
Mailands FTSE Mib schließt über 54.000 Punkten, da Hormuz-Abkommen europäische Märkte beflügelt
Europäische Aktien stiegen am 6. August den vierten Handelstag in Folge, wobei der Mailänder FTSE Mib über 54.000 Punkten schloss, da ein Abkommen zwischen Iran und Oman über eine Seeroute durch die Straße von Hormuz die Ölpreise drückte. Die asiatischen Märkte gaben nach, Südkorea verlor 4% aufgrund von Technologieverkäufen.
Europäische Märkte setzen Gewinnserie fort
Die europäischen Aktienmärkte stiegen am 6. August den vierten Handelstag in Folge, wobei der Mailänder FTSE Mib erstmals über 54.000 Punkten schloss. Der Index legte um 0,4% zu und stellte einen neuen Rekord auf, nachdem er im Mittagshandel zeitweise um bis zu 0,97% zugelegt hatte. Der Frankfurter DAX schloss mit einem Plus von 0,05% bei 26.140 Punkten, der Pariser CAC40 gewann 0,35% und der paneuropäische Stoxx 600 stieg um 0,16%. Der Londoner FTSE war der Außenseiter und schloss mit einem Minus von 0,19%. Der BTP-Bund-Spread blieb bei rund 77 Basispunkten unverändert, die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen lag bei 3,9%.
- FTSE Mib eröffnet mit +0,46% bei 53.692,90 Punkten
- FTSE Mib notiert zur Mittagszeit mit +0,97%
- FTSE Mib schließt mit +0,4% über 54.000 Punkten, ein neuer Rekord
Hormuz-Abkommen und Ölpreise
Brent-Rohöl wurde bei rund 80 Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem Iran bekannt gegeben hatte, dass es mit Oman eine Einigung über eine geplante Seeroute durch die Straße von Hormuz erzielt habe, was die Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Energieflüsse durch die strategische Wasserstraße erhöht. Im Tagesverlauf war Brent kurzzeitig unter 80 Dollar gefallen, während US-WTI knapp über 75 Dollar notierte. Das während der Sitzung veröffentlichte Konjunktur bulletin der EZB stellte fest, dass Brent nach der Unterzeichnung eines Absichtsprotokolls zwischen den USA und Iran, in dem sich beide Parteien zur Wiederherstellung des freien Transit durch die Straße verpflichteten, zunächst stark gefallen sei. Das Bulletin fügte jedoch hinzu, dass die Preise nach neuen militärischen Angriffen und nachdem Präsident Trump das Ende des Waffenstillstands erklärt hatte, wieder gestiegen seien und etwa 1% unter dem am 11. Juni verzeichneten Niveau lägen.
Bankensektor treibt Mailand an
Italienische Banken führten die Rally in Mailand an. Die Banco BPM legte bis zum Mittag um 5,11% zu, nachdem sie Halbjahresergebnisse vorgelegt und ihre Prognose für 2026 angehoben hatte, zusammen mit der Entscheidung, bis zum Ende ihres Plans im Jahr 2027 zusätzlich eine Milliarde Euro an die Aktionäre auszuschütten. Generali gewann 1,8%, MPS stieg um 1,33% und Unicredit legte um 0,64% zu. Bper drehte einen frühen Gewinn von 1% ins Minus und notierte zur Mittagszeit 0,55% tiefer. Zu den größten Verlierern gehörten Tenaris mit einem Minus von 2,59% und ST mit einem Rückgang von 1,04%. Im Mediensektor schoss WPP um 26,5% in die Höhe, der größte Tagesgewinn seit dem Börsengang 1995.
- Mailand
- 0.4 %
- Paris
- 0.35 %
- Stoxx 600
- 0.16 %
- Frankfurt
- 0.05 %
- London
- -0.19 %
Asiatische Märkte geben wegen Tech-Sorgen nach
Die asiatischen Märkte bewegten sich in die entgegengesetzte Richtung und wurden von einer neuen Welle der Besorgnis über die hohen Investitionsströme in künstliche Intelligenz nach unten gezogen. Der südkoreanische Leitindex fiel um 4%, wobei Samsung und SK Hynix allein für über 40% des Index standen. Auch Japan schloss im Minus. Der am Vortag durch Technologieverkäufe ausgelöste Rückgang hatte auch den Nasdaq nach unten gezogen. Die S&P-500-Futures stiegen um 0,2%, während die Nasdaq-100-Futures um 0,3% fielen.
Anlageausblick
Filippo Di Naro, Chief Investment Officer bei Anima Sgr, beschrieb das derzeitige Umfeld als eines der "wechselnden Winde".
Nach Monaten positiver Performance an den wichtigsten Aktienmärkten erscheint die Anlagelandschaft heute anspruchsvoller. Die Sektorführerschaft wechselt schnell - von Halbleitern zu Themen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und Rechenzentren, wo sich die Aufmerksamkeit zunehmend vom Investitionswachstum auf die Nachhaltigkeit der Cashflows verlagert - während sich die geopolitischen Gleichgewichte als fragil und instabil erweisen. Zu dieser Unsicherheit kommt diejenige in Bezug auf die Geldpolitik hinzu, die von einem sich ständig weiterentwickelnden Szenario beeinflusst wird.
Robeco-Analysten stellten ein wachsendes Interesse der Anleger an europäischen Aktien fest und verwiesen auf das geringere Konzentrationsrisiko. Sie wiesen darauf hin, dass die zehn größten Indexkomponenten in Europa 20,6% des Index ausmachen, verglichen mit 38,4% in den USA. Viele große europäische Unternehmen erzielen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze außerhalb Europas und bieten den Anlegern so Zugang zu diversifizierten Geschäftsmodellen. Die Marktteilnehmer warten auch auf den wichtigen US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht werden soll.


