Polnischer Sejm debattiert Steuerreform mit neuer 24-Prozent-Stufe und höheren Schwellen
Der polnische Sejm hat in erster Lesung einen Regierungsentwurf zur Steuerreform beraten, der den unteren Steuerschwellenwert auf 130.000 Zloty anhebt und eine neue Zwischenstufe von 24 Prozent einführt.
Vorgeschlagene Einkommensteuerskala
Am Dienstag hielt der polnische Sejm die erste Lesung von Regierungs- und Parlamentsentwürfen zur Steuergesetzgebung ab, darunter Änderungen der Einkommensteuer (PIT), der Körperschaftsteuer (CIT) und der Pauschalsteuer auf Umsätze. Nach dem Regierungsvorschlag steigt die Schwelle der ersten Einkommensteuerstufe von 120.000 PLN auf 130.000 PLN, wobei der Steuersatz bei 12 Prozent bleibt. Der Plan sieht eine neue Zwischenstufe für Jahreseinkommen zwischen 130.000 PLN und 150.000 PLN mit einem Satz von 24 Prozent vor, während Einkommen über 150.000 PLN mit 32 Prozent besteuert werden. Der Steuerfreibetrag bleibt bei 30.000 PLN, was nach Angaben des Finanzministeriums die Steuerlast und die monatlichen Vorauszahlungen für berechtigte Steuerzahler senkt.
Auswirkungen auf Steuerzahler und Änderungen für Unternehmen
Nach Angaben der Kanzlei des Ministerpräsidenten würden rund 3,5 Millionen Steuerzahler von den angepassten Stufen profitieren, mit jährlichen Einsparungen von bis zu 3.600 PLN pro Person. Der Anteil der Steuerzahler, die dem 32-Prozent-Satz unterliegen, soll für 2027 von 14 Prozent auf 7,2 Prozent sinken, falls die Regelung zum 1. Januar in Kraft tritt.
- Ohne Reform
- 14 %
- Mit Reform
- 7.2 %
Zur Finanzierung der PIT-Anpassungen sieht der Gesetzentwurf Steuererhöhungen für Spitzenverdiener und große Unternehmen vor. Der Solidaritätszuschlag auf Spitzenverdiener, der nach Daten von 2024 für 39.000 Personen galt, steigt von 4 Prozent auf 5 Prozent. Für Unternehmen mit Vorjahresumsätzen über 50 Millionen Euro steigt der CIT-Satz von 19 Prozent auf 22 Prozent. Der Vorschlag schränkt zudem die Berechtigung für die Pauschalsteuer auf Umsätze ein, indem die Umsatzobergrenze von 2 Millionen Euro auf 250.000 Euro gesenkt wird, während für Umsätze über 300.000 Euro im Jahr ein Satz von 17 Prozent gilt. Die vorgeschlagenen Steuermaßnahmen sollen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.


