
Petrobras entdeckt Öl vor der Küste von Amapá, während Lula Bohranschiff im Amazonasbecken besucht
Petrobras hat in einer Tiefe von 2.886 Metern vor der Küste von Amapá Kohlenwasserstoffe nachgewiesen, was Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zu einem Besuch des Bohrschiffs veranlasste, bevor die Wahlen im Oktober anstehen.
Offshore-Entdeckung und Präsidentenbesuch
Petrobras bestätigte den Nachweis von Kohlenwasserstoffen im Foz do Amazonas-Becken am 17. August 2026. Die Entdeckung erfolgte in der Erkundungsbohrung Morpho im Block FZA-M-59, die sich etwa 175 bis 180 Kilometer vor der Küste des Bundesstaates Amapá in einer Wassertiefe von 2.886 Metern befindet. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva flog zum Offshore-Bohrschiff, bevor er an einer offiziellen Pressekonferenz in der Küstengemeinde Oiapoque teilnahm. Gemeinsam mit Petrobras-Chefin Magda Chambriard und Senatspräsident Davi Alcolumbre trug Lula eine orangefarbene Uniform eines Erdölarbeiters und zeigte ein Glasfläschchen mit Rohöl aus der Offshore-Bohrung. Der Präsident erklärte, dass die nördlichen Offshore-Ressourcen Einnahmen generieren würden, um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen und saubere Technologieprogramme zu finanzieren.
Wenn ich ‚Pass‘ sage, verneine ich nicht mein Engagement für den Kampf um einen Tag, an dem wir keine fossilen Brennstoffe mehr brauchen, denn Brasilien wird weiterhin der König der Biokraftstoffinnovation sein und ein wichtiger Akteur bei erneuerbaren Energien bleiben.
Erkundungszeitplan und technische Bewertung
Die Offshore-Bohrung im Block FZA-M-59 begann im Oktober 2025 nach einem fünfjährigen Umweltgenehmigungsverfahren. Kohlenwasserstoffe wurden durch elektrische Bohrlochmessungen und Gesteinsproben nachgewiesen, die während der Tiefseebohrung etwa 350 Kilometer vom Amazonasbecken entfernt entnommen wurden. Petrobras-Chefin Magda Chambriard erklärte, dass die technischen Teams weitere 15 bis 20 Tage Bohrzeit benötigen, um die Bohrung abzuschließen und das genaue Volumen der Lagerstätte zu berechnen. Weitere Laboranalysen werden die Qualität des Rohöls bewerten und feststellen, ob die Lagerstätte eine kommerzielle Förderung erlaubt. Der Fund liegt innerhalb der Äquatorialrandzone (Equatorial Margin), einer küstennahen geologischen Region, die sich von Amapá bis Rio Grande do Norte über fünf Offshore-Becken erstreckt: Foz do Amazonas, Para-Maranhao, Barreirinhas, Ceara und Potiguar. Vorläufige geologische Schätzungen deuten darauf hin, dass die gesamte Äquatorialrandzone bis zu 10 Milliarden Barrel Öl enthalten könnte, mit einem geschätzten Wert von 3,8 Billionen Reais (720 Milliarden US-Dollar).
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- Petrobras beginnt mit Tiefsee-Erkundungsbohrungen in der Äquatorialrandzone
- Kohlenwasserstoffe werden im Block FZA-M-59 in einer Wassertiefe von 2.886 Metern nachgewiesen
- Präsident Lula da Silva besucht Bohrschiff und nimmt an Pressekonferenz in Oiapoque teil
Strategische Produktionsziele und Investitionspläne
Die Erkundungskampagne ist Teil des Geschäftsplans von Petrobras 2026–2030, der 2,5 Milliarden US-Dollar (13 Milliarden Reais) für Erkundungsbohrungen in den nördlichen Küstenbecken vorsieht. Petrobras plant, 15 Bohrungen in der Äquatorialrandzone niederzubringen, darunter drei weitere Bohrungen im Morpho-Sektor und fünf Bohrungen in angrenzenden Konzessionen. Brasilien rangiert derzeit als siebtgrößter Ölproduzent der Welt, und die Regierungsplaner streben den fünften Platz weltweit an. Die heimische Produktion bleibt stark abhängig von den Vorsalz-Vorkommen (pre-salt), die 2006 vor der Küste von São Paulo entdeckt wurden und 80 % der nationalen Rohölförderung ausmachen. Staatliche Planer und Petrobras-Verantwortliche wollen die nördlichen Offshore-Reserven erschließen, um künftige Rückgänge in den Vorsalz-Becken auszugleichen, und lassen sich dabei von Offshore-Entwicklungen im benachbarten Guyana inspirieren.
- Lokales Gebiet Foz do Amazonas
- 3 Bohrungen
- Angrenzende Meeresgebiete
- 5 Bohrungen
- Gesamtplan Äquatorialrandzone
- 15 Bohrungen
Umweltstreitigkeiten und regulatorische Reibungen
Die Erkundung im Foz do Amazonas-Becken hat zu Spannungen zwischen dem Ministerium für Bergbau und Energie und dem Ministerium für Umwelt und Klimawandel geführt. Umweltnetzwerke und indigene Organisationen haben Klagen gegen die brasilianische Regierung und Petrobras eingereicht, um die maritime Erkundung zu stoppen, und dabei Risiken für Mangrovensysteme und die marine Biodiversität angeführt. Suely Araújo, Koordinatorin des NGO-Netzwerks Observatório do Clima, erklärte, dass die Aufsichtsbehörden es versäumt hätten, traditionelle Gemeinschaften zu konsultieren, und Rechenfehler bei der Eindämmung von Ölverschmutzungen gemacht hätten. Petrobras erklärte, dass das Unternehmen während der Offshore-Erkundung noch nie einen Ölunfall verzeichnet habe, und präsentierte Notfall-Unterwasserausrüstung, die dazu dient, beschädigte Bohrlöcher abzudichten. Da Amapá 87 % Schutzreserven und 90 % intakte Waldbedeckung aufweist, überprüfen die Umweltbehörden weiterhin die Betriebssicherheitsprotokolle, während die Bohrungen voranschreiten.
