2026, gegen 18:00 UhrMitteilung auf der Website des Gerichts: Präsident und Stellvertreter vorübergehend suspendiert
  3. 31. Oktober 2026Nawrocki beruft politische Führungspersönlichkeiten zu Konsultationen im Präsidentenpalast ein
  4. 31. Oktober 2026, AbendTusk nennt die Ereignisse des 30. Oktober in einer Fernsehansprache skandalöse Vorfälle

Polizei beim Verfassungsgericht

Am Abend des 30. Oktober 2026 befanden sich Polizeibeamte auf dem Gelände des Verfassungsgerichts in Warschau, und die Konfrontation wurde live im Fernsehen übertragen. Die Warschauer Polizei (KSP) erklärte, die Beamten seien zwischen 17:00 und 18:00 Uhr dort erschienen, nach einer Meldung der Richterin Anna Korwin-Piotrowska, die auf mögliche Gefahren für Leben oder Gesundheit der Richter und Mitarbeiter des Gerichts sowie auf die Gefahr einer Störung der öffentlichen Ordnung hingewiesen habe. Gegen 18:00 Uhr hieß es in einer Mitteilung auf der Website des Gerichts, dessen Präsident Bogdan Święczkowski und sein Stellvertreter Sochański seien vorübergehend von ihren Pflichten entbunden worden. Korwin-Piotrowska, die dienstälteste Richterin des Gremiums, übernahm die Leitung des Gerichts. Anhänger der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und anderer rechter Gruppen protestierten vor dem Gebäude. Die KSP berichtete, drei Personen seien über den Zaun auf das Gelände gesprungen und festgenommen worden, während Polsat News meldete, während des Protests seien Gegenstände auf Beamte geworfen worden. Mehrere rumänische Medien berichteten, Präsident Karol Nawrocki habe am Abend versucht, das Gebäude zu betreten.

Konsultationen im Präsidentenpalast

Am 31. Oktober berief Nawrocki die politischen Führungspersönlichkeiten zu Konsultationen über den Streit um das Gericht ein. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, der auch die Polnische Volkspartei (PSL) führt, traf als erster ein und nannte Staatssicherheit, Achtung der Demokratie, sozialen Frieden und öffentliche Ordnung als die Themen, die er beim Präsidenten ansprechen wolle. Szymon Holownia, Vorsitzender von Polska 2050, traf ebenfalls mit Nawrocki zusammen. Die Linke, ein Mitglied der Regierungskoalition, lehnte die Einladung ab, und die polnische Presse berichtete, die Bürgerplattform (Platforma Obywatelska) plane keine Teilnahme. Das Ergebnis der Gespräche blieb in den vorliegenden Berichten unklar. Korwin-Piotrowska sagte der PAP, sie könne Präsident Karol Nawrocki im Präsidentenpalast treffen, und ergänzte bei TVN24, er werde zum Gericht eingeladen, wenn er sprechen wolle und die Dienste es für sicher hielten.

Der Streit hinter der Krise

Das Verfassungsgericht steht seit der Regierungszeit der PiS von 2015 bis 2023 im Zentrum eines Konflikts, weil die Partei Richter ernannte, die sie als politisch zugewandt betrachtete. Der Gerichtshof der Europäischen Union urteilte später, das Gericht könne wegen schwerwiegender Unregelmäßigkeiten bei der Ernennung einiger seiner Richter und seines Präsidenten nicht als unabhängig und unparteiisch gelten. Nawrocki hat die meisten der Richter, die der Sejm am 13. März 2026 gewählt hat, nicht vereidigt und den Eid nur von zwei der sechs abgenommen, Magdalena Bentkowska und Dariusz Szostek. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erließ am 5. Mai 2026 vorläufige Maßnahmen und forderte die polnischen Behörden auf, die im März 2026 gewählten Richter nicht an der Amtsübernahme zu hindern. Die Regierung von Donald Tusk erklärt, sie repariere die Folgen der Einflussnahme auf die Justiz, während die Opposition ihr vorwirft, die Kontrolle über das Gericht zu suchen. HotNews berichtete, in den kommenden Tagen sei ein Vorstoß zur Zusammensetzung des Gerichts zu erwarten.

Europäische Kommission und Reaktionen

Die Europäische Kommission erklärte, sie verfolge die Krise aufmerksam und die Ernennung von acht neuen Mitgliedern des Gerichts falle in die verfassungsrechtlichen Befugnisse des Sejm. Ein Sprecher der Kommission sagte, die polnischen Behörden seien dafür verantwortlich, dass das Gericht im Einklang mit der Verfassung und der einschlägigen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs arbeite. In einer Fernsehansprache am 31. Oktober nannte Tusk die Ereignisse des 30. Oktober „skandalöse Vorfälle“ und sagte, er hoffe, solche Szenen würden sich in Polen nie wiederholen. Er argumentierte, die Wiederherstellung der Ruhe dürfe nicht bedeuten, Rechtslosigkeit oder Gewalt hinzunehmen, und der Rechtsstaat werde über die Gewalt siegen. Die Opposition wirft seiner Regierung einen Staatsstreich vor. Nicola Procaccini, Co-Vorsitzender der ECR-Fraktion, verurteilte das Vorgehen der Regierung Tusk als klaren und schwerwiegenden Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit und forderte die europäischen Institutionen auf, nicht wegzusehen.

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