
Kowal: Polen hat durch den Krieg in der Ukraine fast 500 Milliarden Euro verloren
Paweł Kowal, KO-Abgeordneter und Vorsitzender des Rates für die Zusammenarbeit mit der Ukraine, berief sich auf ein Team, das er gemeinsam mit dem Leiter des Statistischen Hauptamts aufgebaut hat. Zudem kritisierte er Präsident Karol Nawrocki dafür, in der Frage der Gespräche zwischen Trump und Putin nicht aktiver zu sein.
Die Behauptung von 500 Milliarden Euro
Paweł Kowal, Abgeordneter der Bürgerkoalition (KO) und Vorsitzender des Rates für die Zusammenarbeit mit der Ukraine, sagte, Polen habe wegen des Krieges in der Ukraine fast 500 Milliarden Euro verloren. Er äußerte sich in der Sendung Gość Wydarzeń bei Polsat News; der Bericht wurde am 12. Oktober 2026 veröffentlicht. Kowal sagte, die Zahl stamme von einem Team, das er gemeinsam mit dem Leiter des Statistischen Hauptamts aufgebaut habe. Dessen Arbeit zeige, dass selbst Drittländer wie Polen durch den russischen Krieg Verluste erlitten. Kowal sagte, die polnischen Politiker müssten den Bürgerinnen und Bürgern in dieser Lage ein Gefühl der Sicherheit geben, die Verluste dokumentieren und Geld für Rüstung ausgeben, und fügte hinzu: „Das tun wir.“
Rüstungsausgaben und US-Stützpunkte
Kowal sagte, Polen gebe mehr für Rüstung aus, ganz im Sinne von Präsident Donald Trump, und kaufe in den Vereinigten Staaten. Polen setze auf Stützpunkte und eine dauerhafte amerikanische Militärpräsenz auf seinem Territorium, und diese Entscheidungen würden in diesem Jahr erwartet. Er sagte zudem, Polen habe auf Regierungs- und Parlamentsebene in dieser Frage sehr viel geleistet. Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Sejm sagte er, er habe Vertreter aller Parlamentsklubs eingebunden, die Polens strategische Lage verstünden.
Wir geben, wie Präsident Trump es wollte, noch mehr für Rüstung aus. Wir kaufen in den Vereinigten Staaten. Deshalb setzen wir auf Stützpunkte und eine dauerhafte amerikanische Präsenz auf polnischem Territorium und darauf, dass diese Entscheidungen in diesem Jahr fallen.
Kritik am Präsidenten und am US-russischen Deal
Die Moderatorin der Sendung, Magda Sakowska, fragte Kowal, ob er erwarte, dass Präsident Karol Nawrocki mit Trump spreche. In der Frage hieß es, am Freitag, dem 9. Oktober, habe der US-Präsident ein Abkommen mit Wladimir Putin über Lieferungen russischen Öls in die Vereinigten Staaten und über die Aussetzung der US-Sanktionen gegen Russland unterzeichnet. Kowal sagte, er argumentiere seit Langem, dass er vom polnischen Präsidenten in Sicherheitsfragen mehr erwarte. Ein Anruf bei Trump müsse eine natürliche Reaktion sein.
Denn es ist offensichtlich: Wenn Amerika die Sanktionen lockert, arbeitet das gegen unsere Interessen.
Kowal sagte, es fehle an einem höheren Maß an Aktivität des Präsidenten.
Gerüchte und Kritik an der PiS
FAKT24 berichtete, Kowal sei auch zu Gerüchten befragt worden, wonach Trump dem Vernehmen nach Władysław Kosiniak-Kamysz nahegelegt habe, die Regierungskoalition zu wechseln und in die Opposition zu gehen. Die Artikel bezeichnen dies als Gerüchte und berichten nicht, was Kowal darauf antwortete. In einem anderen Punkt kritisierte Kowal PiS-Politiker, die seiner Darstellung nach in die Vereinigten Staaten gereist seien und dort mit ihren Kontakten im Weißen Haus die amerikanische Regierung dazu ermunterten, Einfluss auf Regierungswechsel in Polen zu nehmen.
Wenn ich höre, dass PiS-Politiker in die Vereinigten Staaten reisen und mit ihren Kontakten im Weißen Haus die amerikanische Regierung dazu ermuntern, Einfluss auf Regierungswechsel in Polen zu nehmen, halte ich das für eine Sünde und eine Schande.

