
Rumänische Staatsanwälte beschlagnahmen Vermögenswerte in Höhe von 6,4 Millionen Euro von Pflegeheimbesitzer Viorel Pașca
DIICOT hat alle Vermögenswerte von Viorel Pașca und seinem Verein eingefroren, um moralischen Schadenersatz für 128 mutmaßliche Opfer von Ausbeutung in nicht genehmigten Pflegeheimen zu sichern.
Die rumänische Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität (DIICOT) hat eine umfassende Beschlagnahme der Vermögenswerte von Viorel-Teodor Pașca und seinem Verein „Dumbrava – Dumnezeu Poartă de Grijă“ im sogenannten „Azilele groazei“-Fall (Pflegeheime des Grauens) verhängt. Die Maßnahme, die vom Anwalt als existenzbedrohend für die Familie beschrieben wird, zielt auf 6,4 Millionen Euro moralischen Schadenersatz für 128 Opfer sowie 13,3 Millionen Lei ab, die zwischen 2020 und 2025 für Unterkunft und Verpflegung schutzbedürftiger Menschen eingenommen wurden.
Die Beschlagnahme
Die Staatsanwaltschaft fror sämtliches bewegliches und unbewegliches Eigentum von Pașca und dem Verein ein, einschließlich aller Bankkonten. Die Aktion ist präventiv und soll verhindern, dass die Verdächtigen Vermögenswerte veräußern oder insolvent werden, bevor der Prozess abgeschlossen ist. Die Justizbehörden beriefen sich auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, insbesondere Air Canada gegen das Vereinigte Königreich (1995), um zu argumentieren, dass die Einschränkung des Eigentumsrechts im Verhältnis zum Ziel des Schutzes der Grundrechte der Geschädigten stehe.
Das gesamte Geld wurde während der Durchsuchungen weggenommen. Praktisch hat die Familie Pașca kein Geld mehr zum Überleben.
Opfer und Schadenersatz
Die Staatsanwaltschaft erhob von Amts wegen Zivilklage für 128 der 210 Personen, die im Menschenhandelsfall als Opfer gelten, und forderte 50.000 Euro moralischen Schadenersatz pro Person. Die gesamte Beschlagnahme für Schadenersatz beläuft sich auf 6,4 Millionen Euro. Zusätzlich wurden 13.319.977,47 Lei (die zwischen 2020 und 2025 für Unterkunft und Verpflegung eingenommenen Beträge) blockiert. Zum Zeitpunkt der Razzien waren über 400 Personen in den Einrichtungen untergebracht, aber nur 210 wurden als Geschädigte eingestuft, und für nur 128 wurde Zivilklage erhoben.
- Insgesamt umgesiedelte Bewohner
- 409 Personen
- Opfer im Menschenhandelsfall
- 210 Personen
- Zivilkläger für Schadenersatz
- 128 Personen
Regierungsreaktion
Die rumänische Regierung gab 19 Millionen Lei frei, um die 409 aus den Einrichtungen des Vereins umgesiedelten Personen zu versorgen. Die Summe soll die Kosten für 6 bis 12 Monate decken, was zwischen 3.871 und 8.742 Lei pro schutzbedürftiger Person entspricht.
Gerichtsverfahren
Am Donnerstag, dem 2. Juli, stellte das Tribunal Bukarest sechs Personen aus dem Fall unter gerichtliche Kontrolle und lehnte den Antrag der Staatsanwaltschaft auf 30-tägige Untersuchungshaft ab. Viorel Pașca, seine Frau, drei Söhne und ein Angestellter wurden unter Aufsicht gestellt. Die Ermittlungen nutzten vier verdeckte Ermittler, um Beweise für die Aktivitäten des Netzwerks zu sammeln.


