
Französische Sozialistische Partei suspendiert Abgeordneten Philippe Brun wegen Gewaltvorwürfen
Die Französische Sozialistische Partei suspendierte den Abgeordneten Philippe Brun am 16. September 2026 vorläufig und schloss ihn von der Präsidentschaftsvorwahl 2027 aus, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter eine nächtliche Beschwerde eingereicht hatte.
Suspendierung und Ausschluss von der Vorwahl
Die Französische Sozialistische Partei gab am Mittwoch, dem 16. September 2026, die vorläufige Suspendierung des Abgeordneten Philippe Brun und seinen Ausschluss von der Vorwahl der sozialistischen und demokratischen Linken für die Präsidentschaftswahl 2027 bekannt. Brun, sozialistischer Abgeordneter des vierten Wahlkreises des Départements Eure, hatte in extremis die notwendigen Unterstützungen gesammelt, um sich als Kandidat zu registrieren. Sein Präsidentschaftswahlkampf wurde am Mittwochmorgen während einer Sitzung des Nationalbüros der Sozialistischen Partei gestoppt, an der auch die stellvertretende Vorsitzende Johanna Rolland teilnahm, die an der Entscheidung zur Blockade seiner Kandidatur beteiligt war.
Patrick Menucci, der Vorsitzende der Vorwahl-Organisationskommission, bestätigte, dass Brun aufgrund von Gewaltvorwürfen ausgeschlossen wurde. Während Menucci der Agence France-Presse mitteilte, dass das Wort „sexuell“ während der Bewertung der Kommission nicht gefallen sei, charakterisierten Parteiführer gegenüber France Télévisions die Mitteilung als Vorwürfe sexistischer und sexueller Gewalt. Zusätzliche interne Quellen innerhalb der Sozialistischen Partei erklärten, dass die Anschuldigungen Handlungen betreffen, die unter das Strafrecht fallen könnten.
- Ein ehemaliger Mitarbeiter reicht eine Beschwerde bei der Parteiführung der Sozialistischen Partei ein.
- Das Nationalbüro der Sozialistischen Partei suspendiert Philippe Brun und schließt ihn von der Vorwahl aus.
- Die sozialistische Parlamentsgruppe tritt zusammen, um Bruns Status zu erörtern.
Reaktion und Verteidigung von Philippe Brun
Brun gab am Mittwochmorgen eine formelle Pressemitteilung heraus, in der er erklärte, dass er sowohl von seiner vorläufigen Suspendierung von der Sozialistischen Partei als auch von seinem Ausschluss von der Vorwahl mit Erstaunen erfahren habe. Der Abgeordnete betonte, dass ihm die konkreten gegen ihn erhobenen Vorwürfe völlig unbekannt seien, und wies darauf hin, dass er vor der Verhängung der Sanktion weder befragt noch vor einer Parteikommission angehört worden sei.
Ein ehemaliger Mitarbeiter, den ich wegen schweren Fehlverhaltens entlassen hatte, soll die Parteiführung gestern um 23:50 Uhr über Handlungen informiert haben, die unter das Strafrecht fallen könnten. Ich kenne diese Tatsachen nicht. Ich weiß nicht, wessen ich beschuldigt werde. Ich wurde von den Parteikommissionen nicht angehört.
Brun kritisierte den Zeitpunkt und die Grundlage der Entscheidung und protestierte dagegen, dass eine zehn Minuten vor Mitternacht überbrachte Mitteilung genutzt wurde, um einen gewählten Parlamentarier zu blockieren, der erfolgreich alle erforderlichen Unterstützungen gesammelt hatte. Er stellte fest, dass das summarische Verfahren ihm keine Gelegenheit ließ, die Behauptungen zu prüfen oder anzufechten. Als Reaktion auf die Suspendierung berief die sozialistische Parlamentsgruppe in der französischen Nationalversammlung am Mittwochmorgen um 11:00 Uhr eine interne Sitzung ein, um Bruns Status innerhalb der Fraktion zu überprüfen.
Fünf Kandidaten für den Wahlkampf 2027 bestätigt
Nachdem Brun aus dem Rennen ausgeschlossen war, veröffentlichte die Vorwahl-Organisationskommission die offizielle Liste der fünf Kandidaten, die für die sozialdemokratische Nominierung bei der Präsidentschaftswahl 2027 zugelassen sind. Brun hatte erwartet, als sechster Kandidat an der Vorwahl teilzunehmen, bevor das Nationalbüro der Partei am Mittwochmorgen seinen Wahlkampf stoppte.
Die fünf von der Kommission bestätigten Kandidaten sind Olivier Faure, Jérôme Guedj, Emmanuel Maurel, Raphaël Glucksmann und Ségolène Royal. Die Organisationskommission gab bekannt, dass alle fünf Politiker alle Verwaltungsvorschriften erfüllt und die notwendigen Unterstützungen für die Teilnahme an der bevorstehenden Vorwahl der sozialistischen und demokratischen Linken gesichert haben.


