Polens Fußballerinnen schlagen Belgien im Elfmeterschießen und erreichen das Playoff-Finale der WM-Qualifikation
Polens Fußballerinnen gewannen in Danzig nach Verlängerung mit 3:2 und im Elfmeterschießen mit 4:3 und drehten damit die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel in Löwen. Im November wartet im entscheidenden Playoff-Finale über zwei Spiele Irland; der Sieger qualifiziert sich für die WM im kommenden Jahr in Brasilien.
Ein Comeback in Danzig
Polens Fußballerinnen mussten die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel in Löwen wettmachen, wo Elena Dhont am Freitag, dem 9. Oktober, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit getroffen hatte. Rund 300.000 Menschen sahen dieses Spiel im Fernsehen. Das Rückspiel fand am Dienstag, dem 13. Oktober, in der Polsat Plus Arena in Danzig statt, Anstoß war um 18:00 Uhr. Polen musste mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen, um das Playoff-Finale zu erreichen, und Ewa Pajor glich in der 42. Minute aus. Amy Littel brachte Belgien nach der Pause erneut in Führung, doch ein Tor von Paulina Tomasiak erzwang die Verlängerung. Dort rettete Pajor die Mannschaft erneut, und da die Paarung weiterhin ausgeglichen war, ging das Spiel ins Elfmeterschießen, das Polen mit 4:3 gewann, nachdem das Rückspiel 3:2 zu ihren Gunsten geendet hatte.
- Hinspiel in Löwen, Belgien gewinnt 1:0 durch Elena Dhonts Tor in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit
- Anstoß zum Rückspiel in der Polsat Plus Arena in Danzig
- Ewa Pajor gleicht aus
- Amy Littel bringt Belgien erneut in Führung
- Paulina Tomasiak gleicht aus und erzwingt die Verlängerung
- Ewa Pajor rettet Polen erneut
- Polen gewinnt 4:3 im Elfmeterschießen
Die First Lady auf der Tribüne
Marta Nawrocka, Ehefrau von Präsident Karol Nawrocki, verfolgte das Spiel von der Tribüne aus. Im vergangenen Jahr hatte sie auch das 0:0 Polens gegen die Niederlande von der Tribüne aus verfolgt und die Mannschaft bei einem Fußballfrühstück getroffen. Am Dienstag wurde sie von Mateusz Kotecki, einem Staatssekretär in der Kanzlei des Präsidenten, und von ihrer persönlichen Fotografin Alicja Stefaniuk begleitet. Stefaniuk machte ein Foto, das sich schnell im Netz verbreitete, und sie sagte, es sei in dem Moment entstanden, als ein Tor für Polen fiel. Sebastian Meitz vom Sobieski-Institut lobte die Aufnahme, auf der auch Kinder zu sehen sind, und bezweifelte, dass sie den üblichen Kritikern im Netz plötzlich Vernunft bringen würde. Die Kanzlei des Präsidenten schrieb anschließend auf X, die First Lady habe die Frauen-Nationalmannschaft von der Tribüne aus angefeuert und den Spielerinnen für ihren Einsatz gedankt.
Nawrocka fasste ihren Abend in einem Beitrag in den sozialen Medien zusammen:
Mädels, ihr habt unglaublichen Charakter, Kampfgeist und echte Stärke gezeigt! Ich bin unheimlich stolz auf euch!
Reaktionen im Netz
Der Besuch spaltete die Meinungen auf X. Einige Nutzer verspotteten die First Lady und stellten infrage, warum ihrer Anwesenheit in einem Stadion Beachtung gebühre, während andere sie für bemerkenswert und bewundernswert hielten. Kritiker scherzten, niemand habe ihr gesagt, welches Trikot die Spielerinnen tragen, und einer meinte, ein Schal wäre bessere Öffentlichkeitsarbeit gewesen. Unterstützer hielten dagegen, sie habe der Mannschaft Glück gebracht, und nannten den Besuch reizend. Die Auseinandersetzung drehte sich weniger um das Ergebnis als um den Besuch selbst, und der Beitrag der Kanzlei wurde zum Zentrum eines Großteils der Debatte.
Wie es weitergeht
Nach dem Spiel lobte Ewa Pajor den Einsatz der Mannschaft in einem Interview mit TVP Sport:
Wir haben unser ganzes Herz gegeben. Diese Mannschaft hat bis zur letzten Minute alles gegeben, bis zum letzten Elfmeter.
Polen trifft im November im entscheidenden Playoff-Finale über zwei Spiele auf Irland, und der Sieger qualifiziert sich für die WM im kommenden Jahr in Brasilien. Irland hatte seine Playoff-Kampagne mit einem 8:0-Sieg gegen Kasachstan begonnen.