
Peru-Erdbeben: Beben der Stärke 5,1–5,5 fordert 6 Tote und 32 Verletzte in Junín
Ein flaches Erdbeben erschütterte am Samstagabend die Provinz Chupaca im zentralen Peru, ließ Lehmhäuser einstürzen und legte in sieben Bezirken die Stromversorgung lahm. Die Behörden melden mindestens sechs Tote, 32 Verletzte und 300 Obdachlose.
Das Erdbeben
Ein flaches Erdbeben erschütterte die zentralperuanische Provinz Chupaca am Samstag, den 18. Juli, um 21:24 Uhr Ortszeit. Das Peruanische Geophysikalische Institut (IGP) maß das Beben mit einer Stärke von 5,1, während der US Geological Survey 5,5 und das Europäisch-Mediterrane Seismologische Zentrum 5,6 angaben. Das Epizentrum lag nahe dem ländlichen Bezirk Chongos Bajo, etwa 300 Kilometer östlich von Lima, in einer Tiefe zwischen 10 und 24 Kilometern, je nach Behörde. Das IGP führte das Beben später auf die Reaktivierung der tektonischen Störung Altos del Mantaro zurück.
Jedes seismische Ereignis in der Nähe dieser Störung wird starke Bodenerschütterungen verursachen.
Auf das Hauptbeben folgten 12 Nachbeben, die meisten mit geringer Stärke, weshalb etwa 300 Anwohner die Nacht in einem Sportstadion in Pumpunya Zuflucht suchten.
Opfer und Schäden
Bis Sonntagnachmittag bestätigten die Behörden mindestens sechs Tote und 32 Verletzte. Das Nationale Institut für Katastrophenschutz (Indeci) meldete, dass 48 Häuser zerstört und weitere 18 beschädigt wurden, wodurch rund 300 Menschen obdachlos wurden. Auch die Kirche und Kapelle der Stadt aus dem 16. Jahrhundert wurden beschädigt. In sieben Bezirken nahe dem Epizentrum fiel der Strom aus, und mehrere Dörfer waren am Sonntag noch ohne Elektrizität, während Telekommunikation und Straßennetz intakt blieben.
Die geringe Tiefe des Bebens in Verbindung mit Häusern aus Lehm und Quincha trug zu den schweren Schäden in mehreren Ortschaften bei.
Ein Bewohner von Chongos Bajo schilderte die Zerstörung gegenüber dem Fernsehsender Canal N.
Das Erdbeben hat unser Haus zerstört. Viele Lehmhäuser sind hier eingestürzt.
Notfallmaßnahmen
Premierminister Luis Arroyo gab am Sonntag bekannt, dass die Regierung das Verfahren zur Ausrufung des Notstands eingeleitet habe. Präsident José María Balcázar erklärte, dass humanitäre Hilfe sofort entsandt worden sei und die Koordinierung mit den lokalen Behörden zur Unterstützung betroffener Familien laufe. Das Gesundheitsministerium richtete eine mobile medizinische Einheit ein und entsandte ein Feldlazarett in das Katastrophengebiet. Eine Luftbrücke wurde am Flughafen Jauja eingerichtet, um Hilfsgüter zu liefern, während die Regionalregierung Zelte und Decken verteilte, um die obdachlosen Familien vor der kalten Andennacht zu schützen.
Ich bedauere die Folgen des Erdbebens zutiefst. Ich spreche den Familien der Verstorbenen mein herzliches Beileid aus und bekunde meine Solidarität mit den Betroffenen.
Warum Lehmhäuser einstürzten
Die traditionelle Bauweise in den Anden stützt sich stark auf Lehmziegel (Adobe), eine sonnengetrocknete Mischung aus Ton, Sand und Stroh. Katastrophenschutzchef Luis Vásquez wies darauf hin, dass diese einfachen Bauten besonders anfällig für seismische Erschütterungen seien. IGP-Chef Hernando Tavera schloss sich dieser Einschätzung an und betonte, dass die in der Region verbreiteten Lehm- und Strohhäuser zum Einsturz neigten. Die Kombination aus geringer Tiefe und fragiler Bausubstanz verstärkte die Schäden in mehreren Dörfern.
Seismischer Kontext
Peru liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer Zone, in der etwa 85 % der weltweiten seismischen Aktivität stattfinden. Laut Tavera verzeichnet das Land jährlich etwa 400 bis 450 Erdbeben der Stärke 4,0 oder mehr. Das Beben am Samstag war das stärkste in den zentralen Hochlanden seit 1969, als Beben der Stärke 5,9 und 6,0 die Region erschütterten. Bisher wurden in diesem Jahr 450 Erdbeben in Peru registriert, was Tavera als etwa durchschnittlich für das erdbebengefährdete Land bezeichnete.
- Erdbeben der Stärke 5,1–5,5 erschüttert Chongos Bajo um 21:24 Uhr Ortszeit
- 12 Nachbeben registriert, Anwohner suchen Schutz im Sportstadion
- Rettungskräfte und Feuerwehr treffen am frühen Sonntag ein, um Trümmer zu beseitigen
- Regierung leitet Notstandsverfahren ein
- Luftbrücke am Flughafen Jauja für humanitäre Hilfslieferungen eingerichtet
- Tote
- 6
- Verletzte
- 32
- Obdachlose
- 300


