
PepsiCo senkt Gewinnprognose – Schwäche in Nordamerika hält an
PepsiCo hat am Donnerstag seinen Ausblick auf den Kerngewinn für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt und dies mit schwacher Nachfrage in Nordamerika sowie höheren Vorleistungskosten begründet. Das Unternehmen kündigte an, in den kommenden Monaten weitere strukturelle Kostensenkungen vorzunehmen.
Prognosesenkung und Kostensenkungspläne
PepsiCo hat am Donnerstag, dem 8. Oktober, seine Jahresprognose für den Kerngewinn gesenkt und weitere Kostensenkungen angekündigt. Das Unternehmen erwartet nun für das Geschäftsjahr 2026 einen Anstieg des um Währungseffekte bereinigten Kerngewinns je Aktie um 1 bis 2 Prozent; zuvor lag das untere Ende der Prognose bei einem Plus von 4 bis 6 Prozent. Der organische Umsatz soll nun um etwa 3 Prozent wachsen, nach zuvor 2 bis 4 Prozent. The Independent nennt für dieselbe Aktualisierung abweichende revidierte Zahlen: ein bereinigtes Gewinnwachstum je Aktie von 2,5 bis 3,5 Prozent gegenüber einer früheren Erwartung von 5 bis 7 Prozent sowie ein Umsatzwachstum von 6 Prozent für das Gesamtjahr. In einer Erklärung begründete CEO Ramon Laguarta die Revision mit steigenden Kosten.
Weitere strukturelle Kostensenkungsmaßnahmen werden derzeit identifiziert und in den kommenden Monaten umgesetzt, um Investitionen zu finanzieren, die das organische Umsatzwachstum beschleunigen und die Auswirkungen der steigenden Inflation bei den Vorleistungskosten abmildern sollen.
Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um etwa 1 Prozent zu. Bis zum Mittag notierte sie 1,4 Prozent im Plus bei 125,44 Dollar, ist aber laut The New York Times im vergangenen Jahr um 12 Prozent gefallen und handelt auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.
Ein schwaches Nordamerika-Geschäft
Im dritten Quartal zum 5. September blieben die Absatzmengen im Lebensmittelsegment unverändert, während die Getränkeabsätze im Jahresvergleich um 2 Prozent zurückgingen. Auch die Snack-Absätze von Frito-Lay stagnierten, da das Umsatzwachstum bei salzigen Snacks in den USA durch Rückgänge in Kanada ausgeglichen wurde. PepsiCo senkte im Februar die Preise für Produkte wie Lay's und Doritos um bis zu 15 Prozent und kündigte im vergangenen Monat an, die Preise für einige US-Produkte zu erhöhen, um steigende Kosten auszugleichen. Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hatte im vergangenen Jahr einen Anteil von rund 4 Milliarden Dollar offengelegt, und im Dezember erklärte PepsiCo, die nordamerikanische Lieferkette überprüfen zu wollen.
- Elliott Investment Management legt einen Anteil von rund 4 Milliarden Dollar offen
- PepsiCo kündigt an, die nordamerikanische Lieferkette zu überprüfen und aggressive Kostensenkungsmaßnahmen voranzutreiben
- Preissenkungen von bis zu 15 Prozent bei Produkten wie Lay's und Doritos
- PepsiCo kündigt Preiserhöhungen für einige US-Produkte an
- Senkung der Kerngewinnprognose und Ankündigung weiterer Kostensenkungen
In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen sagte Laguarta den Analysten, das Unternehmen sei mit seiner US-Performance nicht zufrieden.
Wir sind mit der Entwicklung in den USA nicht zufrieden.
Finanzvorstand Steve Schmitt räumte in seinem vorbereiteten Statement die langsameren Fortschritte ein.
In Nordamerika bleiben wir dem Ziel verpflichtet, Wachstum und Kernbetriebsmarge zu verbessern. Es dauert jedoch länger als geplant.
Starkes Quartal im Ausland
Der Nettoumsatz stieg im Zeitraum Juli bis September um 5,6 Prozent auf 25,27 Milliarden Dollar und lag damit über den 24,95 Milliarden Dollar, die von FactSet befragte Analysten erwartet hatten.
- Gemeldeter Nettoumsatz Q3
- 25.27 Mrd. $
- Analystenschätzung (FactSet)
- 24.95 Mrd. $
Internationale Märkte erwirtschaften 41 Prozent des Umsatzes. Die weltweiten Absatzmengen bei Snacks stiegen um 4 Prozent, der schnellste Zuwachs seit 2021, und im asiatisch-pazifischen Raum legten die Snack-Absätze um 11 Prozent zu. Lay's verzeichnete eine starke Nachfrage im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft, was PepsiCo half, in China und Brasilien Marktanteile zu gewinnen. Der Nettogewinn stieg um 17 Prozent auf 3,07 Milliarden Dollar, und das bereinigte Ergebnis von 2,34 Dollar je Aktie übertraf die von Analysten erwarteten 2,29 Dollar.
Strukturelle Optionen in der Diskussion
Einige Analysten und Investoren fordern eine größere Veränderung der Unternehmensstruktur. Zu den Optionen zählt eine Aufspaltung des Geschäfts nach Geografie – Nordamerika und international – oder nach Geschäftsbereichen – Lebensmittel und Getränke. Andere möchten, dass PepsiCo einige oder alle seiner Abfüllbetriebe wieder an Franchisenehmer vergibt, ein Modell, das Coca-Cola weitgehend nutzt. Laguarta hat sich bisher zurückhaltend zu strukturellen Änderungen gezeigt, sagte den Analysten jedoch, das Unternehmen sei offen für Veränderungen.
Wir sind offen dafür, jede Option neu zu prüfen.
The Wall Street Journal berichtete, Laguarta habe gesagt, PepsiCo sei bei Erfrischungsgetränken einschließlich seines Flaggschiffs Pepsi nicht wettbewerbsfähig genug. Auch die Wettbewerber im Bereich verpackter Lebensmittel – General Mills, McCormick und Conagra – geben mehr für Werbeaktionen und Initiativen zur Bezahlbarkeit aus.

