Polens Premierminister Tusk unterzeichnet Local-Content-Kodex zur Stärkung einheimischer Unternehmen bei Staatsinvestitionen
Premierminister Donald Tusk hat eine Reihe von Empfehlungen unterzeichnet, die darauf abzielen, den Anteil polnischer Unternehmen an großen Investitionsprojekten zu erhöhen, insbesondere bei solchen von staatlich kontrollierten Einrichtungen. Das von Minister Wojciech Balczun im Ministerium für Staatsvermögen vorbereitete Dokument führt ein Punktesystem ein, um den heimischen Charakter eines Unternehmens zu messen.
Unterzeichnung der Empfehlungen
Während einer Regierungssitzung und einer zeitgleich stattfindenden Veranstaltung namens „Poland Inwestuje“ an der Warschauer Börse unterzeichnete Premierminister Donald Tusk die lang erwarteten Local-Content-Empfehlungen. Vorbereitet von einem Team unter der Leitung von Minister Wojciech Balczun (Ministerium für Staatsvermögen), zielt das Dokument darauf ab, den Anteil polnischer Unternehmen an strategischen Investitionen zu erhöhen, insbesondere bei solchen von staatlich kontrollierten Einrichtungen. Tusk räumte die Komplexität des Mechanismus ein.
Der Premierminister zeigte sich überzeugt, dass sich die Praktiken über die staatlichen Unternehmen hinaus verbreiten würden.Heute schließen wir den Prozess der Erstellung von Empfehlungen für polnische Unternehmen ab, Empfehlungen im Zusammenhang mit Local Content. Minister Balczun hat mir soeben den Abschluss dieser gesamten Arbeiten gemeldet.
Ich bin überzeugt, dass sich diese guten Praktiken verbreiten werden und nicht nur für Unternehmen des Staatsschatzes gelten werden.
Definition von Local Content
Das Projekt „Local Content. Zum Wohle Polens“ geht auf Tusks Aufruf vom April 2025 zur „Repolonisierung“ der Wirtschaft zurück. Kernstück ist ein unverbindlicher Kodex guter Praktiken, der die heimischen Lieferketten, Technologien und Beschäftigung in großen öffentlichen und halböffentlichen Projekten stärken soll. Trotz der nationalistischen Rahmung betonte Tusk, dass die Empfehlungen ausländische Investoren nicht abschrecken sollten. Er nannte Lumina Metals, einen großen Investor, dessen Debüt mit der Veranstaltung zusammenfiel, als Beispiel für Partner, die von der Politik nicht beunruhigt seien.
Es gab Bedenken, dass dies Wirtschaftsnationalismus sei. Ich sagte damals: Ja, es ist Wirtschaftsnationalismus, aber im guten Sinne des Wortes.
Messung des „Polnischseins“
Eine zentrale Herausforderung war die Definition dessen, was in einer transnationalen Wirtschaft ein polnisches Unternehmen ausmacht. Das Ministerium für Staatsvermögen stellte im April 2026 ein Punktesystem vor. Das „Polnischsein“ eines Unternehmens wird anhand von sechs gewichteten Komponenten bewertet: Standort des Hauptsitzes des Eigentümers oder Mutterkonzerns (25 %), Ort der Hauptgeschäftstätigkeit (25 %), Steueransässigkeit in Polen (15 %), Beschäftigung – mehr als die Hälfte der Mitarbeiter muss polnische Staatsbürger sein oder Steuern und Sozialabgaben in Polen zahlen (15 %), Bestehensdauer – mindestens drei Jahre (10 %) sowie inländische Einnahmen, die die Hälfte des Jahreseinkommens übersteigen (10 %). Das Statistische Hauptamt (GUS) wird die Messung durchführen.
- Standort des Eigentümers
- 25 %
- Standort der Haupttätigkeit
- 25 %
- Steueransässigkeit
- 15 %
- Beschäftigung
- 15 %
- Bestehensdauer
- 10 %
- Inländische Einnahmen
- 10 %
Pilotphase und zukünftige Ausweitung
Ein Pilotprogramm soll im Juni 2026 starten und zunächst den Energiesektor abdecken. In weiteren Phasen wird die Messung auf die Bereiche Rüstung, Verkehr und Infrastruktur sowie digitale Technologien ausgeweitet. Die Regierung hofft, dass die transparente Bewertung alle Unternehmen – nicht nur staatlich kontrollierte – dazu ermutigt, die Empfehlungen zu übernehmen.
- Premierminister Tusk kündigt die 'Repolonisierung' der Wirtschaft an und verspricht, polnische Unternehmen bei öffentlichen Investitionen zu unterstützen.
- Das Ministerium für Staatsvermögen präsentiert die Ergebnisse des Local-Content-Messungsteams, einschließlich eines Punktesystems.
- Die Pilotmessung des Local Content beginnt im Energiesektor.
- Tusk unterzeichnet die Local-Content-Empfehlungen während einer Regierungssitzung und der Veranstaltung 'Poland Inwestuje'.


