Diplomatie · Warschau, Kyjiw und Danzig
Selenskyj wirft Nawrocki Wahlkampfmanöver vor: Polen entzieht höchsten Orden wegen UPA-Einheitenname
Der ukrainische Präsident bezeichnet den Entzug als „rein innenpolitisches Wahlkampfmanöver“ und vergleicht den polnischen Präsidenten mit Viktor Orbán, während Kiewer Amtsträger en masse ihre eigenen polnischen Auszeichnungen zurückgeben.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von naTemat.pl, polsatnews.pl, wpolityce.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der polnische Präsident Karol Nawrocki entzieht Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, nachdem eine ukrainische Militäreinheit nach der UPA benannt wurde, deren Kriegsbilanz die Wolhynien-Massaker an polnischen Zivilisten umfasst.
Selenskyj sendet die Auszeichnung über einen privaten Kurierdienst nach Warschau zurück, postet ein Foto auf Social Media und bezeichnet den Entzug als rein innenpolitisches Wahlkampfmanöver Polens.
Außenminister Sybiha, Präsidialamtschef Budanow, Botschafter Bodnar, Ex-Ministerpräsident Hrojsman sowie die Ex-Präsidenten Kutschma, Juschtschenko und Poroschenko geben ihre polnischen Staatsauszeichnungen aus Solidarität zurück.
In einem TV-Interview erklärt Selenskyj, Nawrocki beschreite denselben „schlechten Weg“ wie Viktor Orbán, indem er aus politischem Kalkül anti-ukrainische Stimmungen schüre, und enthüllt, dass Nawrocki ihm einst ein Buch über die Wolhynien-Tragödie geschenkt habe.
Präsidialamtschef Bogucki sagt, ukrainische Führer vergäßen die Hilfe Polens; Abgeordneter Sasin behauptet, die Ukraine habe sich für den Konflikt entschieden; General Komornicki sieht eine bewusste Provokation, um Polens regionale Stellung zu untergraben.
Selenskyj hat seine Teilnahme an der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz am 25.–26. Juni in Danzig nicht bestätigt, während Premierminister Tusk warnt, der Streit erfreue Putin und schockiere die Verbündeten.
- 19.06.Präsident Nawrocki kündigt den Entzug des Ordens des Weißen Adlers von Selenskyj wegen der Benennung einer UPA-Einheit an.
- 20.06.Selenskyj gibt den Orden per Kurier zurück; hochrangige ukrainische Amtsträger beginnen, ihre polnischen Auszeichnungen abzugeben.
- 21.06.Selenskyj gibt ein TV-Interview, in dem er Nawrocki Wahlkampfpolitik vorwirft und ihn mit Orbán vergleicht.
- 25.06.Ukraine-Wiederaufbaukonferenz beginnt in Danzig; Selenskyjs Teilnahme bleibt unbestätigt.
Auslöser: Benennung einer UPA-Einheit
Am Freitag, den 19. Juni, gab der polnische Präsident Karol Nawrocki bekannt, dass er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, die höchste polnische Staatsauszeichnung, entzieht. Die Entscheidung erfolgte, nachdem Selenskyj der Benennung einer Einheit der ukrainischen Streitkräfte nach den „Helden der UPA“ (Ukrainische Aufstandsarmee) zugestimmt hatte – einer Formation, deren Kriegsbilanz Massaker an polnischen Zivilisten in Wolhynien umfasst. Nawrocki erklärte, der Schritt richte sich „nicht gegen die ukrainische Nation“ und ändere nichts an der strategischen Unterstützung Polens für den Kampf der Ukraine gegen Russland.
Entzug und Rückgabe
Selenskyj reagierte am Samstag, indem er den Orden über den privaten Kurierdienst Nova Poshta nach Warschau zurückschickte und auf Social Media ein Foto des Pakets veröffentlichte. Er schrieb, der Orden sei 2023 an die ukrainische Nation und ihre Armee gerichtet gewesen. Innerhalb weniger Stunden verkündeten zahlreiche hochrangige ukrainische Persönlichkeiten, dass sie ihre eigenen polnischen Staatsauszeichnungen zurückgeben, darunter Außenminister Andrij Sybiha, der Chef des Präsidialamtes Kyrylo Budanow, dessen Stellvertreter Ihor Schowkwa, der Botschafter in Polen, Wasyl Bodnar, der ehemalige Ministerpräsident Wolodymyr Hrojsman sowie die Ex-Präsidenten Leonid Kutschma, Wiktor Juschtschenko und Petro Poroschenko.
Selenskyjs Interview
In einem Interview mit dem ukrainischen Fernsehsender TSN am Sonntagabend wies Selenskyj Nawrockis Schritt als innenpolitisches Manöver zurück.
