
Schweiz trifft im WM-Achtelfinale auf Algerien – mit Ex-Coach Petkovic auf der Gegenseite
Algeriens Trainer Vladimir Petkovic, der die Schweiz von 2014 bis 2021 führte, trifft am Donnerstag im WM-Achtelfinale in Vancouver auf seine ehemalige Mannschaft. Der Schweizer Trainer Murat Yakin hofft, seine ungeschlagene Bilanz gegen seinen einstigen Mentor fortzusetzen.
Petkovics Schweizer Karriere
Vladimir Petkovic ist eng mit dem Schweizer Fußball verbunden. Er trat 1987 dem Club Chur 97 bei, spielte und trainierte im Inland, bevor er die Nationalmannschaft 2018 ins Achtelfinale der WM und 2021 ins Viertelfinale der EM führte – das beste Abschneiden der Schweiz bei einem großen Turnier. Nach seinem Abschied 2021 will er nun verhindern, dass seine frühere Mannschaft in die nächste Runde einzieht.
- Tritt dem Schweizer Club Chur 97 als Spieler bei.
- Zum Cheftrainer der Schweizer Nationalmannschaft ernannt.
- Führt die Schweiz bei der WM in Russland ins Achtelfinale.
- Führt die Schweiz ins Viertelfinale der Europameisterschaft – ein Novum für die Nation.
- Verlässt die Schweizer Nationalmannschaft nach sieben Jahren.
- Trainiert Algerien beim WM-Achtelfinale in Vancouver gegen die Schweiz.
Ein Wiedersehen ohne Geheimnisse
Der in Bosnien geborene Petkovic, der die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt und dessen Familie noch im Tessin lebt, wies die Idee zurück, dass seine intime Kenntnis der Schweizer Spieler Algerien einen Vorteil verschaffe. Der Schweizer Stürmer Breel Embolo, der 2015 unter Petkovic debütierte, pflichtete bei, dass die Vertrautheit in beide Richtungen wirke: „Er kennt viele Spieler, aber bei mir ändert sich nichts.“
Die Welt des Fußballs ist universell geworden, jeder kennt jeden. Es gibt keine wahren Geheimnisse mehr im Spiel. Ich glaube nicht, dass es ein großer Vorteil ist, den einen oder anderen zu kennen. So wie ich die Spieler kenne, kennen die Spieler mich. Und es ist eine große Freude, gegen sie anzutreten.
Eine Trainerlinie
Der Schweizer Trainer Murat Yakin verriet, dass er während seines Trainerscheins ein Praktikum bei Petkovic bei den Young Boys absolvierte. In fünf Begegnungen in der Schweizer Super League verlor Yakin nie gegen Petkovic (zwei Siege, drei Unentschieden). Embolo merkte an, dass beide Trainer den Drang haben, Geschichte zu schreiben, fügte aber lachend hinzu, dass „sie anders aussehen“, als er nach ihren größten Unterschieden gefragt wurde.
Ich habe bei ihm ein Praktikum gemacht, als ich meinen Trainerschein machte und er die Young Boys trainierte. Ich schätze seine Arbeitsweise, die Freiheit, die er den Spielern gibt.
Der Weg nach Vancouver
Algerien erreichte nach einer dramatischen Gruppenphase zum zweiten Mal ein WM-K.o.-Runde: eine 0:3-Niederlage gegen Argentinien, ein Sieg gegen Jordanien und ein 3:3-Unentschieden gegen Österreich, bei dem sie in der Nachspielzeit führten, bevor sie den Ausgleich hinnehmen mussten. Die Schweiz, die zum vierten Mal in Folge im WM-K.o.-Runde steht, zog mit einem 2:1-Sieg über Kanada im letzten Gruppenspiel ins Achtelfinale ein.
Personal und Spielpläne
Der Schweiz fehlt möglicherweise Rechtsverteidiger Luca Jaquez, der am Dienstag das Training verpasste; Denis Zakaria oder Silvan Widmer könnten beginnen. Embolo warnte, dass seine algerischen Gegner „technisch versiert“ sind und „auf eine neue Generation von Spielern zählen können, die in Deutschland und Frankreich gute Leistungen zeigen“. Beide Seiten bereiteten sich auf Elfmeter vor: Yakin organisierte einen Workshop zum Elfmeterschießen, während Embolo einräumte, dass das Training den Druck nicht simulieren könne.
Die neue Generation algerischer Spieler zeigt in Deutschland und Frankreich sehr gute Leistungen. Wir haben enormen Respekt vor ihnen, aber mit unseren Stärken können wir ihnen wehtun.


