Diplomatie · Warschau und Kiew
Polen entzieht Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, nachdem Kiew eine nationalistische Miliz aus dem Zweiten Weltkrieg ehrt
Der polnische Präsident Karol Nawrocki entzog Wolodymyr Selenskyj am 19. Juni den Orden des Weißen Adlers, Tage nachdem Kiew einer Eliteeinheit den Namen der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) verliehen hatte, die für den Tod von rund 100.000 Polen verantwortlich gemacht wird. Selenskyj gab den Orden am nächsten Tag zurück, während auch andere ukrainische Amtsträger auf ihre polnischen Auszeichnungen verzichteten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Parisien, BFMTV, France 24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die UPA wird für den Tod von rund 100.000 Polen in Wolhynien zwischen 1943 und 1945 verantwortlich gemacht, ein Grauen, das Polen als Völkermord und die Ukraine als Kriegstragödie bezeichnet.
Präsident Nawrocki entzog Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, nachdem ein Dekret vom 26. Mai eine Eliteeinheit nach der UPA benannt hatte – der erste dauerhafte Entzug der höchsten polnischen Auszeichnung.
Selenskyj gab den Orden zurück mit der Begründung, er sei für das ukrainische Volk bestimmt gewesen. Auch Außenminister Sybiha und Präsidialamtschef Budanow verzichteten auf ihre polnischen Orden und nannten die Entscheidung ein Geschenk an Moskau.
Premierminister Tusk rief zum Dialog auf, und die strategische Unterstützung Polens für die Ukraine gegen Russland bleibt unverändert, auch wenn Moskau den Streit für Propaganda nutzt.
- 26.05.Selenskyj unterzeichnet Dekret, das einer Elite-Spezialeinheit den Namen 'Held der Ukrainischen Aufständischen Armee' verleiht.
- 19.06.Präsident Nawrocki kündigt Entzug des Ordens des Weißen Adlers von Selenskyj an, verweist auf UPA-Verbrechen.
- 20.06.Selenskyj gibt den Orden zurück; auch Außenminister Sybiha und Präsidialamtschef Budanow verzichten auf ihre polnischen Orden.
Ein schmerzhaftes Kapitel des Zweiten Weltkriegs
Der Streit dreht sich um die Ukrainische Aufständische Armee (UPA), den bewaffneten Arm der Organisation Ukrainischer Nationalisten. Zwischen 1943 und 1945 werden UPA-Einheiten für den Tod von rund 100.000 polnischen Zivilisten in Wolhynien verantwortlich gemacht, einer Region, die vor dem Krieg zu Polen gehörte und heute Teil der Ukraine ist. Das polnische Parlament erkannte die Ereignisse 2016 als Völkermord an; die Ukraine lehnt diese Einordnung ab und bezeichnet sie als tragischen Konflikt im Zusammenhang mit Krieg und Besatzung. Die Kontroverse entbrannte, als Präsident Selenskyj per Dekret vom 26. Mai einer ukrainischen Spezialeinheit den Titel „Held der Ukrainischen Aufständischen Armee“ verlieh.
„Für die überwältigende Mehrheit der polnischen Gesellschaft bleibt die Ukrainische Aufständische Armee vor allem eine Formation, die für brutale Verbrechen an Bürgern der Republik Polen während des Zweiten Weltkriegs verantwortlich ist.“
Wie sich der Streit verschärfte
Warschau entzieht die Auszeichnung
Am 19. Juni kündigte Präsident Nawrocki den Entzug des Ordens des Weißen Adlers an, der höchsten zivilen Auszeichnung Polens, die Selenskyj 2023 für seinen Widerstand gegen die russische Invasion verliehen worden war. Nawrocki sagte, er sei „empört“ über die Entscheidung der Ukraine und argumentierte, Polen dürfe das Andenken seiner Vorfahren nicht durch Schweigen verraten. Es ist das erste Mal, dass der Orden einem Empfänger dauerhaft entzogen wurde.
Selenskyj gibt den Orden zurück
Am darauffolgenden Tag erklärte Selenskyj in den sozialen Medien, dass er die Auszeichnung zurückschicke. „Wir dachten, dass der Orden des Weißen Adlers, der 2023 verliehen wurde, dem ukrainischen Volk und unserer Armee galt. Das wurde damals erklärt“, schrieb er. Er betonte, dass die Ukraine offen für sinnvolle Gespräche mit Polen bleibe, um widersprüchliche Interpretationen ihrer schwierigen gemeinsamen Geschichte zu vermeiden.
Kiew kontert
Auch Außenminister Andrij Sybiha kündigte an, den Verdienstorden der Republik Polen zurückzugeben. „Wir bedauern, dass in Warschau die Emotionen die Oberhand gewonnen haben und polnische Politiker zu ungerechtfertigten, impulsiven und verächtlichen Maßnahmen gegriffen haben“, schrieb er auf Facebook und nannte die Episode eine „unnötige Eskalation“. Kyrylo Budanow, Leiter der Präsidialverwaltung und ehemaliger Geheimdienstchef, erklärte auf X, er verzichte auf seinen polnischen Orden. Er bezeichnete Nawrockis Entscheidung als „Geschenk an den Moskauer Aggressor, der es nicht versäumen wird, es gegen beide unsere Länder einzusetzen“.
„Die Ukraine wird offen bleiben für alle Formate sinnvoller Zusammenarbeit mit Polen, um widersprüchliche Interpretationen der schwierigen und schmerzhaften Kapitel unserer gemeinsamen Vergangenheit zu vermeiden.“
Tusk mahnt zur Besonnenheit
Premierminister Donald Tusk rief beide Staatschefs auf, den Dialog einem „Schlagabtausch“ vorzuziehen. Polen ist der wichtigste militärische Unterstützer der Ukraine, und keiner der gegenseitigen Gesten hat bisher die strategische Partnerschaft verändert. In Moskau reagierte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew mit unverhohlener Genugtuung auf den Zwist.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Le ParisienLa Pologne retire à Volodymyr Zelensky l'ordre de l'Aigle blanc, émoi en Ukraine
- BFMTVVolodymyr Zelensky renvoie en Pologne la plus haute distinction du pays sous fond de tensions diplomatiques
- France 24Tensions Varsovie-Kiev : Zelensky renvoie en Pologne la décoration qui lui a été retirée
- LExpress.frPologne-Ukraine : la polémique sur l'UPA fragilise l'alliance face à la Russie
- Volodymyr Zelensky
- Präsident der Ukraine
- Karol Nawrocki
- Präsident Polens
- Andrii Sybiha
- Ukrainischer Außenminister
- Kyrylo Budanov
- Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung und ehemaliger Geheimdienstchef
- Donald Tusk
- Premierminister Polens
- Dmitry Medvedev
- Ehemaliger russischer Präsident und Premierminister, der sich zu dem Streit äußerte
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