„Ich sehe darin ausschließlich einen Wahlkampfprozess. Präsident Karol Nawrocki kämpft um die Position seiner Partei gegenüber Premierminister Donald Tusk. Wir haben damit nichts zu tun, das ist deren interne Angelegenheit.“
„Das ist dasselbe, was Orbán getan hat. Das ist ein schlechter Weg. Ich denke, das wird schlecht enden.“
„Ich kam zu ihm, und sein Geschenk zur Begrüßung war ein Buch über die Wolhynien-Tragödie. Ich habe nie darüber gesprochen. Ich habe es ruhig hingenommen. Jetzt spreche ich offen, weil er Maßnahmen ergreift, die ich für unangemessen halte.“
Polnische Reaktionen
Der Leiter der Kanzlei des polnischen Präsidenten, Zbigniew Bogucki, warf ukrainischen Amtsträgern Undankbarkeit vor.
„Vertreter der ukrainischen Behörden geben polnische Auszeichnungen leichten Herzens zurück und vergessen, dass dieselben Hände nach Hilfe ausgestreckt waren und diese Hilfe aus polnischen Händen kam: von der polnischen Regierung, den Kommunen, NGOs und Millionen von Polen.“
„Was gerade passiert, halte ich für schreckliche Fehler sowohl von Selenskyj als auch von Nawrocki. Die Geschichte wird ihnen das nicht verzeihen. Es wird auf ihren Biografien lasten.“
Konferenz in Frage gestellt
Premierminister Donald Tusk warnte auf X, dass „der Konflikt zwischen Polen und der Ukraine Putin erfreut und unsere Verbündeten schockiert“ und forderte beide Präsidenten auf, die Emotionen zu dämpfen. Außenminister Sybiha erklärte, Selenskyj habe noch nicht entschieden, ob er an der für den 25.–26. Juni in Danzig geplanten Ukraine-Wiederaufbaukonferenz (URC 2026) teilnehmen werde, betonte jedoch, dass Kiew zu Gesprächen bereit sei. Der Streit hat auch unter einigen polnischen Wählern Unmut ausgelöst; ein selbsternannter ehemaliger Anhänger der Bürgerkoalition gab online bekannt, dass er nicht mehr für Tusks Partei stimmen werde, da sie sich in dem Streit auf die Seite Selenskyjs gestellt habe.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- naTemat.plZełenski poucza Nawrockiego. Padło ostrzeżenie z Orbánem w roli głównej
- polsatnews.pl"Postawili na konflikt z Polską". Jacek Sasin o działaniach Ukraińców
- wpolityce.pl"Byłem wyborcą KO. Od lat". Wyborcy odwracają się od Tuska?
- RzeczpospolitaZa gestem Zełenskiego kryje się większy plan. Generał odsłania mechanizm
- Karol Nawrocki
- Präsident Polens, der Selenskyj den Orden des Weißen Adlers entzog
- Wołodymyr Zełenski
- Präsident der Ukraine, dessen Orden entzogen wurde und der ihn per Kurier zurückschickte
- Donald Tusk
- Premierminister Polens, der zur Deeskalation aufrief
- Viktor Orbán
- Ehemaliger Ministerpräsident Ungarns, von Selenskyj als Parallele zu Nawrockis Taktik angeführt
- Andrij Sybiha
- Außenminister der Ukraine, der seine polnische Staatsauszeichnung zurückgab
- Kyryło Budanow
- Leiter des Präsidialamtes der Ukraine, der seine polnische Auszeichnung zurückgab
- Ihor Żowkwa
- Stellvertretender Leiter des Präsidialamtes der Ukraine, der seine polnische Auszeichnung zurückgab
- Wasyl Bodnar
- Botschafter der Ukraine in Polen, der seine polnische Auszeichnung zurückgab
- Leonid Kuczma
- Ehemaliger Präsident der Ukraine, der seinen Orden des Weißen Adlers zurückgab
- Wiktor Juszczenko
- Ehemaliger Präsident der Ukraine, der seine polnische Auszeichnung zurückgab
- Petro Poroszenko
- Ehemaliger Präsident der Ukraine, der seine polnische Auszeichnung zurückgab
- Wołodymyr Hrojsman
- Ehemaliger Ministerpräsident der Ukraine, der seine polnische Auszeichnung zurückgab
- Zbigniew Bogucki
- Leiter der Kanzlei des polnischen Präsidenten, der ukrainische Amtsträger kritisierte
- Jacek Sasin
- Polnischer Abgeordneter und ehemaliger Minister, der sagte, die Ukraine habe den Konflikt mit Polen gewählt
- Leon Komornicki
- Ehemaliger stellvertretender Chef des polnischen Generalstabs, der die UPA-Benennung eine bewusste Provokation nannte
- Antoni Dudek
- Historiker und Politikwissenschaftler, der beiden Präsidenten die Schuld an der Eskalation gab
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