
Polens Außenministerium verurteilt Putins „primitive Desinformation“ zur Westukraine
Die polnischen Behörden haben eine scharfe Zurückweisung ausgesprochen, nachdem Wladimir Putin erklärte, die Ukraine werde ihre westlichen Regionen irgendwann an Nachbarländer wie Polen, Ungarn und Rumänien verlieren. Das Außenministerium bezeichnete die Äußerungen als zynischen Versuch, einen Keil zwischen Kiew und seine Verbündeten zu treiben.
Putins Äußerungen vom Sonntag
Am Sonntag, dem 26. Juli, sagte der russische Präsident Wladimir Putin während der Feierlichkeiten zum Tag der Marine in St. Petersburg vor Soldaten, dass die westlichen Gebiete der Ukraine ein „Geschenk Stalins“ seien, und sagte voraus, dass diese Territorien irgendwann an die Nachbarstaaten verloren gehen würden. Er behauptete, nur Russland habe die territoriale Integrität der Ukraine garantiert, und die Geschichte werde „alles an seinen Platz bringen“. Die Äußerungen wurden von der Nachrichtenagentur Interfax verbreitet.
Ich bin überzeugt, dass die Ukraine früher oder später die westlichen Gebiete verlieren wird – was zu Polen gehörte, was zu Ungarn gehörte, was zu Rumänien gehörte – früher oder später, nicht morgen, vielleicht übermorgen, in einem Jahr, zwei, 10, 15, aber historisch gesehen wird alles seinen Platz finden. Es gab nur einen Garanten für die territoriale Integrität der Ukraine – Russland.
Reaktion des polnischen Außenministeriums
Am Montag, dem 27. Juli, veröffentlichte das polnische Außenministerium eine Erklärung, in der die Behauptungen in aller Deutlichkeit zurückgewiesen wurden. Sprecher Maciej Wewiór bezeichnete Putins Worte als zynischen Versuch, Antagonismen zwischen den Verbündeten zu schüren. Das Ministerium nannte die Andeutungen einen „primitiven Desinformationsversuch“ und ein ständiges Merkmal des russischen Informationskrieges.
Wir weisen die falschen Spekulationen von W. Putin über eine angebliche Teilung der Ukraine und eine Beteiligung Polens daran eindeutig zurück – es handelt sich um einen zynischen Versuch, Antagonismen zwischen den Verbündeten zu provozieren.
- Putin erklärt vor Marineangehörigen, die Ukraine werde ihre westlichen Gebiete verlieren.
- Polens Außenministerium veröffentlicht eine Erklärung, die die Behauptungen als Desinformation zurückweist.
Die Erklärung bekräftigte, dass Polen niemals Gebietsansprüche gegenüber der Ukraine erhoben hat, nicht erhebt und niemals erheben wird. Sie unterstrich die uneingeschränkte Anerkennung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen durch Warschau und berief sich dabei auf den bilateralen Vertrag von 2003 über die Staatsgrenze zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation.
Eine gezielte Kampagne
Das Kommuniqué des Ministeriums betonte, dass Moskaus wiederholte Behauptungen über eine angebliche Annexion der Westukraine ein ständiges Element des Informationskrieges seien, das darauf abziele, europäische Nationen gegeneinander aufzubringen und von Russlands eigener militärischer Aggression abzulenken. Die Erklärung endete mit einem Appell an die russischen Behörden, ihre Gebietsansprüche gegenüber den Nachbarn einzustellen.
Die Andeutungen aus Moskau über angebliche Pläne zur Annexion der Westukraine, auch durch Polen, sind ein primitiver Desinformationsversuch und ein ständiges Element des Informationskrieges. Das Ziel dieser Aktionen ist klar: der Versuch, europäische Nationen gegeneinander aufzubringen und die internationale Aufmerksamkeit von der brutalen, illegalen militärischen Aggression abzulenken, die von der Russischen Föderation verübt wird.
Frühere Warnungen
Der jüngste rhetorische Schlagabtausch folgt auf wiederholte Warnungen hochrangiger polnischer Amtsträger. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz hatte zuvor davor gewarnt, dass Russland zu Provokationen, einschließlich Drohnen-Eindringlingen, fähig sei und dass Wachsamkeit unerlässlich sei. Außenminister Radosław Sikorski hatte ebenfalls auf Moskaus Muster der Desinformation hingewiesen, das sich gegen NATO-Mitglieder richtet.
