
Peru ruft für 796 Bezirke den Notstand aus – El-Niño-Regen bedrohen 9,3 Millionen Menschen
Das am Donnerstag veröffentlichte Regierungsdekret umfasst 796 Bezirke und ermöglicht außerordentliche Maßnahmen zum Schutz von über 9,3 Millionen Menschen vor Überschwemmungen und Erdrutschen. Die Behörden haben die erwartete Intensität von El Niño von mäßig auf stark heraufgestuft.
Die peruanische Regierung hat am Donnerstag für 796 Bezirke einen 60-tägigen Notstand ausgerufen und sich dabei auf eine „unmittelbare Gefahr“ durch starke Regenfälle im Zusammenhang mit dem Klimaphänomen El Niño berufen. Das im Amtsblatt veröffentlichte Dekret umfasst rund 40 % der 1.800 Bezirke des Landes und ermöglicht außerordentliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.
Ausmaß des Risikos
Mehr als 9,3 Millionen Peruaner sind dem nationalen Zentrum für Risikoabschätzung, -prävention und -minderung (Cenepred) zufolge einem sehr hohen Risiko durch Überschwemmungen und Erdrutsche ausgesetzt. Das Regierungsdekret stellt fest, dass die Bezirke einem „sehr hohen“ Risiko ausgesetzt seien und dringende Maßnahmen erforderlich seien, da die Auswirkungen von El Niño zunähmen. Seit Jahresbeginn fallen in ganz Peru praktisch ununterbrochen starke Regenfälle, die im Februar und März gefährliche Schlammlawinen auslösten.
Wir haben für 60 Tage den Notstand in 796 Gemeinden ausgerufen, die von den erwarteten starken Regenfällen im Zusammenhang mit dem El-Niño-Phänomen betroffen sind.
Intensität von El Niño heraufgestuft
Die peruanische Behörde, die El Niño überwacht, hat die erwartete Intensität des Phänomens kürzlich von mäßig auf stark heraufgestuft. Die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik waren im Juni besonders hoch. Vor der Küste Perus erreichte der Meeresstreifen laut dem europäischen Copernicus-Meeresdienst bis zu 26 Grad Celsius, fünf Grad über dem saisonalen Durchschnitt. Experten warnen, dass El Niño bis Ende des Jahres zu einem der intensivsten seit Beginn der Aufzeichnungen werden könnte.
Bisherige Bilanz und Reaktion
Im Jahr 2023 forderten durch El Niño verstärkte Überschwemmungen und Erdrutsche in Peru 99 Todesopfer. Die derzeitige Notstandserklärung ermöglicht es den regionalen und lokalen Behörden, in Abstimmung mit dem Zivilschutz und mit staatlicher Unterstützung außergewöhnliche Maßnahmen zum Schutz von Menschen und Infrastruktur zu ergreifen. Das Dekret ermächtigt die Regierung, außerordentliche Maßnahmen zur Risikominderung in den betroffenen Bezirken durchzuführen.
dringende Maßnahmen erforderlich sind
Klimakontext
El Niño ist ein natürliches Klimamuster, das alle paar Jahre auftritt, wenn die Meeresoberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik über den Durchschnitt steigen und globale Wettermuster durcheinanderbringen. Das Phänomen kann Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen von Amerika über Südostasien bis nach Afrika auslösen. Das derzeitige Ereignis wird voraussichtlich bis Ende 2026 anhalten und sich verstärken.
- Bezirke unter Notstand
- 796
- Bezirke insgesamt
- 1800
- Bevölkerung mit Risiko
- 9300000

