
Édouard Philippe schlägt 2-Milliarden-Euro-Klimaanpassungsfonds und französische Löschflugzeuge für 2027 vor
Der Horizons-Präsidentschaftskandidat Édouard Philippe stellte am Donnerstag in Maine-et-Loire seinen Klimaanpassungsplan vor. Er versprach einen jährlichen Fonds in Höhe von 2 Milliarden Euro, Regenwasserspeicher-Infrastruktur und die inländische Herstellung von Löschflugzeugen.
Anpassungsplattform in Maine-et-Loire
Am Donnerstag, den 17. September 2026, präsentierte der Horizons-Präsidentschaftskandidat und Bürgermeister von Le Havre, Édouard Philippe, sein Umweltprogramm im Département Maine-et-Loire im Westen Frankreichs. Am Ufer der Loire, die im Februar 2026 Hochwasserspitzen und im Sommer Trockenheit erlebte, fokussierte der ehemalige Premierminister seine Wahlkampfstrategie auf die Anpassung an den Klimawandel. Philippe bezeichnete das Programm als eine souveräne Klimasicherheitspolitik und stellte die Staatsautorität und den kollektiven Schutz ins Zentrum seiner Plattform. Bei einem Besuch der Obstplantagen von Souzay in Corzé traf Philippe die Obstbäuerin Édith Emereau, die das von Dürre geschädigte Anwesen vor sechs Jahren übernommen hatte, um über Wasserzugang und landwirtschaftliche Rentabilität zu sprechen. In einer Rede, die er später am Abend in Les Ponts-de-Cé bei Angers hielt, erläuterte Philippe die staatlichen Maßnahmen, die erforderlich sind, um die französische Infrastruktur, Landwirtschaft und die Rettungsdienste auf die Klimaveränderungen vorzubereiten.
Vorgeschlagener Anpassungsfonds und staatliche Maßnahmen
Der Politikvorschlag sieht einen einzigen Klimaanpassungsfonds mit einem jährlichen Budget von 2 Milliarden Euro vor. Im Rahmen dieser Initiative forderte Philippe die heimische Produktion französischer Löschflugzeuge während der nächsten fünfjährigen Amtszeit des Präsidenten, um die Feuerbekämpfungskapazität zu verbessern. Der Kandidat schlug außerdem die Schaffung eines ökologischen Nationaldienstes sowie eines jährlichen nationalen Alarmtages vor, um die Öffentlichkeit für Extremwetterereignisse zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Der Vorschlag skizziert drei breite strukturelle Initiativen: einen Infrastruktur-Anpassungsplan, einen Plan für Berggebiete und einen öffentlichen Schwimmplan. In seiner Rede in Les Ponts-de-Cé erklärte Philippe, dass Frankreich nach den extremen Bedingungen des Sommers 2026 in eine neue Ära eingetreten sei.
Wir werden uns das Klima des Jahres 2050 nicht aussuchen, es wird sich uns aufzwingen. Aber wir können uns das Frankreich aussuchen, das ihm begegnen wird. Wir können uns entscheiden, bereit zu sein.
- Überschwemmungen im Winter setzen Teile von Les Ponts-de-Cé entlang der Loire unter Wasser.
- Schwere Dürre senkt den Wasserstand der Loire und beeinträchtigt die regionale Landwirtschaft.
- Édouard Philippe besucht Corzé und hält seine klimapolitische Rede in Les Ponts-de-Cé.
Wasserwirtschaft und Agrarpolitik
Die Wasserbewirtschaftung ist ein Kernbestandteil der im Loire-Becken vorgestellten Anpassungsstrategie. Philippe schlug vor, Speicherkapazitäten für überschüssiges Regenwasser zu schaffen und die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser zu erhöhen, anstatt in Trockenperioden auf Grundwasserreserven zurückzugreifen. Angesichts der regionalen landwirtschaftlichen Herausforderungen nach einem Sommer mit reduzierten Flussläufen und Dürre argumentierte Philippe, dass die Kürzung des Wasserzugangs die heimische Nahrungsmittelproduktion zerstören würde, anstatt die Umwelt zu schützen. Gegenüber lokalen Landwirten erklärte er, dass die Agrarpolitik die wesentlichen Wasserressourcen sichern müsse, um das Überleben der regionalen Betriebe zu gewährleisten.
Wir werden Wasser speichern, denn eine Landwirtschaft ohne Wasser ist keine grünere Landwirtschaft. Es ist eine Landwirtschaft, die verschwindet.
Politische Positionierung für 2027
Philippe positionierte seine Vorschläge als einen liberalen, marktkompatiblen Ansatz in der Umweltpolitik und versuchte, einen Mittelweg zwischen rivalisierenden politischen Bewegungen im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 zu finden. Er kritisierte Marine Le Pen und den Rassemblement National direkt für ihre Klimaskepsis und verwies auf ihren Besuch am Donnerstag bei den von Sommerwaldbränden in Le Porge in der Gironde betroffenen Anwohnern. Gleichzeitig lehnte Philippe die antikapitalistischen Positionen von Jean-Luc Mélenchon und La France Insoumise ab und argumentierte, dass die Anpassung mit der Wirtschaftstätigkeit einhergehen müsse. Während seines Rundgangs durch die Apfelplantagen von Corzé erinnerte Philippe an den früheren Präsidenten Jacques Chirac, indem er seinen Zuhörern sagte, sie sollten Äpfel essen, und dabei über die Entwicklung seiner eigenen Umweltansichten nachdachte.
Ich bin nicht in die politische Ökologie hineingeboren. Dieses Bewusstsein kam allmählich zu mir.
Philippe schloss seine Ansprache mit der Feststellung, dass die Anpassung an den Klimawandel eine von drei zentralen Herausforderungen sei, vor denen Frankreich im kommenden Jahrhundert stehe.


