
Pennsylvania meldet sechsten Maserntoten – CDC zählt landesweit nur zwei
Eine 39-jährige Frau im Franklin County ist an einer masernassoziierten Todesursache gestorben, dem sechsten Todesfall im Masernausbruch in Pennsylvania. Die landesweite Bilanz der CDC zählt weiterhin nur zwei Todesfälle, während Gouverneur Josh Shapiro und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. darüber streiten, wie solche Todesfälle definiert werden.
Der sechste Todesfall
Das Büro des Coroners von Franklin County meldete am Montag, dem 12. Oktober, einen masernassoziierten Todesfall einer 39-jährigen Frau, womit die Zahl der Todesfälle im Bundesstaat auf sechs steigt. Ars Technica berichtet, sie sei am Samstag, dem 10. Oktober, gestorben und sei ungeimpft gewesen, mit mehreren Grunderkrankungen und einem kürzlich positiven Maserntest. Das Büro des Coroners gab in einer per E-Mail an die Washington Post übermittelten Erklärung als Haupttodesursache „wahrscheinliches akutes kardiales Ereignis aufgrund möglicher Masernkomplikationen“ an. Das Büro erklärte, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Details bekanntzugeben. Das Büro des Coroners beschrieb den Fall in einer auf Facebook geteilten Erklärung.
Dies ist der erste Todesfall im Franklin County seit vielen Jahren bei einem Patienten mit einer kürzlichen Maserndiagnose und erfüllt die Definition, die das Gesundheitsministerium von Pennsylvania für einen masernassoziierten Todesfall festgelegt hat.
Ausmaß des Ausbruchs
Bis Freitag, den 9. Oktober, hatte Pennsylvania seit Jahresbeginn 1.136 Masernfälle in 41 seiner 67 Countys bestätigt, davon 1.124 im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch, und 218 Menschen wurden hospitalisiert. Die Washington Post berichtet, dass in der Vorwoche 157 neue Fälle registriert wurden, und Ars Technica schreibt, der Ausbruch habe im April begonnen. Laut der Washington Post ist der Ausbruch im Bundesstaat der erste in den Vereinigten Staaten, der seit 35 Jahren die Marke von 1.000 Fällen überschreitet. Ars Technica berichtet, die landesweite Fallzahl für das Jahr habe 4.080 erreicht, der höchste Stand seit 1991. Infektiologen erklärten der Washington Post, die Zahl der Todesfälle deute darauf hin, dass der Ausbruch größer sei als die Zahl der gemeldeten Fälle. Der Masern-Tracker des Bundesstaates wies am Montag noch fünf Todesfälle aus, und die nächste Aktualisierung war wegen des Feiertags für Mittwoch geplant.
- Ausbruch beginnt in Pennsylvania
- Erster Maserntoter in Pennsylvania gemeldet
- 1.136 Fälle in 41 Countys bis Freitag gemeldet
- 39-jährige Frau stirbt im Franklin County
- Coroner meldet sechsten Maserntoten des Bundesstaates
Die Zählung der CDC
Die landesweite Masernbilanz der CDC umfasst zwei Todesfälle, und The Independent berichtet, die Behörde liste nur zwei Todesfälle in Pennsylvania. Die Washington Post berichtet, Pennsylvania sei der einzige Bundesstaat, der in diesem Jahr Maserntote gemeldet habe. Nachdem der Bundesstaat seine ersten beiden Todesfälle bekannt gegeben hatte, schloss die CDC sie aus ihrer Bilanz aus – eine Entscheidung der neuen Direktorin der Behörde, Erica Schwartz. Ehemalige Beamte nannten den Schritt höchst ungewöhnlich, und Reuters berichtet, die CDC sei zu Sterblichkeitsdaten des National Center for Health Statistics übergegangen. Die Behörde erklärt, ihre Zahl der Todesfälle könne sich ändern, sobald weitere Informationen vorliegen.
- Todesfälle laut Bundesstaat Pennsylvania
- 6 Todesfälle
- Zählung der CDC für Pennsylvania
- 2 Todesfälle
Politischer Streit
Die Zahl der Todesfälle ist Teil eines Streits zwischen Gouverneur Josh Shapiro und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. geworden. Shapiro warf Kennedy, dem Gründer einer prominenten impfgegnerischen Gruppe, vor, Verwirrung über Impfstoffe zu stiften und zur Ausbreitung einer Krankheit beizutragen, die die Vereinigten Staaten vor mehr als 25 Jahren eliminiert hatten, so die Washington Post. Kennedy entgegnete, der Gouverneur nutze die Situation für politischen Gewinn, und die Post merkt an, Shapiro werde weithin als Präsidentschaftskandidat gehandelt. The Independent berichtet, Shapiro habe die von ihm so bezeichnete „Inkompetenz“ der Trump-Regierung im Umgang mit dem Virus scharf kritisiert, und Kennedy habe zunächst behauptet, die Maserntoten in Pennsylvania seien „fabriziert“. Reuters beschreibt den Dissens als Streit darüber, wie solche Todesfälle definiert werden.
Wie es weitergeht
Das Gesundheitsministerium des Bundesstaates teilte The Independent mit, es sei über den Todesfall informiert und prüfe den Fall. Pressesprecher Neil Ruhland erklärte in einer E-Mail, das Ministerium handle aufgrund des Berichts.
Unser Team hat sich mit dem Büro des Coroners in Verbindung gesetzt und führt eine gründliche Prüfung des gemeldeten Todesfalls durch. Wir werden die Öffentlichkeit nach Abschluss unserer Untersuchung informieren.
Das Ministerium stützt sich auf seine Definition eines masernassoziierten Todesfalls, die einen Todesfall innerhalb von 30 Tagen nach Symptombeginn mit klinischem Infektionsnachweis, einem positiven Labortest und ohne unabhängige Ursachen umfasst. Experten der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation wollen im November zusammenkommen, um die US-Maserdaten zu prüfen, und Ars Technica berichtet, es werde weithin erwartet, dass die Vereinigten Staaten bei diesem Treffen ihren Status als masernfrei verlieren.


