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Regierung·vor 2 Std.

Umfrage: 55 % der Polen unterstützen landesweites Nachtverkaufsverbot für Alkohol – Sejm bereitet Abstimmung vor

Eine neue IBRiS-Umfrage für die „Rzeczpospolita“ zeigt, dass 54,9 % der Polen ein landesweites Verbot des nächtlichen Alkoholverkaufs befürworten, 32,6 % favorisieren ein Verbot von 22 bis 6 Uhr. Der Sejm könnte bereits im Juli über den Vorschlag abstimmen.

Eine Mehrheit der Polen befürwortet ein landesweites Verkaufsverbot von Alkohol in den Nachtstunden, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage ergab. Die Erhebung, die IBRiS für die „Rzeczpospolita“ am 12. und 13. Juni unter 1068 Befragten durchführte, ergab, dass 54,9 % eine solche Einschränkung unterstützen – 12 Prozentpunkte mehr als die 42,9 %, die sie ablehnen. Das Ergebnis kommt, nachdem Warschau am 1. Juni sein eigenes stadtweites Verbot ausgeweitet hat und zwei Gesetzesvorschläge auf eine Abstimmung im Sejm warten.

Umfrageergebnisse

Auf die Frage, ob ein landesweites Verbot eingeführt werden sollte, antworteten 42,9 % mit Nein. Von den Befürwortern sprachen sich 32,6 % für ein Verbot von 22 bis 6 Uhr aus, 16,9 % für 23 bis 7 Uhr und 5,5 % bevorzugten andere Zeiten. Die Gesamtunterstützung erreicht damit 54,9 %. Die Umfrage zeigt einen deutlichen Geschlechterunterschied: Nur 25 % der Frauen lehnen das Verbot ab, verglichen mit 62 % der Männer. Die Ablehnung ist auch bei den Bewohnern der größten Städte (über 500.000 Einwohner) mit 26 % geringer, während sie in Kleinstädten bei 47 % liegt.

Unterstützung für landesweites Nachtverkaufsverbot · %
Unterstützen Verbot
54.9 %
Lehnen Verbot ab
42.9 %
Keine Angabe / Sonstiges
2.2 %

Demografische Unterschiede

Auch die Parteizugehörigkeit spaltet die Antworten. Bei den Anhängern der Regierungskoalition sagen 36 % Nein zum Verbot, während dieser Anteil bei den Oppositionswählern auf 47 % steigt. Nach Altersgruppen zeigen die jüngste Kohorte (18–29) und die 40- bis 49-Jährigen die geringste Unterstützung, während die stärkste Befürwortung aus der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen kommt. Die Umfrage wurde an einer landesweiten Stichprobe von 1068 Personen durchgeführt.

Legislative Auseinandersetzung

Zwei Gesetzentwürfe werden derzeit von einem speziellen Sejm-Unterausschuss geprüft. Der Vorschlag der Linken (Lewica) sieht ein landesweites Verbot von 22 bis 6 Uhr vor, streicht Alkohol aus Tankstellen und verbietet Werbung sowie Preisaktionen. Der liberalere Gesetzentwurf von Polen 2050 verbietet ebenfalls Werbung, gibt den Gemeinderäten aber die Möglichkeit, die nächtlichen Einschränkungen auszuweiten, anstatt eine Regelung von oben zu verhängen.

Konfederacja wird wahrscheinlich dagegen sein, die PiS wird sich spalten, und alles wird von Präsident Karol Nawrocki abhängen. Es gibt eine große gesellschaftliche Nachfrage nach einer solchen Veränderung.

Wicha, Abgeordnete der Linken und eine der Initiatorinnen des Gesetzes, fügte hinzu, dass die Menschen sichere Straßen und ruhige Notaufnahmen in Krankenhäusern wollten.

Warschauer Pilotmodell

Die Erfahrungen der Hauptstadt bieten einen Vorgeschmack. Von November 2025 bis Mai 2026 senkte ein Pilotverbot in den Bezirken Śródmieście und Praga-Północ die nächtlichen Einsätze der Stadtwache um über 6 %, während sie in anderen Bezirken um über 12 % stiegen. Auch die polizeilichen Einsätze im Zusammenhang mit öffentlichem Alkoholkonsum gingen in den Sperrzonen stärker zurück. Am 1. Juni weitete Warschau das Verbot auf die gesamte Stadt aus, ausgenommen sind nur Restaurants und der Frédéric-Chopin-Flughafen.

Weg zum landesweiten Nachtverkaufsverbot für Alkohol
  1. Warschau beginnt Pilotverbot in den Bezirken Śródmieście und Praga-Północ
  2. Warschau weitet Verbot auf die ganze Stadt aus (Restaurants und Flughafen ausgenommen)
  3. IBRiS-Umfrage unter 1068 Polen durchgeführt
  4. Sejm könnte über landesweites Verbot abstimmen (Juli oder September)

Wandel der Einstellungen

Die Umfrageergebnisse sind ein weiterer Beleg für die Entwicklung der polnischen Einstellung zu verschiedenen Einschränkungen im Zusammenhang mit Alkohol.

Der Publizist und Gesellschaftsaktivist Jan Śpiewak, dem die Durchsetzung des Warschauer Verbots zugeschrieben wird, merkte an, dass selbst diejenigen, die trinken, dies verantwortungsvoll tun wollten, damit die Kosten des Missbrauchs nicht der gesamten Gesellschaft aufgebürdet würden. Da der Sejm voraussichtlich im Juli oder September abstimmen wird, stärkt die Umfrage die Position der Befürworter des Verbots.
Warschau

4 Quellen

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