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Marco Poggi bricht 19-jähriges Schweigen zum Mord an seiner Schwester Chiara: ‚Sie haben mit ihrem Leben und Tod gespielt‘

Marco Poggi, Bruder der 2007 in Garlasco getöteten Chiara Poggi, hat sein erstes Fernsehinterview gegeben und wirft Ermittlern und Medien vor, unbegründete Behauptungen verbreitet zu haben, die das Andenken seiner Schwester beschmutzt hätten.

Marco Poggi, der 38-jährige Bruder von Chiara Poggi, hat sich erstmals öffentlich geäußert, seit seine Schwester am 13. August 2007 in Garlasco ermordet wurde. In einem exklusiven Interview mit der italienischen Fernsehsendung Quarto Grado, das am 5. Juni 2026 auf Rete 4 ausgestrahlt wurde, schilderte er, wie die Wiederaufnahme der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Pavia ihn und seine Familie erneut in einen Mediensturm gezogen habe.

Die Entscheidung zu sprechen

Poggi, der in Venetien lebt und als Büroangestellter arbeitet, erklärte, warum er sich entschied, fast zwei Jahrzehnte des Schweigens zu beenden. Er sagte, er habe stets versucht, in einer „Blase“ zu bleiben, doch das vergangene Jahr habe dies unmöglich gemacht. Er räumte ein, dass seine Weigerung, Interviews zu geben, Spekulationen befeuert haben könnte, darunter die falsche Behauptung, er habe sich zum Zeitpunkt des Mordes in einer psychiatrischen Klinik befunden.

Ich habe die ganze mediale Aufmerksamkeit für das, was Chiara passiert ist, nie akzeptiert. Seit dieser Wiederaufnahme ist meine Person viel stärker involviert und thematisiert worden.

Vorwürfe und Fake News

Poggi erklärte, der schmerzhafteste Vorwurf sei gewesen, in den Mord an seiner Schwester verwickelt zu sein. Er sagte, die Ermittler hätten bestimmte Ermittlungsansätze leicht entkräften können. Er wies auch entschieden Gerüchte zurück, die den Fall mit Drogenkonsum oder Pädophilie-Ringen in Verbindung brachten, und nannte sie reine Fantasie.

Beschuldigt zu werden, in Chiaras Mord verwickelt zu sein, sogar Täter zu sein, ist etwas, das mich kaum je verlassen wird. Ich habe gelernt, damit zu leben.

Die Erinnerung an Chiara

Was ihn am meisten verletze, so Poggi, sei der Schaden, der dem Andenken seiner Schwester zugefügt worden sei. Er behauptete, dass ein Jahr lang mit Chiaras Leben und Tod gespielt worden sei, was seine Mutter zu einem öffentlichen Eingreifen und die Anwälte der Familie zu wiederholten Stellungnahmen gezwungen habe, um falschen Rekonstruktionen entgegenzutreten.

Die Dinge, die mich am meisten verletzen, sind die, die Chiara betreffen und den Versuch, ihr Andenken zu beschmutzen.

Der Ermittlungskontext

Das Interview erfolgt, nachdem die Staatsanwaltschaft Pavia eine neue Untersuchung des Mordes abgeschlossen und Andrea Sempio, einen ehemaligen Schulkameraden und Freund von Marco Poggi, als Tatverdächtigen benannt hat. Alberto Stasi wurde zuvor für das Verbrechen verurteilt. Poggi, der nie beschuldigt wurde und in dem Fall Nebenkläger ist, befand sich zum Zeitpunkt von Chiaras Tod mit seinen Eltern im Urlaub im Trentino. Die Staatsanwaltschaft Pavia soll die Vorwürfe gegen ihn als „verleumderisch“ und unbegründet bezeichnet haben.

Garlasco · Pavia

8 Quellen

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