
Britisches Gericht verurteilt südsudanesischen Jugendlichen, weil er 165 Migranten über den Ärmelkanal gesteuert hat
Der Canterbury Crown Court verurteilte den 19-jährigen Chan Mathok Atak zu 27 Monaten Haft, weil er am 23. Juli ein luftverlierendes Boot mit 165 Migranten von Frankreich nach England gesteuert hatte.
Urteilsverkündung am Canterbury Crown Court
Ein 19-jähriger Asylbewerber aus dem Südsudan wurde am Freitag am Canterbury Crown Court zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Chan Mathok Atak hatte zuvor ein Schuldbekenntnis zu einer einzigen Anklage der Gefährdung anderer bei einer Überfahrt von Frankreich nach Großbritannien abgelegt. Atak erschien zur Verhandlung in einem T-Shirt und mit einem großen weißen Rosenkranz um den Hals und verfolgte die Verhandlung mit Hilfe eines arabischen Dolmetschers. Richterin Sarah Counsell entschied, dass die Schwere des Verhaltens eine sofortige Haftstrafe erfordere, und warnte zugleich, dass Atak nach Verbüßung seiner 27-monatigen Haftstrafe von einer automatischen Abschiebung bedroht sei.
Wer sich dafür entscheidet, solche Boote zu steuern, übernimmt die Verantwortung für die Sicherheit der Menschen an Bord.
Zustand des Bootes während der Überfahrt im Juli
Der Vorfall ereignete sich am 23. Juli, als Atak ein etwa 14 Meter langes Schlauchboot mit starrem Rumpf steuerte, das 165 Menschen über den Ärmelkanal beförderte. Unter den Passagieren des buslangen Bootes befanden sich 31 Kinder im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, der Jüngste war 14 Jahre alt. Staatsanwalt James Harrison teilte dem Gericht mit, dass das Boot schwere technische Probleme hatte, nur mit einem seiner beiden Außenbordmotoren lief und weder über Navigationsgeräte noch über Erste-Hilfe-Ausrüstung verfügte. Überwachungsaufnahmen aus der Luft zeigten, wie Atak das Boot mindestens 90 Minuten lang steuerte, während er eine schwarze Jacke mit einem „Italia“-Logo trug, bevor er das Kleidungsstück ablegte und sich unter die Passagiere kauerte, um nicht entdeckt zu werden. Das Boot verlor langsam Luft und nahm während der gesamten Überfahrt Wasser auf, sodass ein Passagier ständig Luft in die Schläuche pumpen musste, bevor die Grenzschutzbehörde Großbritanniens das Boot abfing.
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Juristische Argumente und richterliche Feststellungen
Die Verteidigerin Audrey Cherryl Mogan erklärte, Atak sei vor der Gewalt im Südsudan geflohen und habe weder die Organisation der Überfahrt noch die Auswahl des Bootes oder die Zahl der Passagiere an Bord beeinflusst. Die Verteidigung betonte, es gebe nicht ein einziges Beweisstück, das ihn mit der Überfüllung oder dem Fehlen von Sicherheitsausrüstung an Bord in Verbindung bringe. Richterin Counsell akzeptierte, dass Atak den Schleusungsbetrieb nicht koordiniert habe, hielt jedoch fest, dass Steuerleute die rechtliche Verantwortung für die Personen an Bord übernehmen und die öffentlichen Dienste belasten. Nach der Urteilsverkündung verurteilte die National Crime Agency die Überfahrt.
Chan Atak handelte unvorstellbar rücksichtslos, und seine Taten hätten leicht viele Todesfälle verursachen können, wäre dieses Boot nicht abgefangen worden.
Anwendung des Gesetzes zur Bekämpfung der Schleusung von 2026
Die Strafverfolgung stellt eine Anwendung der im Januar 2026 eingeführten Gesetzgebung dar, die speziell Personen unter Strafe stellt, die Migrantenboote steuern und Menschenleben gefährden. Die ersten Verurteilungen nach diesem Gesetz erfolgten im Juni 2026, als ein afghanischer Staatsangehöriger und ein sudanesischer Staatsangehöriger zu Haftstrafen von mindestens zwei Jahren verurteilt wurden. Die 165 Migranten an Bord von Ataks Schlauchboot stellten die höchste bis dahin registrierte Zahl auf einem einzelnen Boot dar, obwohl diese Zahl im August übertroffen wurde, als ein anderes Boot mit 230 Menschen übergesetzt wurde. Das Urteil folgt auf öffentliche Spannungen über die Ankünfte im Ärmelkanal, darunter Demonstrationen an der Südküste Anfang September, bei denen Menschenmengen wegen der Überfahrten mit kleinen Booten Straßen blockierten.
- 23. Juli 2026
- 165 Personen
- August 2026
- 230 Personen


