
Polens Industrie-PMI steigt im September auf 49,0 Punkte – Rückgänge bei Produktion und Aufträgen schwächen sich ab
Der S&P-Global-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 48,3 im August auf 49,0 im September 2026 und markiert damit den siebzehnten Monat in Folge unter der neutralen Schwelle von 50,0 Punkten.
Industrieaktivität und Hauptindex
Polens Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im September 2026 auf 49,0 Punkte, nach 48,3 Punkten im August, wie aus der von S&P Global veröffentlichten Monatsumfrage hervorgeht. Das Ergebnis übertraf die Konsensprognosen des Marktes und war der höchste Stand seit dem Frühling 2026. Der Hauptindex blieb jedoch unter der neutralen Schwelle von 50,0 Punkten, womit sich die anhaltende Kontraktion des verarbeitenden Gewerbes des Landes auf siebzehn Monate in Folge verlängerte. S&P Global erklärte, dass sich die Geschäftsbedingungen zwar weiter verschlechterten, sich das Tempo des Rückgangs bei mehreren zentralen Kennzahlen jedoch abschwächte, darunter Produktion, Neugeschäft und Beschäftigung in den Werken. Trevor Balchin, Economics Director bei S&P Global Market Intelligence, beschrieb die Entwicklung des Industriesektors in der Veröffentlichung der Umfrage.
Im September blieb der Hauptindex unter der neutralen Schwelle von 50,0 Punkten und setzte damit die aktuelle Phase des Rückgangs im verarbeitenden Gewerbe fort, die im Mai 2025 begonnen hat. Es ist jedoch festzuhalten, dass sich mehrere wichtige Teilindizes in die richtige Richtung bewegten; Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung gingen allesamt langsamer zurück als im August.
- August 2026
- 48.3 Punkte
- September 2026
- 49 Punkte
Auftragsbücher und Produktion
Der Gesamtbestand der bei polnischen Industrieunternehmen eingegangenen Aufträge sank im September 2026 den achtzehnten Monat in Folge, getrieben von schwacher Marktnachfrage und anhaltendem Preisdruck. Die Auslandsnachfrage schrumpfte stärker: Die Exportaufträge gingen den zehnten Monat in Folge zurück, und zwar schneller als im August. Im Gegensatz dazu verlangsamte sich der Rückgang der gesamten Neuaufträge im Vergleich zu den Sommermonaten, was den Produktionsplänen unmittelbar Entlastung verschaffte. Die Produktion der Werke sank im September spürbar langsamer, obwohl das Produktionsniveau nun in 15 der vergangenen 17 Monate gesunken ist. Die polnischen Hersteller reagierten auf die künftigen Produktionspläne, indem sie begannen, ihre Vorräte an Produktionsmitteln vor dem vierten Quartal wieder aufzufüllen.
- Exportaufträge
- 10 Monate
- Geschäftsbedingungen
- 17 Monate
- Neuaufträge insgesamt
- 18 Monate
Lieferketten und Kostendruck bei Vorleistungen
Die polnischen Hersteller sahen sich im September 2026 weiterhin mit logistischen Schwierigkeiten konfrontiert, da Lieferkettenengpässe zu längeren Lieferzeiten für Fertigungsmaterialien führten. Die Inflation der Vorleistungskosten verlangsamte sich zum vierten Mal in fünf Monaten, der Kostendruck blieb jedoch über dem historischen Langfristdurchschnitt. Die Umfrageteilnehmer führten die anhaltenden Kostensteigerungen auf höhere Ausgaben für Rohstoffe, Energie, Kraftstoffe und Frachttransport im Zusammenhang mit anhaltenden internationalen geopolitischen Störungen zurück. Um ihre operativen Margen gegen diese Ausgaben abzusichern, erhöhten die Industrieunternehmen im September die Preise für Fertigwaren ab Werk beschleunigt. Monika Kurtek, Chefökonomin und Direktorin des Büros für Wirtschaftsanalyse, wies darauf hin, dass dieser Kostendruck die globale geopolitische Instabilität widerspiegele.
Geschäftserwartungen und Jahresausblick
Die Geschäftszuversicht hinsichtlich der Produktion in den kommenden zwölf Monaten verbesserte sich bei den polnischen Industrieunternehmen und erreichte den höchsten Stand seit dem Frühling 2026. Die Unternehmen berichteten von Vorbereitungen, die Produktionsmengen zum Jahresende hin auszuweiten, und untermauerten diese Planung mit dem schrittweisen Aufbau von Vorleistungsmaterial. Der aktuelle Abschwung im verarbeitenden Gewerbe, der im Mai 2025 begann, bleibt ein zentraler Faktor für die Entwicklung des polnischen Bruttoinlandsprodukts, da die Industrieproduktion eng mit der gesamten Wirtschaftsleistung korreliert. Während die Stabilisierung der Inlandsaufträge den Herstellern Unterstützung bot, spiegelt der anhaltende Rückgang der Exportaufträge die anhaltende Nachfrageschwäche auf den wichtigsten internationalen Märkten wider. Die Werkleiter passen ihre Einkaufs- und Beschäftigungspolitik weiterhin an, während sie die anhaltenden Energiekosten und die sich entwickelnde Auftragslage beobachten.

