
Am Samstag, dem 17. Oktober, sprach US-Kriegsminister Pete Hegseth vor Kadetten der University of Tennessee in Knoxville über seinen eigenen Einsatz in Afghanistan. Er sagte, vielleicht fünf verbündete Länder, eher ein oder zwei, seien dort an kinetischen Operationen beteiligt gewesen. Er erinnerte sich, am Hauptquartier der Verbündeten in Kabul Flaggen von etwa 50 Ländern gesehen zu haben, und sagte, Soldaten hätten gescherzt, das Kürzel ISAF stehe für „I Saw Americans Fighting“. Einen ähnlichen Scherz über das Kürzel ISAF hatte er bereits im vergangenen Jahr gemacht, was ebenfalls Kritik auslöste.
Vize-Regierungschef und Außenminister Radosław Sikorski antwortete auf X und wandte sich direkt an den US-Minister. Er schrieb:
„Sagen Sie das, Herr Minister, den Familien der 44 polnischen Soldaten, die bei der Sicherung der schwierigen Provinz Ghazni gefallen sind.“
Polen war unter anderem für Operationen in Ghazni verantwortlich, einer Provinz, die als eine der schwierigsten des Landes gilt. Jan Grabiec, Leiter der Kanzlei des Ministerpräsidenten, schrieb, Verbündete sollten nicht über gemeinsam vergossenes Blut spotten. Er sagte, polnischen Soldaten stehe eine Entschuldigung zu, und wies darauf hin, dass während der Afghanistan-Mission neben den 44 Getöteten Hunderte Polen verwundet wurden. Hegseths Äußerungen fügen sich zudem in ein größeres Muster. Im Januar hatte Donald Trump die amerikanischen Verbündeten in Afghanistan als solche beschrieben, die sich etwas von der Frontlinie ferngehalten hätten, eine Bemerkung, die auf beiden Seiten des Atlantiks Empörung und Proteste auslöste. Nach Kritik europäischer Staats- und Regierungschefs, darunter der britische Premierminister, lobte Trump später den Mut britischer Soldaten.
Die Afghanistan-Mission ist das einzige Mal, dass die NATO Artikel 5, ihre Beistandsklausel, aktiviert hat. Mehr als 1.000 NATO-Soldaten starben dabei, darunter 459 Briten und 44 Polen. RMF nennt eine weiter gefasste Zahl von etwa 3.500 getöteten Soldaten aus verbündeten Ländern zwischen 2001 und 2021, davon rund 2.500 Amerikaner, sodass die beiden Angaben unterschiedliche Bezugsrahmen haben.
Daten aus dem Artikeltext
Polen unterstützte die von den USA gestartete Operation Enduring Freedom, die 2001 begann. Im Jahr 2002 entsandte es ein Kontingent mit GROM-Spezialkräften, Pionieren und Logistikpersonal sowie eine erste Gruppe von 300 Soldaten zur NATO-geführten ISAF. Polen übernahm 2007 die Verantwortung für zwei afghanische Provinzen, und sein Kontingent erreichte mit über 2.500 Soldaten seinen Höchststand.
Nach dem Ende von ISAF schlossen sich polnische Truppen der Beratungs- und Ausbildungsmission Resolute Support an. Die polnische Präsenz in Afghanistan dauerte fast zwei Jahrzehnte, und diese Bilanz steht nun im Zentrum des Streits.
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Vize-Regierungschef Radosław Sikorski hat US-Kriegsminister Pete Hegseth geantwortet, der vor Kadetten in Tennessee gesagt hatte, nur wenige verbündete Länder seien an Kampfhandlungen in Afghanistan beteiligt gewesen. Sikorski verwies auf die 44 polnischen Soldaten, die in der Provinz Ghazni getötet wurden.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von TVP Info und rmf24.pl. Veröffentlicht .