
Polnische Regierung verabschiedet Resolution zur Einrichtung eines permanenten US-Militärstützpunkts – Niederschlesien und Großpolen in der engeren Auswahl
Der Ministerrat hat am Dienstag eine Resolution verabschiedet, die Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz ermächtigt, mit Washington zu verhandeln und die infrastrukturellen Vorbereitungen für eine dauerhafte amerikanische Militärpräsenz in Polen zu koordinieren.
Kabinettsbeschluss
Der polnische Ministerrat hat am Dienstag, den 16. Juni, eine Resolution verabschiedet, die den Prozess zur Einrichtung eines permanenten US-Militärstützpunkts auf polnischem Gebiet formell einleitet. Premierminister Donald Tusk kündigte den Schritt vor der Kabinettssitzung an und erklärte, das Dokument sei von Vize-Premierminister und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz vorbereitet worden. Die Resolution ermächtigt den Verteidigungsminister, Gespräche und Verhandlungen mit der amerikanischen Seite zu führen und die Vorbereitung der logistischen, finanziellen, organisatorischen und wohnungstechnischen Infrastruktur für die eintreffenden US-Truppen zu koordinieren.
Ich bin ermächtigt worden, Gespräche und Verhandlungen mit der amerikanischen Seite zu führen und die Vorbereitungen für die notwendige Infrastruktur und logistische Unterstützung zu koordinieren.
Tusk bezeichnete die Resolution als proaktiven Schritt und argumentierte, Polen könne nicht warten, bis die Vereinigten Staaten auf der Grundlage ihrer eigenen Ankündigungen handeln. „Wenn wir es mit einem permanenten Stützpunkt ernst meinen, müssen wir damit beginnen, Polen darauf vorzubereiten“, sagte er vor dem Kabinett. Der Premierminister betonte, dass das Vorhaben eine große organisatorische und finanzielle Anstrengung sei, nicht nur eine sicherheitspolitische Gelegenheit.
Was die Resolution abdeckt
Die Resolution setzt Arbeiten in mehreren Bereichen in Gang: Logistik, Finanzen, Organisation und Unterbringung für die amerikanischen Soldaten. Regierungssprecher Adam Szłapka bestätigte nach der Kabinettssitzung, dass das Dokument verabschiedet wurde und den Verteidigungsminister ermächtigt, die Schaffung einer permanenten US-Truppenpräsenz voranzutreiben. Szłapka merkte an, dass sich aufeinanderfolgende polnische Regierungen konsequent um alliierte Streitkräfte auf polnischem Boden bemüht hätten, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Übergang von rotierenden zu permanenten Stationierungen.
Alle Regierungen hier waren sehr konsequent. Wir alle möchten, dass die Präsenz permanent ist, nicht rotierend.
Der Sicherheitsausschuss des Kabinetts war am selben Morgen zusammengekommen, um die finanziellen, infrastrukturellen und logistischen Garantien zu prüfen, die für eine erweiterte US-Präsenz erforderlich sind. Die Resolution selbst legt keinen Standort fest; die Regierung konzentriert sich derzeit darauf, den organisatorischen und infrastrukturellen Rahmen zu schaffen, der einen permanenten Stützpunkt möglich machen würde.
Wo der Stützpunkt entstehen könnte
Kosiniak-Kamysz sagte TVN24, dass mehrere Standorte von polnischer Seite in Absprache mit den Amerikanern bereits geprüft worden seien. Er nannte Niederschlesien (Dolny Śląsk) und Großpolen als die beiden Regionen, die aktiv in Betracht gezogen werden. Der Minister sagte, Polen stehe in täglichem Kontakt mit dem Pentagon und der Prozess zur Entscheidung, welche Einheiten auf dem Stützpunkt stationiert werden, sei noch im Gange.
Wir haben sehr gute Standorte in Großpolen und in Niederschlesien.
Der Verteidigungsminister hatte Anfang Juni bereits einen formellen Vorschlag für einen neuen, permanenten US-Stützpunkt an Pentagon-Chef Pete Hegseth übergeben.
Die amerikanische Zusage
Der polnische Vorstoß fällt mit einem Besuch von Präsident Karol Nawrocki in Washington zusammen. Marcin Przydacz, Leiter des Büros für Internationale Politik in der Kanzlei des Präsidenten, sagte am Montag, dass Donald Trump die Bündnisverpflichtungen, einschließlich Artikel 5 des Nordatlantikvertrags, bestätigt und zugesichert habe, dass geplante Reduzierungen der US-Präsenz in Westeuropa Polen nicht betreffen würden. Trump bekräftigte zudem ein öffentliches Versprechen, weitere 5.000 amerikanische Soldaten nach Polen zu entsenden.
Unsere Ambitionen liegen bei 15.000; die Mindestversion ist 11.000, was immer noch mehr als zuvor ist.
Nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten wird Präsident Nawrocki voraussichtlich mit dem Verteidigungsminister zusammentreffen, um die nächsten Schritte zu besprechen. Im Mai hatte Trump die zusätzliche Truppenentsendung angekündigt und sie mit dem Wahlerfolg von Präsident Nawrocki und ihrer bilateralen Beziehung in Verbindung gebracht. Zuvor hatte das Pentagon die Rotation von 4.000 Soldaten zu einem Stützpunkt in Polen abgesagt, was eine innenpolitische Debatte über die Zuverlässigkeit der amerikanischen Präsenz ausgelöst hatte.
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Wie es weitergeht
Die Resolution markiert den Beginn eines formellen Verhandlungs- und Vorbereitungsprozesses. Die Regierung hat keinen Zeitplan genannt, wann ein Standort ausgewählt oder mit dem Bau begonnen werden könnte. Der unmittelbare Fokus liegt darauf, das logistische und finanzielle Gerüst zu schaffen – was Tusk als komplexe, multi-institutionelle Anstrengung beschrieb –, sodass Polen bereit ist, die zusätzlichen Truppen dauerhaft aufzunehmen, sobald amerikanische Entscheidungen getroffen werden.


