Plus-Ultra-Finanzier Simon Leendert Verhoeven bestreitet Geldwäsche der 53 Millionen Euro schweren Rettung
Der niederländische Finanzier Simon Leendert Verhoeven, der als Finanzhirn des Falls Plus Ultra gilt, hat vor Richter José Luis Calama an der Audiencia Nacional erklärt, er habe nichts von der staatlichen Rettung gewusst und der Fluggesellschaft 2,1 Millionen Euro geliehen.
Leugnung vor dem Richter
Am Freitag, dem 16. Oktober, gab Simon Leendert Verhoeven, der als Finanzhirn des Falls Plus Ultra bezeichnete niederländische Finanzier, seine Aussage als Beschuldigter vor Richter José Luis Calama an der Audiencia Nacional ab. Er erklärte vor Gericht, er habe nicht gewusst, dass die Fluggesellschaft die 53 Millionen Euro schwere Rettung erhalten habe, die die spanische Regierung während der Pandemie gewährt hatte, und bestritt, dieses Geld gewaschen zu haben. Er sagte, er habe der Fluggesellschaft 2,1 Millionen Euro geliehen, und bestritt Unregelmäßigkeiten in seinen Verträgen mit dem Unternehmen.
Er bezeichnete sich als Mehrheitsaktionär von drei Firmen, eine in Gibraltar und zwei im Vereinigten Königreich, die in den Bereichen Handel, Edelmetalle und Immobilien tätig seien. Er argumentierte, die Goldbarren, Uhren und Schmuckstücke, die die Polizei in seinem Haus auf Mallorca beschlagnahmt hatte, stammten aus legaler Tätigkeit. Das Haus in Santa María de Camí war im Oktober 2024 aufgrund eines schweizerischen Rechtshilfeersuchens durchsucht worden, wobei die Ermittler zwei Goldbarren, zwölf Luxusuhren und zahlreiche Juwelen fanden.
Verträge und Unterschriften
Verhoeven führt die fünf Darlehensverträge, die er mit der Fluggesellschaft unterzeichnete, auf einen peruanischen Geschäftsmann zurück, den ABC und EL MUNDO als Luis Felipe Baca identifizieren, der ihn angerufen habe, um ihm ein Darlehen zu hohen Zinsen anzubieten. Seine Unterschrift auf den Verträgen, die Plus Ultra in dem Verfahren vorlegte, erkennt er nicht an, doch räumte er seine Unterschrift auf einem separaten Vertragspaket ein, das in der Schweiz untersucht wird. Laut ABC, unter Berufung auf juristische Quellen, sagte er, die spanischen Dokumente hätten Details der Rettung enthalten, während die Papiere, die er in der Schweiz und Frankreich bearbeitete, diese nicht enthalten hätten. Er bestritt, Julio Martínez Martínez zu kennen, der als Geschäftspartner Zapateros bezeichnet wird, ebenso den ehemaligen Plus-Ultra-Präsidenten Julio Martínez Sola und den ehemaligen Manager Rodolfo Reyes. Er räumte ein, dass seine Firmen Geschäfte mit venezolanischen Unternehmen hatten, konnte diese aber nicht benennen.
Der Fall der Staatsanwaltschaft
Richter Calama stellt den ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero an die Spitze eines mutmaßlichen Einflussnetzwerks, das die 53 Millionen Euro schwere staatliche Darlehen sichern sollte, die Plus Ultra 2021 erhielt. Verhoeven gilt als das Gehirn hinter dem Geldwäschedelikt in demselben Verfahren. Der Beschluss des Richters besagt, Reyes habe vermutlich angeordnet, dass einige der von der spanischen Regierung erhaltenen Beträge an drei von Verhoeven verwaltete Instrumentalgesellschaften überwiesen wurden: Valerian Corporation, Allpa Wira Trading AG und Wailea Investment. El Periódico berichtet unter Berufung auf die Ermittlungen des Richters, dass Valerians Konten in Gibraltar Überweisungen an die Fluggesellschaft in Höhe von insgesamt 900.000 Dollar verbargen, die als Investitionsverträge gerechtfertigt wurden. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Roberto Roselli sagte dem Richter, als er Reyes nach Verhoeven gefragt habe, habe Reyes auf eine Google- und World-Check-Suche verwiesen, was Roselli als implizite Anweisung beschrieb, Valerians Zahlungen anzunehmen. EL MUNDO berichtet, die Staatsanwaltschaft beschuldige Verhoeven, Gelder aus kriminellen Aktivitäten in Venezuela bereitgestellt zu haben, die durch Darlehen zurückgezahlt wurden, die aus der öffentlichen Rettung stammten.
Festnahme, Haft und Freilassung
Die Quellen unterscheiden sich beim Datum seiner Festnahme in Deutschland. El Confidencial nennt den 21. August am Flughafen Frankfurt, während Europa Press und EL MUNDO sie in den September legen. Nach seiner Überstellung nach Spanien wurde er in Untersuchungshaft im Gefängnis Soto del Real festgehalten. Ende September dem Richter vorgeführt, verweigerte er die Aussage und bat um Zeit, seine Erklärung vorzubereiten. Der Richter ließ ihn daraufhin frei, zog aber seinen Pass ein.
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