
Polen zahlt überfällige Krypto-Boni an Olympia-Medaillengewinner nach Sponsor-Pleite, übergeht aber Top-Athleten bei Danksagung
Das Polnische Olympische Komitee hat 1,05 Millionen Zloty an drei Athleten und zwei Trainer überwiesen und damit eine zweimonatige Hängepartie um Token-Boni beendet, die nach der Pleite der Börse Zondacrypto wertlos geworden waren.
Hintergrund
Im Oktober 2025 wurde Zondacrypto Hauptsponsor des Polnischen Olympischen Komitees (PKOl) und versprach erstmals, Athleten, die bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina 2026 die Plätze vier bis acht belegten, mit Token-Boni zu belohnen. Die Vereinbarung umfasste auch Medaillengewinner, die eine Mischung aus Bargeld und Token erhalten sollten. Nach den Spielen geriet die Börse jedoch ins Visier strafrechtlicher Ermittlungen und ihre Token verloren jeglichen Wert. Drei Medaillengewinner – die Skispringer Kacper Tomasiak und Paweł Wąsek sowie der Eisschnellläufer Władimir Siemirunnij – sowie zwei Trainer konnten ihre Prämien nicht auszahlen lassen.
Auszahlung angekündigt
Am 15. Juni gab PKOl-Präsident Radosław Piesiewicz während einer Pressekonferenz bekannt, dass die ausstehenden Verpflichtungen an diesem Morgen vollständig beglichen wurden.
Das Polnische Olympische Komitee hat alles bezahlt, von A bis Z. Sowohl unsere Prämien, zu denen wir uns verpflichtet haben, als auch die unserer Sponsoren.
Das Geld, Berichten zufolge etwa 1,05 Millionen PLN, stammte von privaten Sponsoren, nicht von staatlichen Unternehmen, und wurde direkt auf die Bankkonten der Athleten und Trainer überwiesen. Piesiewicz dankte Władimir Siemirunnij, Paweł Wąsek und zwei Trainern für ihre Geduld.
Brüskierung des dreifachen Medaillengewinners
Auffällig abwesend bei den Danksagungen war Kacper Tomasiak, der mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille erfolgreichste polnische Athlet der Spiele. Tomasiaks Familie hatte das PKOl zuvor öffentlich kritisiert; seine Mutter Kinga sagte, Piesiewicz habe einen Siebenjahres-Ratenplan zur Rückzahlung der Token vorgeschlagen. Tomasiaks Vater Wojciech bestätigte gegenüber Interia, dass das Geld – 550.000 PLN für seinen Sohn – zwar eingegangen sei, beklagte jedoch die zweimonatige Verzögerung und die mangelnde Kommunikation.
Zwei Monate voller Nerven. Was am meisten schmerzt, ist, dass es in dieser Zeit keinerlei Informationen gab.
Verwirrung um Überweisungen
Kurz nach der Ankündigung des Präsidenten teilte Katarzyna, die Schwester von Paweł Wąsek, die seine Finanzen verwaltet, gegenüber Eurosport mit, dass bis Mittag keine Zahlung eingegangen sei. Spätere Bestätigungen mehrerer Athleten und eines Trainers deuteten jedoch darauf hin, dass die Überweisungen schließlich erfolgt waren.
- Zondacrypto wird Hauptsponsor des PKOl und verspricht Token-Belohnungen für Athleten der Olympischen Winterspiele.
- Die Regionalstaatsanwaltschaft Katowice leitet Ermittlungen gegen Zondacrypto wegen mutmaßlichen Betrugs und Geldwäsche ein.
- Athleten auf den Plätzen 4–8 erhalten den Großteil von 280.000 PLN durch einen PKOl-Sponsor.
- Das PKOl überweist 1,05 Millionen PLN von privaten Sponsoren an drei Medaillengewinner und zwei Trainer und begleicht damit die Token-Schulden.
Zondacrypto-Pleite
Zondacrypto, ehemals BitBay, unterzeichnete den Sponsorenvertrag im Oktober 2025 in Monaco. Am 17. April 2026 leitete die Regionalstaatsanwaltschaft in Katowice Ermittlungen gegen die Börse wegen groß angelegten Betrugs und Geldwäsche ein, wobei der anfängliche Schaden auf mindestens 350 Millionen PLN geschätzt wurde. Es wurden mehrere tausend Beschwerden eingereicht und hunderte Opfer befragt. Die drei Olympia-Medaillengewinner gehörten zu den Betroffenen des Liquiditätskollapses der Plattform.
Frühere Teilzahlungen
Athleten, die die Plätze 4 bis 8 belegten, erhielten den Großteil der ihnen zustehenden 280.000 PLN Ende April, unterstützt durch einen anderen PKOl-Sponsor, während die Medaillengewinner bis Mitte Juni warten mussten, bis der 1,1-Millionen-PLN-Pool aus privaten Spenden zusammengetragen war. Die Lösung beendet einen Skandal, der einen Schatten auf Polens erfolgreichstes Abschneiden bei Olympischen Winterspielen seit Jahrzehnten geworfen hatte.


